{"id":64773,"date":"2019-07-09T06:52:30","date_gmt":"2019-07-09T04:52:30","guid":{"rendered":"https:\/\/rss.nova-institut.net\/public.php?url=http%3A%2F%2Fwww.innovations-report.de%2Fhtml%2Fberichte%2Fenergie-elektrotechnik%2Fdas-energiesystem-der-zukunft-und-power-to-x.html"},"modified":"2019-07-08T20:54:15","modified_gmt":"2019-07-08T18:54:15","slug":"das-energiesystem-der-zukunft-und-power-to-x","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/das-energiesystem-der-zukunft-und-power-to-x\/","title":{"rendered":"Das Energiesystem der Zukunft und Power-to-X"},"content":{"rendered":"<p><strong>In einem gemeinsamen Forschungsprojekt von f\u00fcnf Schweizer Kompetenzzentren f\u00fcr Energieforschung haben Wissenschaftler des Paul Scherrer Instituts PSI, der Eidgeno\u0308ssischen Materialpr\u00fcfungs- und Forschungsanstalt (Empa), der Eidgen\u00f6ssischen Technische Hochschule (ETH) Z\u00fcrich, der Z\u00fcrcher Hochschule f\u00fcr Angewandte Wissenschaften (ZHAW), der Hochschule f\u00fcr Technik Rapperswil (HSR), der Universit\u00e4t Genf und der Universit\u00e4t Luzern ein Weissbuch \u00abPower-to-X\u00bb zu H\u00e4nden der Eidgen\u00f6ssischen Energieforschungskommission (CORE) erstellt. Ziel des Weissbuchs ist es, die wichtigsten vorhandenen Erkenntnisse \u00fcber Power-to-X-Technologien zu sammeln. Die Studie beleuchtet unter anderem, welchen Beitrag verschiedene Technologien, die auf der Umwandlung und Speicherung verschiedener Energieformen beruhen, zur Energiestrategie der Schweiz leisten k\u00f6nnen. Die Expertinnen und Experten stellen die Erkenntnisse aus dieser Untersuchung am 8. Juli an der ETH Z\u00fcrich vor.<\/strong><\/p>\n<p>Die Schweiz hat sich das Ziel gesetzt, ihre direkten Treibhausgasemissionen drastisch zu reduzieren. Gem\u00e4ss der Energiestrategie 2050 soll sich der Ausstoss von Treibhausgasen bis 2030 im Vergleich zu 1990 um 50 Prozent verringern, bis 2050 bis zu maximal 85 Prozent. Nach 2050 soll die Energieversorgung in der Schweiz klimaneutral erfolgen, also ohne den Ausstoss von Treibhausgasen wie CO<sub>2<\/sub>. Eine Komponente f\u00fcr die Erreichung dieses Zieles k\u00f6nnen sogenannte Power-to-X-Verfahren sein. Dabei wird der \u00fcbersch\u00fcssige Strom aus neuen erneuerbaren Energien genutzt, um durch elektrochemische Umwandlung fl\u00fcssige oder gasf\u00f6rmige Energietr\u00e4ger zu erzeugen, wie beispielsweise Wasserstoff, Methan oder Methanol. Diese werden dann weiter in den Verbrauchssektoren eingesetzt, um Fahrzeuge anzutreiben oder W\u00e4rme beziehungsweise auch wieder Strom zu erzeugen. Der Vorteil ist, dass die fl\u00fcssigen oder gasf\u00f6rmigen Energietr\u00e4ger \u00fcber l\u00e4ngere Zeit zwischengespeichert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_64799\" aria-describedby=\"caption-attachment-64799\" style=\"width: 581px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-64799\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/seite_8_d-1024x705.jpg\" alt=\"Das neue Weissbuch Power-to-X, das PSI-Forschende gemeinsam mit Kollegen von sechs Schweizer Hochschulen und Forschungsinstitutionen nun vorstellen, besch\u00e4ftigt sich mit den Perspektiven von Power-to-X. Bei Verfahren dieser Art wird beispielsweise Strom aus neuen erneuerbaren Energien genutzt, um Wasserstoff (H2) oder Methan (CH4) zu produzieren und so \u00fcbersch\u00fcssige Energie zu speichern. Diese kann dann zu einem anderen Zeitpunkt wiedergewonnen werden, zum Beispiel als Treibstoff, zum Heizen oder um wieder Strom zu generieren. Das Weissbuch analysiert verschiedene Teilbereiche und Perspektiven innerhalb des Schweizer Energiesystems. (Grafik: Paul Scherrer Institut\/J\u00f6rg Roth)\" width=\"581\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2019\/07\/seite_8_d-1024x705.jpg 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2019\/07\/seite_8_d-300x206.