{"id":63843,"date":"2019-06-12T07:26:12","date_gmt":"2019-06-12T05:26:12","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=63843"},"modified":"2021-09-09T21:28:46","modified_gmt":"2021-09-09T19:28:46","slug":"co2-recycling-treibstoff-aus-kohlendioxid","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/co2-recycling-treibstoff-aus-kohlendioxid\/","title":{"rendered":"CO<sub>2<\/sub>-Recycling: Treibstoff aus Kohlendioxid"},"content":{"rendered":"<div class=\"articlemain\">\n<div class=\"text\">\n<p>In der Industrie f\u00e4llt jede Menge CO2 an \u2013 statt es einfach in die Atmosph\u00e4re zu blasen, k\u00f6nnte es weitergenutzt werden. Zum Beispiel als Treibstoff f\u00fcr Autos und Flugzeuge oder chemischer Rohstoff. Die Verfahren f\u00fcr die Umwandlung gibt es bereits und Bakterien spielen darin eine entscheidende Rolle.<\/p>\n<p>F\u00fcr Chemiker ist das Treibhausgas Kohlendioxid praktisch unbrauchbar. Denn es reagiert nur, wenn man sehr viel Energie hineinsteckt. Aber Lebewesen haben gelernt, sich dieser Quelle doch zu bedienen. Sie verf\u00fcgen \u00fcber Biokatalysatoren, also Enzyme, die CO2 umwandeln k\u00f6nnen. Etwa zu Ethanol, auch bekannt als Trinkalkohol, mit dem man zum Beispiel Autos antreiben kann. Die Firma \u201eLanzatech\u201c betreibt eine Industrieanlage in den USA, die solche Bakterien nutzt, erkl\u00e4rt der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Michael K\u00f6pke.<\/p>\n<p>\u201eBei unserer ersten kommerziellen Anlage verwenden wir Abgase von einem Stahlwerk, die normalerweise in der Atmosph\u00e4re landen w\u00fcrden. Wir fangen die ab, bevor die rausgehen und f\u00fcttern die dann unseren Bakterien.\u201c<\/p>\n<h3>Herstellung chemischer Rohstoffe m\u00f6glich<\/h3>\n<p>Es handelt sich um den Stamm Clostridium autoethanogenum. Er setzt\u00a090 von 100 Kohlenstoffatomen aus CO2 zu Ethanol um. Ein sehr effektiver Prozess also. Rund 30 Millionen Liter des Alkohols hat das Unternehmen bereits hergestellt, seit die Anlage im letzten Jahr in Betrieb gegangen ist.<\/p>\n<p>\u201eEthanol geht direkt in den Pool der Kraftstoffe f\u00fcr Autos. Wir sind dabei, weitere Anlagen zu bauen: ein weiteres Stahlwerkprojekt in Gent in Belgien, und Projekte in Indien und S\u00fcdafrika, die Metallverarbeitungs-Abgase und Raffinerieabgase, die anderenfalls nicht verwendet werden k\u00f6nnen, benutzen.\u201c<\/p>\n<p>Aus dem CO2-basierten Ethanol stellt das Unternehmen auch Kerosin her. Es unterscheidet sich in der Leistungsf\u00e4higkeit nicht von fossilem Flugzeugbenzin, wie ein Test bei einem \u00dcberseeflug zeigte. Ferner k\u00f6nnen mit dem Verfahren auch chemische Rohstoffe erzeugt werden.<\/p>\n<p>\u201eDurch genetische Modifikation des Organismus k\u00f6nnen wir an Stelle von Ethanol Aceton machen, das f\u00fcr Plexiglas verwendet wird. Oder Polypropylen, das f\u00fcr Plastik verwendet wird.\u201c<\/p>\n<h3>Erneuerbare statt fossile Molek\u00fcle<\/h3>\n<p>Etwa sieben Prozent des weltweiten CO2-Aussto\u00dfes lie\u00dfen sich reduzieren, wenn das Treibhausgas konsequent genutzt w\u00fcrde, sagt Michael K\u00f6pke. N\u00e4mlich \u00fcberall dort, wo es einigerma\u00dfen konzentriert anf\u00e4llt \u2013 bei Stahl- und Zementwerken, M\u00fcllverbrennungs- oder Biogasanlagen. Neben Ethanol ist auch Methan ein Produkt, das Mikroorganismen aus Kohlendioxid herstellen. Und zwar so rein, dass es direkt ins Erdgasnetz eingespeist werden kann. Dass dieses dann wieder verbrannt wird und dabei CO2 freisetzt, ist f\u00fcr Doris Hafenbradl von der Planegger Firma \u201eElectrochaea\u201c trotzdem sinnvoll.<\/p>\n<p>\u201eEs ist ein Recycling von CO2. Also CO2, das normalerweise in die Atmosph\u00e4re geht, wird umgewandelt in ein Methanmolek\u00fcl, das wiederum durch einen Verbrennungsvorgang zu CO2 wird. Aber das kann in einem Recyclingverfahren verwendet werden. Und zus\u00e4tzlich muss man auch bedenken, dass jedes erneuerbare Methanmolek\u00fcl ein fossiles Methanmolek\u00fcl ersetzt. Das hei\u00dft, wir reduzieren damit die Entnahme von weiteren fossilen Quellen.\u201c<\/p>\n<p>In Kopenhagen betreibt das Unternehmen die weltweit gr\u00f6\u00dfte Anlage, die Methan aus Kohlendioxid herstellt. Trotzdem ist der Ma\u00dfstab noch viel zu klein, um die Treibhausgas-Bilanz nennenswert zu beeinflussen. Und wirtschaftlich lohnen sich beide Projekte bisher auch nicht. Doch das k\u00f6nnte sich rasch \u00e4ndern, wenn der CO2-Aussto\u00df durch eine Steuer oder Abgabe deutlich teurer wird. Dann wird es wichtig sein, dass d\u00fcrfte das Interesse an Verfahren, die Kohlendioxid zu Treibstoffen und Chemikalien umwandeln, deutlich zunehmen.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Industrie f\u00e4llt jede Menge CO2 an \u2013 statt es einfach in die Atmosph\u00e4re zu blasen, k\u00f6nnte es weitergenutzt werden. Zum Beispiel als Treibstoff f\u00fcr Autos und Flugzeuge oder chemischer Rohstoff. Die Verfahren f\u00fcr die Umwandlung gibt es bereits und Bakterien spielen darin eine entscheidende Rolle. F\u00fcr Chemiker ist das Treibhausgas Kohlendioxid praktisch unbrauchbar. 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