{"id":64153,"date":"2019-06-21T07:26:00","date_gmt":"2019-06-21T05:26:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=64153"},"modified":"2019-06-17T15:06:12","modified_gmt":"2019-06-17T13:06:12","slug":"spielzeugriese-forscht-bislang-vergeblich-lego-verzweifelt-an-der-suche-nach-gruenem-plastikersatz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/spielzeugriese-forscht-bislang-vergeblich-lego-verzweifelt-an-der-suche-nach-gruenem-plastikersatz\/","title":{"rendered":"Spielzeugriese forscht bislang vergeblich: Lego verzweifelt an der Suche nach gr\u00fcnem Plastikersatz"},"content":{"rendered":"<p>Steigende Ums\u00e4tze, sprudelnde Gewinne, Absatzerfolge vor allem in China &#8211; eigentlich l\u00e4uft bei Lego nach der Konzernkrise vor wenigen Jahren wieder alles rund. W\u00e4re da nur nicht das Versprechen, bis 2030 das umweltsch\u00e4dliche Plastik bei der Produktion der ber\u00fchmten Lego-Steine durch nachhaltige Materialien zu ersetzen. Seit Jahren versucht der d\u00e4nische Familienkonzern, der zu den gr\u00f6\u00dften Spielzeugherstellern der Welt z\u00e4hlt, Rohstoffe zu finden, die Plastik als Baustoff der Lego-Elemente sowie der Verpackungsmaterialien gleichwertig ersetzen k\u00f6nnen &#8211; bislang wurde jedoch kaum ein solches Material entdeckt, wie das &#8220;Wall Street Journal&#8221; berichtet.<\/p>\n<p>Lego habe in den vergangenen Jahren bereits mehr als 200 verschiedene Materialzusammensetzungen ausprobiert, so die Zeitung. Doch noch immer komme nachhaltiger Rohstoff auf Pflanzenbasis bei lediglich 2 Prozent der Lego-Produkte zum Einsatz. Lego-Steine auf Mais-Basis seien zu weich, hei\u00dft es. Weizen als Grundstoff schade der Farbechtheit der Steine. Andere Grundmaterialien machten die Bausteine zum Teil so hart, dass sie kaum noch auseinander zu bekommen seien, oder so br\u00fcchig, dass sie sich regelrecht in ihre Bestandteile aufl\u00f6sten.<\/p>\n<p>&#8220;Es ist so wie bei der ersten Mondlandung&#8221;, zitiert das &#8220;WSJ&#8221; Tim Guy Brooks, Legos Nachhaltigkeitschef. &#8220;Als Kennedy ank\u00fcndigte, er wolle einen Mann auf den Mond schicken, existierte ein Gro\u00dfteil der daf\u00fcr erforderlichen Technologie noch gar nicht. Wir m\u00fcssen das jetzt erfinden.&#8221;<\/p>\n<p>Hintergrund: Lego machte seine Ank\u00fcndigung einer &#8220;Mondlandung&#8221; bereits vor einigen Jahren. Da setzte sich der Konzern das Ziel, bis 2030 nur noch nachhaltige Rohstoffe in der Produktion sowie bei der Verpackung seiner Erzeugnisse einzusetzen. Sp\u00e4ter investierte das Unternehmen sogar umgerechnet etwa 130 Millionen Euro in die Gr\u00fcndung eines eigenen Forschungszentrums zu dem Zweck, mit der Aussicht, mehr als 100 Arbeitspl\u00e4tze auf diesem Gebiet zu schaffen.<\/p>\n<p>Auch andere Konzerne scheitern bislang am Thema Bioplastik<\/p>\n<p>Besonders fatal: Lego hat sich den Druck aus freien St\u00fccken selbst auferlegt. Zwar ist es immer gut f\u00fcr das Firmenimage, etwas f\u00fcr Nachhaltigkeit und Umweltschutz zu tun. Beim Thema Plastik richtet sich die Kritik der \u00d6ffentlichkeit jedoch in erster Linie gegen meist einmalig verwendete Erzeugnisse wie T\u00fcten oder Strohhalme, die zu Unmengen von Plastikm\u00fcll f\u00fchren. Legos Spielzeuge dagegen gelten als langlebig und werden oft auch nach Jahrzehnten nicht weggeworfen. Die Umweltbelastung, die mit ihnen einhergeht, d\u00fcrfte also vergleichsweise gering sein.