{"id":6377,"date":"2003-08-29T00:00:00","date_gmt":"2003-08-28T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20030829-04n"},"modified":"2003-08-29T00:00:00","modified_gmt":"2003-08-28T22:00:00","slug":"forschungszentrum-karlsruhe-studie-erweist-biogene-rest-und-abfallstoffe-als-energietraeger-mit-zukunft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/forschungszentrum-karlsruhe-studie-erweist-biogene-rest-und-abfallstoffe-als-energietraeger-mit-zukunft\/","title":{"rendered":"Forschungszentrum Karlsruhe: Studie erweist biogene Rest- und Abfallstoffe als Energietr\u00e4ger mit Zukunft"},"content":{"rendered":"<p>Karlsruhe, 28.08.2003 &#8211; Eine im Auftrag des <a href=\"http:\/\/www.verbraucherministerium.de\/\" >Bundesministeriums f\u00fcr Verbraucherschutz, Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft<\/a> durchgef\u00fchrte und jetzt ver\u00f6ffentlichte Untersuchung* des Forschungszentrums Karlsruhe bescheinigt biogenen Rest- und Abfallstoffen ein erhebliches Zukunftspotenzial. So k\u00f6nnten Stroh, Waldrestholz, G\u00fclle und \u00e4hnliche Stoffe mittelfristig rund 10 Prozent des deutschen Prim\u00e4renergiebedarfs decken. Auch l\u00e4sst sich mit Strom und W\u00e4rme aus Bioabfall der Aussto\u00df klimarelevanter Treibhausgase vergleichsweise kosteng\u00fcnstig verringern. Allerdings sind biogene Rest- und Abfallstoffe als Energiequelle noch nicht wettbewerbsf\u00e4hig und somit sind weitere Entwicklungen notwendig. <\/p>\n<p><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20030829-04\/bioenergie_g.jpg\" align=\"left\" style=\"margin-right:10px;\" BORDER=\"0\" ALT=\" bioenergie\"\/><br style=\"clear:left;\"\/><i><b>Biogene Reststoffe und Abf\u00e4lle im \u00dcberblick (relativer Aufkommensanteil in Deutschland 1999)<\/b><\/i> <\/p>\n<p>Die Studie des zum Forschungszentrum Karlsruhe geh\u00f6renden Instituts f\u00fcr Technikfolgenabsch\u00e4tzung und Systemanalyse (ITAS) sch\u00e4tzt das energetische Potenzial der biogenen Reststoffe ab und untersucht, wie dieses Potenzial erschlossen werden kann, welche Technologien sich hierzu besonders eignen, welche Rahmenbedingungen n\u00f6tig und welche Auswirkungen von einer verst\u00e4rkten F\u00f6rderung zu erwarten sind. Neben der Logistik zur Bereitstellung solch unterschiedlicher Stoffe wie Stroh, Waldrestholz, Industrierestholz oder Kl\u00e4rschlamm stehen dabei rund 40 g\u00e4ngige Verfahren zur Strom- und W\u00e4rmegewinnung aus biogenen Reststoffen auf dem Pr\u00fcfstand. <\/p>\n<p>Gegenw\u00e4rtig decken biogene Rest- und Abfallstoffe rund 1,3 Prozent des deutschen Prim\u00e4renergiebedarfs ab. In detaillierten Analysen kommen die Karlsruher Technikforscher zu dem Schluss, dass dieser Anteil in den n\u00e4chsten zwei bis drei Jahrzehnten auf 10 Prozent gesteigert werden k\u00f6nnte. &#8221;Biogene Rest- und Abfallstoffe w\u00fcrden dann zu den wichtigsten regenerativen Energietr\u00e4gern hierzulande geh\u00f6ren&#8221;, erl\u00e4utert Dr. Ludwig Leible, Leiter des ITAS-Projekts &#8221;Energie aus biogenen Rest- und Abfallstoffen&#8221;. In Form von Stroh, Waldrestholz und G\u00fclle stammen dabei knapp zwei Drittel dieser Stoffe aus der Land- und Forstwirtschaft. <\/p>\n<p>Neben dem mengenm\u00e4\u00dfigen Potenzial ist es die &#8221;Klimakostenbilanz&#8221;, welche die biogenen Rest- und Abfallstoffe zu einem Energietr\u00e4ger mit Zukunft macht. Die ITAS-Wissenschaftler vergleichen die Verfahren der Bio- und Kl\u00e4rgasnutzung sowie der Verbrennung und Vergasung von biogenen Reststoffen mit anderen Szenarien zur Emissionsminderung treibhausrelevanter Gase. Hierbei gelangen sie zu der Einsch\u00e4tzung, dass bei einem CO<sub>2<\/sub>-Minderungsziel von 25 oder gar 40 Prozent die mit der Nutzung biogener Reststoffe verbundenen Mehrkosten von 50 bis 100 Euro pro Tonne CO<sub>2<\/sub>-\u00c4quivalente &#8211; angesichts teurerer Alternativen wie Photovoltaik oder Solarthermie &#8211; durchaus zu akzeptieren sind. <\/p>\n<p>Eine konkurrenzf\u00e4hige Erzeugung von Strom und W\u00e4rme aus biogenen Rest- und Abfallstoffen ist derzeit noch Zukunftsmusik &#8211; sie bedarf der politischen