{"id":64109,"date":"2019-06-19T07:26:46","date_gmt":"2019-06-19T05:26:46","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=64109"},"modified":"2019-06-14T12:27:01","modified_gmt":"2019-06-14T10:27:01","slug":"mega-insektenfarm-in-den-niederlanden-fabrik-fuer-krabbelndes-tierfutter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/mega-insektenfarm-in-den-niederlanden-fabrik-fuer-krabbelndes-tierfutter\/","title":{"rendered":"Mega-Insektenfarm in den Niederlanden: Fabrik f\u00fcr krabbelndes Tierfutter"},"content":{"rendered":"<p>Es geht nicht um Ersatz f\u00fcr Burger-Fleisch oder neue Knabberartikel, sondern um einen Beitrag zur nachhaltigen Produktion von Fisch, Fleisch und Eiern. Das teilte die niederl\u00e4ndische Regierung jedenfalls mit, als K\u00f6nig Willem-Alexander am Dienstag in Bergen op Zoom eine der modernsten Insektenfarmen Europas er\u00f6ffnete.<\/p>\n<p>In der Anlage des Unternehmens Protix sollen Insekten als Tierfutter gez\u00fcchtet werden, als \u201evielversprechende alternative Quelle\u201c f\u00fcr Eiwei\u00df.<\/p>\n<p>Auf dem Markt f\u00fcr Insekten als Viehfutter \u00fcbersteigt die Nachfrage l\u00e4ngst das Angebot. Als besonders geeignet gilt die Schwarze Soldatenfliege, weil ihre Larven relativ anspruchslos sind und verschiedenstes organisches Material in teils hochwertige Proteine und Fette umwandeln k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Bislang ist in der EU die Verf\u00fctterung von toten Insekten nur in der Fischzucht und an Haustiere gestattet, weshalb Protix vor allem eine Art Insektenmehl f\u00fcr diese Bereiche produziert. Die Firma z\u00fcchtet aber auch lebende Insekten als Futter f\u00fcr Gefl\u00fcgel. Diese sind vom EU-Verbot ausgenommen.<\/p>\n<p>\u201eDas bringt die ganze Industrie nach vorn\u201c<br \/>\nErwartet wird zudem, dass das Verbot f\u00fcr die Schweine- und Gefl\u00fcgelzucht bald aufgehoben wird. Protix-Mitbegr\u00fcnder Tarique Arsiwalla erwartet dadurch deutliche Zuw\u00e4chse. \u201eIch sehe f\u00fcr unseren Betrieb auch Chancen bei der Schweine- und Gefl\u00fcgelzucht in Deutschland\u201c, sagte er dpa.<\/p>\n<p>Kein Wunder, dass es auch hierzulande Bestrebungen gibt, Insekten gewinnbringend zu z\u00fcchten. Heinrich Katz, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des deutschen Soldatenfliegen-Marktf\u00fchrers Hermetia GmbH, begr\u00fc\u00dft die Er\u00f6ffnung der neuen Farm in den Niederlanden: \u201eDas bringt die ganze Industrie nach vorne.\u201c Wie hoch man dort das Potenzial einsch\u00e4tze, zeige sich auch daran, dass der K\u00f6nig h\u00f6chstselbst zur Er\u00f6ffnung gekommen sei.<\/p>\n<p>\u201eSo einen Stellenwert hat die Nutzung von Insekten in Deutschland leider noch nicht\u201c, sagt Katz. \u201eVor allem auf Bundesebene werden uns viele Steine in den Weg gelegt.\u201c Das Beharrungsverm\u00f6gen deutscher Beh\u00f6rden werde zwar mit Nahrungssicherheit und anderen Risiken begr\u00fcndet, sei aber innovationsfeindlich. Dabei scheinen die Vorteile auf der Hand zu liegen. Kunden w\u00fcrden umweltbewusster, erkl\u00e4rt Arsiwalla. \u201eWas ist nat\u00fcrlicher: Insekten oder Soja, das man vom anderen Ende der Welt einfliegt?\u201c<\/p>\n<p>Knackpunkt ist die Herkunft des Insektenfutters<br \/>\nDie Firma Protix gibt an, nach dem Prinzip der Kreislaufwirtschaft zu produzieren: Pflanzliche Nahrungsmittelreste werden als Futter f\u00fcr die Insekten wiederverwertet. Diese wiederum bilden den eiwei\u00dfreichen Grundstoff f\u00fcr Tierfutter, das importiertes Soja und Fischmehl ersetzen und deren fatale Umweltwirkungen mindern soll.<\/p>\n<p>Wie nachhaltig das ist, ist unklar. Protix ver\u00f6ffentlicht keine Details zum Futter, das die Insekten bekommen \u2013 das aber ist der Knackpunkt der \u00d6kobilanz. Zwar sind die Niederlande gro\u00dfz\u00fcgiger in der Gesetzesauslegung, sie k\u00f6nnen aber auch nur in der EU zugelassene Futtermittel freigeben. Viele organische Abf\u00e4lle sind tabu. Wer etwa weggeworfene Lebensmittel verf\u00fcttern wollte, m\u00fcsste nachweisen, dass f\u00fcr Konsument*innen keine gesundheitlichen Gefahren bestehen. Und damit ist die Frage nach der Vermeidbarkeit von \u201eAbf\u00e4llen\u201c in Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion noch nicht einmal gestellt.<\/p>\n<p>Zudem sind die Produktionsmengen noch klein: \u201eAm weltweiten Ma\u00dfstab gemessen, ist es noch eine absolute Nische\u201c, sagt Katz. In den Niederlanden gibt es zurzeit etwa 25 Insektenfarmen. Umsatzzahlen geben sie nicht preis, die Produktionskapazit\u00e4t liegt im niedrigen vierstelligen Tonnenbereich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es geht nicht um Ersatz f\u00fcr Burger-Fleisch oder neue Knabberartikel, sondern um einen Beitrag zur nachhaltigen Produktion von Fisch, Fleisch und Eiern. 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