{"id":64378,"date":"2019-07-01T07:20:30","date_gmt":"2019-07-01T05:20:30","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=64378"},"modified":"2019-06-27T13:25:38","modified_gmt":"2019-06-27T11:25:38","slug":"alternative-zu-elektroautos-unionsfraktion-legt-rettungsplan-fuer-den-verbrennungsmotor-vor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/alternative-zu-elektroautos-unionsfraktion-legt-rettungsplan-fuer-den-verbrennungsmotor-vor\/","title":{"rendered":"Alternative zu Elektroautos: Unionsfraktion legt Rettungsplan f\u00fcr den Verbrennungsmotor vor"},"content":{"rendered":"<p>Kurz vor dem Autogipfel im Kanzleramt meldet sich die Unionsfraktion zu Wort &#8211; mit einem Vorschlag zur Rettung des Verbrennungsmotors. CDU und CSU im Bundestag wollen dazu die Produktion klimafreundlicher Treibstoffe f\u00f6rdern und nicht ausschlie\u00dflich Elektroautos. Das geht aus einem Positionspapier hervor, das dem SPIEGEL vorliegt. Solche synthetischen Kraftstoffe &#8211; auch E-Fuels genannt &#8211; werden meist aus erneuerbaren Energien, Wasserstoff und Kohlendioxid erzeugt.<\/p>\n<p>&#8220;Um unsere Klimaschutzziele zu erreichen, brauchen wir auch Wasserstoff und regenerative Kraftstoffe&#8221;, sagte der Initiator des Papiers, Christoph Plo\u00df. E-Fuels k\u00f6nnten dem Papier zufolge &#8220;g\u00e4ngigen Benzin- und Dieselkraftstoffen sowie Kerosin beigemischt werden&#8221; und auch Fahrzeuge unabh\u00e4ngig von fossilen Brennstoffen machen, f\u00fcr die der batteriebetriebene Elektroantrieb &#8220;keine Alternative bietet&#8221;. Dadurch bliebe auch der &#8220;momentane Technologievorsprung deutscher Automobilhersteller&#8221; erhalten.<\/p>\n<p>CDU-Plan: Diese Ma\u00dfnahmen sollen die Zukunft des Verbrennungsmotors sichern<br \/>\nDahinter d\u00fcrfte auch die Furcht vor dem Verlust Tausender Arbeitspl\u00e4tze in Deutschland stehen, die am Verbrennungsmotor h\u00e4ngen. In dieser Technik sind deutsche Hersteller f\u00fchrend, in Elektroautos w\u00fcrde sie nicht oder kaum noch ben\u00f6tigt. Zuletzt haben mehrere L\u00e4nder angek\u00fcndigt, die Neuzulassung von Benzin- und Dieselautos von 2030 an zu verbieten, darunter Irland. Gro\u00dfbritannien und Frankreich wollen 2040 folgen.<\/p>\n<p>Keine konkreten Forderungen f\u00fcr Pkw-Segment<\/p>\n<p>Die Unionsfraktion will dagegen den E-Fuels, aber auch der Produktion von Wasserstoff mit mehreren Ma\u00dfnahmen zum Durchbruch verhelfen. So soll die Energiesteuer f\u00fcr regenerative Kraftstoffe auf den europ\u00e4ischen Mindestsatz gesenkt werden, und die E-Fuels sollen ebenfalls auf den CO2-Flottengrenzwert angerechnet werden. Die Abgeordneten sehen in den E-Fuels &#8220;vor allem im Schwerlast-, Schiffs- und Flugverkehr einen wichtigen Baustein f\u00fcr klimaneutrale Mobilit\u00e4t&#8221;. Konkrete Ma\u00dfnahmen f\u00fcr das Pkw-Segment sind jedoch nicht enthalten.<\/p>\n<p>Gedanken haben sich die Autoren auch \u00fcber die Herkunft des Stroms gemacht, der zur Herstellung von E-Fuels ben\u00f6tigt wird. &#8220;Besonders wichtig ist dabei, den Verkehrssektor mit dem Energiesektor zu verkn\u00fcpfen&#8221;, sagte der Initiator des Papiers, Christoph Plo\u00df. Der Energieverbrauch eines mit E-Fuels betriebenen Verbrennerfahrzeugs ist dem Papier zufolge drei- bis f\u00fcnfmal so hoch wie der eines reinen Elektrofahrzeugs.