F\u00f6rderung wie der technologischen Optimierung. So liegen die Stromgestehungskosten aus Importkohle in einem 500-MW-Steinkohlekraftwerk bei rd. 45 Euro\/MWhel, aus G\u00fclle in einer 140-kW-Biogasanlage bei 80 Euro\/MWhel, aus Waldrestholz und Stroh in einem Biomassekraftwerk bei rund 120 Euro\/MWhel. Vergleichsweise gut schneidet die Co-Verbrennung bzw. Co-Vergasung von Waldrestholz und Stroh im Steinkohlekraftwerk ab; hier sind Gestehungskosten zwischen 90 und 100 Euro\/MWhel realisierbar. Sowohl bei den Verbrennungstechnologien als auch bei denen der Vergasung und Verg\u00e4rung w\u00fcnschen sich die Autoren eine verst\u00e4rkte Anwendung der Kraft-W\u00e4rme-Kopplung. <\/p>\n<p>Bei der Stromerzeugung aus biogenen Reststoffen, so die Karlsruher Studie, werden neben der Co-Verbrennung und Co-Vergasung in Steinkohlekraftwerken die gro\u00dfen Biogas- und Kl\u00e4rgasanlagen als erste die Schwelle zur Wettbewerbsf\u00e4higkeit \u00fcberschreiten. &#8221;Volkswirtschaftlich w\u00e4re es zu begr\u00fc\u00dfen&#8221;, so Ludwig Leible, &#8221;wenn auch die Co-Verbrennung von Biomasse in gro\u00dfen Kraftwerken in den Genuss der Einspeiseverg\u00fctung k\u00e4me und das Erneuerbare-Energien-Gesetz entsprechend ge\u00e4ndert w\u00fcrde. Auch sollte bei der anstehenden Novellierung des EEG eine der Stromgewinnung analoge &#8216;W\u00e4rmegutschrift&#8217; f\u00fcr W\u00e4rme aus erneuerbaren Energietr\u00e4gern erwogen werden.&#8221; <\/p>\n<p>Die von einer vermehrten Nutzung biogener Rest- und Abfallstoffe ausgehenden Besch\u00e4ftigungsimpulse sind gegen\u00fcber den erzielbaren CO<sub>2<\/sub>-Minderungseffekten nicht mehr als eine positive Begleiterscheinung. Zwar errechnet die Karlsruher Studie die Zahl von rund 40.000 gesicherten bzw. neu geschaffenen Arbeitspl\u00e4tzen f\u00fcr den Fall, dass die H\u00e4lfte der verf\u00fcgbaren Reststoffe bereitgestellt und energetisch genutzt wird. Dieser Wert relativiert sich jedoch, wenn man ber\u00fccksichtigt, dass in der Land- und Forstwirtschaft derzeit knapp 1 Mio. Personen t\u00e4tig sind und es dar\u00fcber hinaus sicherlich kosteng\u00fcnstigere Ma\u00dfnahmen zur Besch\u00e4ftigungsf\u00f6rderung im l\u00e4ndlichen Raum gibt. <\/p>\n<p>Das Forschungszentrum Karlsruhe ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, die mit ihren 15 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 2,1 Milliarden Euro die gr\u00f6\u00dfte Wissenschaftsorganisation Deutschlands ist. Die insgesamt 24.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Helmholtz-Gemeinschaft forschen in den Bereichen Struktur der Materie, Erde und Umwelt, Verkehr und Weltraum, Gesundheit, Energie sowie Schl\u00fcsseltechnologien. <\/p>\n<p>*Die Studie ist auch online verf\u00fcgbar beim <a href=\"http:\/\/www.itas.fzk.de\/deu\/news\/2003\/18.htm\" >Forschungszentrum Karlsruhe &#8211; Institut f\u00fcr Technikfolgenabsch\u00e4tzung und Systemanalyse (ITAS)<\/a><\/p>\n<p>(Vgl. Meldungen vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/biomasse-nutzung-zur-zeit-noch-oekonomisch-schwierig\/\" >2002-08-16<\/a> und <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/forschungszentrum-karlsruhe-nutzung-von-biomasse-koennte-bis-zu-10-prozent-des-primaerenergiebedarfs-decken\/\" >2002-08-12<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Karlsruhe, 28.08.2003 &#8211; Eine im Auftrag des Bundesministeriums f&uuml;r Verbraucherschutz, Ern&auml;hrung und Landwirtschaft durchgef&uuml;hrte und jetzt ver&ouml;ffentlichte Untersuchung* des Forschungszentrums Karlsruhe bescheinigt biogenen Rest- und<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[],"class_list":["post-6377","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6377","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6377"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6377\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6377"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6377"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6377"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=6377"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}