{"id":6453,"date":"2003-10-24T00:00:00","date_gmt":"2003-10-23T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20031024-04n"},"modified":"2003-10-24T00:00:00","modified_gmt":"2003-10-23T22:00:00","slug":"zedernteer-als-konservierungsstoff","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/zedernteer-als-konservierungsstoff\/","title":{"rendered":"Zedernteer als Konservierungsstoff"},"content":{"rendered":"<p>\u00dcber Einbalsamierungstechniken im alten \u00c4gypten berichten T\u00fcbinger und M\u00fcnchner Forscher in der aktuellen Ausgabe des Fachjournals &#8220;Nature&#8221; (23.10.03). Durch die Analyse eines unbenutzten Balsamierungsteers aus der 18. Dynastie (um 1.500 v. Chr.) wiesen sie nach, dass es aus Zedernholz hergestellt worden war. Bisher galt unter den \u00c4gyptologen die Lehrmeinung, dass derartige Teere aus Wacholderholz destilliert worden seien. <\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus konnte das Team um Ulrich Weser vom Physiologisch-Chemischen Institut in T\u00fcbingen und Johann Koller vom Doerner-Institut in M\u00fcnchen mit dem <b>Guaiacol<\/b> einen bemerkenswert wirksamen Konservierungsstoff im Balsamierungsteer identifizieren. <\/p>\n<p>Im alten \u00c4gypten wurden Tote einbalsamiert, um ihre K\u00f6rper f\u00fcr das Leben im Jenseits zu konservieren. Da manche Mumien Wacholderbeeren in den H\u00e4nden hielten, gingen die \u00c4gyptologen bisher davon aus, dass auch der Balsamierungsteer aus Wacholder hergestellt worden sei. Zu dieser Annahme trug au\u00dferdem bei, dass die griechische Sprache f\u00fcr Zeder und Wacholder nur einen Begriff, kedros, kennt. <\/p>\n<p><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20031024-04\/Zedernteer.jpg\" align=\"left\" style=\"margin-right:10px;\" BORDER=\"0\" ALT=\"Zedernteer\"\/>Ulrich Weser und seine Kollegen stellten f\u00fcr ihre Untersuchungen einen Extrakt aus einem unbenutzten Balsam her, der bei der Mumie &#8220;Saankh-kare&#8221; in Deir el-Bahari, \u00c4gypten, entdeckt worden war. Mit Hilfe der Gaschromatographie konnten sie nachweisen, dass die Substanz Sesquiterpenoide, Junipen, Cadalen, Calamen, Cuparen und alpha-Curcumen enth\u00e4lt, die aus dem Koniferenholz stammen. Diese Kombination von Inhaltsstoffen weist darauf hin, dass der Teer mit gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit aus Zedern und nicht aus Wacholder hergestellt worden ist.<br style=\"clear:left;\"\/> <br \/>Die Biochemiker untersuchten dar\u00fcber hinaus die Substanzen Guaiacol, p-Cymol, Limonen und alpha-Pinen auf ihre konservierende Wirkung. Sie bedeckten in einem Modellversuch Schweineknochen mit jeweils einer dieser Substanzen und bewahrten sie 35 Tage bei Raumtemperatur auf. Um die Wirkung nachzuweisen, bestimmten sie anschlie\u00dfend die Aktivit\u00e4t des Enzyms Alkalische Phosphatase. Guaiacol erwies sich dabei als das effektivste Konservierungsmittel; in den damit behandelten Knochen wies das Enzym eine zw\u00f6lfmal h\u00f6here spezifische Aktivit\u00e4t auf als in den unbehandelten Proben. <\/p>\n<p><b>F\u00fcr R\u00fcckfragen:<\/b> <br \/>Prof. Ulrich Weser <br \/>Physiologisch-Chemisches Institut <br \/>Universit\u00e4t T\u00fcbingen <br \/>Tel. \/ Fax 07071-295564 <br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:ulrich.weser@uni-tuebingen.de\">ulrich.weser@uni-tuebingen.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&Uuml;ber Einbalsamierungstechniken im alten &Auml;gypten berichten T&uuml;binger und M&uuml;nchner Forscher in der aktuellen Ausgabe des Fachjournals &#8220;Nature&#8221; (23.10.03). 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