<\/p>\n<p>Stromkosten spielen &#8220;keine entscheidende Rolle&#8221;<\/p>\n<p>F\u00fcr die Abgeordneten spielt das jedoch &#8220;keine entscheidende Rolle&#8221;, denn in vielen Produktionsl\u00e4ndern seien die Stromkosten sehr gering. So lie\u00dfen sich E-Fuels an vielen geeigneten und &#8220;entwicklungspolitisch interessanten&#8221; Standorten g\u00fcnstig herstellen und auch gut transportieren.<\/p>\n<p>Ein \u00e4hnliches Vorhaben scheiterte jedoch bereits einmal: Desertec, das Europa mit in der Sahara erzeugtem Solarstrom versorgen sollte, und an dem mehrere deutsche Firmen beteiligt waren, versandete schlie\u00dflich (<a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wissenschaft\/technik\/desertec-was-wurde-aus-den-solarkraftwerken-in-nordafrika-a-1196664.html\" target=\"_blank\">Woran Desertec am Ende scheiterte, lesen Sie hier<\/a>).<\/p>\n<p>Das Positionspapier der Unionsfraktion im Bundestag soll am Dienstag beschlossen werden, Tags zuvor findet das Spitzentreffen zur Zukunft der Mobilit\u00e4t statt. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), mehrere Minister sowie die Spitzen von Union und SPD wollen am Montag in Berlin mit Vorst\u00e4nden der Autoindustrie und den Gewerkschaften zusammenkommen und \u00fcber neue Antriebstechnologien, mehr Klimaschutz und die Auswirkungen f\u00fcr die Besch\u00e4ftigen zu sprechen.<\/p>\n<p>CDU-Parteivorstand setzt in eigenem Papier auf E-Autos<\/p>\n<p>Der Vorstand der CDU beriet dagegen \u00fcber ein eigenes Positionspapier, das st\u00e4rker auf Elektromobilit\u00e4t und Anreize zum Klimaschutz setzt. Darin hei\u00dft es, eine \u00f6kologische Reform der Kfz-Steuer im Sinne &#8220;einer st\u00e4rker nutzungs- und emissionsbezogenen Bepreisung des motorisierten Individualverkehrs&#8221; sei denkbar. Parteivize Thomas Strobl und Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann hatten die Vorlage ausgearbeitet. Das Papier lag der Nachrichtenagentur AFP vor.<\/p>\n<p>Beide bedauern darin, dass ein Durchbruch der Elektromobilit\u00e4t noch nicht gelungen sei: &#8220;Wir appellieren deshalb an die Hersteller, erschwingliche Einstiegsmodelle anzubieten.&#8221; Zudem will die CDU demnach das Angebot an Lades\u00e4ulen f\u00fcr E-Autos ausbauen und das Erneuerbare-Energien-Gesetz \u00e4ndern, damit bei der Batteriezellfertigung &#8220;Gigawattfabriken als Teil einer deutschen E-Mobilit\u00e4tsstrategie&#8221; gebaut werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Anm. d. Red.: Urspr\u00fcnglich hie\u00df es im Text, das Positionspapier der Unionsfraktion sei bereits beschlossen. Tats\u00e4chlich soll es am Dienstag beschlossen werden, ist nach Angaben eines Abgeordneten jedoch bereits mit allen Fachpolitikern abgestimmt.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kurz vor dem Autogipfel im Kanzleramt meldet sich die Unionsfraktion zu Wort &#8211; mit einem Vorschlag zur Rettung des Verbrennungsmotors. CDU und CSU im Bundestag wollen dazu die Produktion klimafreundlicher Treibstoffe f\u00f6rdern und nicht ausschlie\u00dflich Elektroautos. Das geht aus einem Positionspapier hervor, das dem SPIEGEL vorliegt. 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