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2019\/07\/seite_8_d-600x413.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 581px) 100vw, 581px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-64799\" class=\"wp-caption-text\">Das neue Weissbuch Power-to-X, das PSI-Forschende gemeinsam mit Kollegen von sechs Schweizer Hochschulen und Forschungsinstitutionen nun vorstellen, besch\u00e4ftigt sich mit den Perspektiven von Power-to-X. Bei Verfahren dieser Art wird beispielsweise Strom aus neuen erneuerbaren Energien genutzt, um Wasserstoff (H2) oder Methan (CH4) zu produzieren und so \u00fcbersch\u00fcssige Energie zu speichern. Diese kann dann zu einem anderen Zeitpunkt wiedergewonnen werden, zum Beispiel als Treibstoff, zum Heizen oder um wieder Strom zu generieren. Das Weissbuch analysiert verschiedene Teilbereiche und Perspektiven innerhalb des Schweizer Energiesystems. (Grafik: Paul Scherrer Institut\/J\u00f6rg Roth)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Im Rahmen der Energiestrategie 2050 sind die Power-to-X-Verfahren unter anderem interessant, weil die neuen erneuerbaren Energien aus Fotovoltaik oder Windkraft nicht kontinuierlich, sondern in schwankender Intensit\u00e4t zur Verf\u00fcgung stehen. Um Phasen von geringer Stromerzeugung auszugleichen, soll unter anderem mithilfe von Power-to-X-Verfahren Energie aus produktionsstarken Phasen zwischengespeichert werden. Power-to-X-Verfahren k\u00f6nnen so dazu beitragen, Energieangebot und -nachfrage \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum auszugleichen, die kurzfristige Flexibilit\u00e4t im Stromnetz durch intelligentes Lastenmanagement zu erh\u00f6hen und Ersatz f\u00fcr fossile Kraft- und Brennstoffe sowie Rohstoffe f\u00fcr die Industrie zu schaffen.<\/p>\n<h3>Flexibilit\u00e4tsoption und Bindeglied zwischen Energieerzeugung und -verbrauch<\/h3>\n<p>Wissenschaftler des Paul Scherrer Instituts PSI haben nun gemeinsam mit Kollegen von sechs Schweizer Hochschulen und Forschungsinstitutionen umfangreiche Informationen zu verschiedenen Aspekten von Power-to-X-Technologien zusammengetragen, unter anderem, welches Potenzial Power-to-X-Verfahren f\u00fcr die Energiestrategie 2050 haben, vor welchen Herausforderungen die Technologie steht und welche Schl\u00fcsselfaktoren eine Verbreitung der Technologie beg\u00fcnstigen. \u00abIm Vergleich zu anderen neuen erneuerbaren Energiequellen gibt es ein besonders hohes Potenzial f\u00fcr Strom aus Solaranlagen in der Schweiz, was Power-to-X zu einer wichtigen Flexibilit\u00e4tsoption und Bindeglied zwischen Energiegewinnung und -verbrauch in einem nachhaltigen, CO<sub>2<\/sub>-armen Energiesystem macht\u00bb, fasst Tom Kober, Leiter der Gruppe Energiewirtschaft am PSI und einer der Hauptautoren des von der Eidgen\u00f6ssischen Energieforschungskommission in Auftrag gegebenen Weissbuchs, eines der Ergebnisse zusammen.<\/p>\n<p>Die Beitr\u00e4ge, die Power-to-X in einzelnen Energiesektoren wie Verkehr, Heizung oder durch die R\u00fcckverstromung leisten kann, sind sehr unterschiedlich. So ist die erneute Gewinnung von Strom aus Energietr\u00e4gern wie Wasserstoff oder Methan, die mit Power-to-X-Verfahren erzeugt wurden, derzeit noch sehr teuer. \u00abDie Kosten f\u00fcr solche auch Power-to-Power genannten Verfahren k\u00f6nnten aber durch Fortschritte bei der Technik und steigender Erfahrung im Umgang mit diesen neuen Technologien bis 2030 um bis zu zwei Drittel sinken\u00bb, sch\u00e4tzt Kober. Es bleibt abzuwarten, inwieweit sich Power-to-Power-Technologien gegen\u00fcber anderen Flexibilit\u00e4tsoptionen im Elektrizit\u00e4tssystem durchsetzen k\u00f6nnen, was nicht zuletzt auch von europ\u00e4ischen Marktentwicklungen abh\u00e4ngt und den damit verbundenen Bedingungen f\u00fcr den Schweizer Stromaussenhandel.