<\/p>\n<p>Dennoch h\u00e4lt der Konzern an seinem Nachhaltigkeitsziel fest. Und erschwerend kommt hinzu, dass Lego besonders hohe Anspr\u00fcche an die von ihm verwendeten Rohstoffe hat. Die Lego-Steine m\u00fcssen fest zusammenklicken, zugleich aber leicht wieder voneinander zu l\u00f6sen sein. Sie m\u00fcssen ihre Farbe und Form \u00fcber viele Jahre halten, und das bei unterschiedlichsten Temperaturen. Besonders wichtig bei Bio-Rohstoffen: Lego-Steine sollten sich auch nach Jahrzehnten nicht selbst abbauen. Chemische Zusatzstoffe verbieten sich zudem, weil meist Kinder mit den Steinen in Ber\u00fchrung sind.<\/p>\n<p>Die Herausforderung ist immens: Rund 50 Milliarden Lego-Steine produziert das Unternehmen im Jahr, so das &#8220;Wall Street Journal&#8221; &#8211; sie alle sollen in den kommenden Jahren auf nachhaltige Basis umgestellt werden. Nach einer Krise im Jahr 2017 mit Umsatzeinbruch, Jobabbau und Chefwechsel stiegen Legos Erl\u00f6se 2018 wieder um 4 Prozent auf 4,9 Milliarden Euro. Der Gewinn kletterte ebenfalls um 4 Prozent auf 1,45 Milliarden Euro, wobei sich vor allem das Gesch\u00e4ft mit den Harry-Potter- und Star-Wars-Welten sowie die Nachfrage in China erfreulich entwickelten. In Fernost befindet sich zugleich der Markt, auf den Lego-Chef Niels Christiansen seinen Optimismus f\u00fcr die Zukunft st\u00fctzt.<\/p>\n<p>Das Plastikproblem st\u00f6rt insofern ein ansonsten makelloses Bild, das das Unternehmen derzeit abgibt. Dabei ist Lego keineswegs das einzige Unternehmen, das bislang daran scheitert, einen ad\u00e4quaten Plastikersatz f\u00fcr seine Produktion zu finden. Ikea versuche ebenfalls, vom \u00d6l-basierten Plastik wegzukommen, schreibt das &#8220;WSJ&#8221;. Bisher sei das einzige Plastikprodukt der Schweden, welches auf Pflanzenbasis produziert werde, jedoch ein Gefrierbeutel.<\/p>\n<p>Weitere Konzerne mit Schwierigkeiten beim Thema Bioplastik sind dem Bericht zufolge Coca-Cola B\u00f6rsen-Chart zeigen, McDonald&#8217;s B\u00f6rsen-Chart zeigen, Nestl\u00e9 B\u00f6rsen-Chart zeigen sowie Procter &amp; Gamble B\u00f6rsen-Chart zeigen. Laut &#8220;Wall Street Journal&#8221; haben sich diese Konzerne mit Lego bereits zusammengetan, um gemeinsam an einer L\u00f6sung zu forschen. Die Hoffnung ist offenbar, die &#8220;Mondlandung&#8221; mit vereinten Kr\u00e4ften zu bew\u00e4ltigen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Steigende Ums\u00e4tze, sprudelnde Gewinne, Absatzerfolge vor allem in China &#8211; eigentlich l\u00e4uft bei Lego nach der Konzernkrise vor wenigen Jahren wieder alles rund. W\u00e4re da nur nicht das Versprechen, bis 2030 das umweltsch\u00e4dliche Plastik bei der Produktion der ber\u00fchmten Lego-Steine durch nachhaltige Materialien zu ersetzen. Seit Jahren versucht der d\u00e4nische Familienkonzern, der zu den gr\u00f6\u00dften [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":59,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[12263,13030],"supplier":[1245,1540,3643,3509,21310,600],"class_list":["post-64153","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","tag-bioplastik","tag-spielzeug","supplier-coca-cola-co","supplier-ikea","supplier-lego-group","supplier-mcdonalds-corp","supplier-nestle","supplier-procter-gamble"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64153","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/59"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=64153"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64153\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=64153"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=64153"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=64153"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=64153"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}