<\/p>\n<h3>Systemintegration kommt Schl\u00fcsselrolle zu<\/h3>\n<p>Kraft- und Brennstoffe, die mit Strom aus erneuerbaren Energien in Power-to-X-Verfahren produziert werden, k\u00f6nnen fossile Energietr\u00e4ger wie Heiz\u00f6l, Erdgas, Benzin und Diesel ersetzen und somit helfen, CO<sub>2<\/sub>-Emissionen zu reduzieren. Wirtschaftlich wird dies aber nur sein, wenn entsprechende umweltpolitische Anreizmechanismen zum Tragen kommen. Umwandlungsprozesse m\u00fcssen m\u00f6glichst effizient realisiert werden, um einerseits die Kosten zu minimieren und andererseits Ressourcen zu schonen. Das hat nicht nur Auswirkung auf die Standortwahl von Power-to-X-Anlagen, sondern auch wie die Technologie in verschiedene M\u00e4rkte integriert werden kann.<\/p>\n<p>Ein Fazit der Studie lautet deshalb: Entscheidend f\u00fcr einen erfolgreichen Einsatz von Power-to-X im Rahmen der Energiestrategie 2050 ist, dass sich Forschung und Innovation auf eine optimale Integration von Power-to-X in das gesamte Energiesystem der Schweiz konzentrieren.<\/p>\n<p>Das von der Eidgen\u00f6ssischen Energieforschungskommission (CORE) in Auftrag gegebene Weissbuch wurde von den Partnern der SCCER Heat and Electricity Storage, Biosweet, Crest, Furies und Mobility erstellt und von der Innosuisse sowie dem BFE finanziert.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse der Analysen f\u00fcr das Weissbuch \u00abPower-to-X: Perspektiven in der Schweiz\u00bb stellen die Forschenden am 8. Juli bei einer Veranstaltung an der ETH Z\u00fcrich vor.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einem gemeinsamen Forschungsprojekt von f\u00fcnf Schweizer Kompetenzzentren f\u00fcr Energieforschung haben Wissenschaftler des Paul Scherrer Instituts PSI, der Eidgeno\u0308ssischen Materialpr\u00fcfungs- und Forschungsanstalt (Empa), der Eidgen\u00f6ssischen Technische Hochschule (ETH) Z\u00fcrich, der Z\u00fcrcher Hochschule f\u00fcr Angewandte Wissenschaften (ZHAW), der Hochschule f\u00fcr Technik Rapperswil (HSR), der Universit\u00e4t Genf und der Universit\u00e4t Luzern ein Weissbuch \u00abPower-to-X\u00bb zu H\u00e4nden der [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[14051,15938,12639],"supplier":[506,277,9041,959,15937,14632,1389],"class_list":["post-64773","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","tag-energie","tag-powertox","tag-technologie","supplier-eidgenoessische-materialpruefungs-und-forschungsanstalt-empa","supplier-eidgenoessische-technische-hochschule-zuerich-eth-zuerich","supplier-hochschule-technik-rapperswil","supplier-paul-scherrer-institut-psi","supplier-universitaet-luzern","supplier-university-of-geneva","supplier-zuercher-hochschule-fuer-angewandte-wissenschaften-zhaw"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64773","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=64773"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64773\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=64773"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=64773"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=64773"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=64773"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}