{"id":6341,"date":"2003-09-12T00:00:00","date_gmt":"2003-09-11T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20030912-03n"},"modified":"2003-09-12T00:00:00","modified_gmt":"2003-09-11T22:00:00","slug":"agrarreform-gefaehrdet-staerkekartoffelanbau-in-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/agrarreform-gefaehrdet-staerkekartoffelanbau-in-deutschland\/","title":{"rendered":"Agrarreform gef\u00e4hrdet St\u00e4rkekartoffelanbau in Deutschland"},"content":{"rendered":"<p>Der Bundesverband der St\u00e4rkekartoffelerzeuger e. V. (BVS) hat mit Vertretern der Bundes- und L\u00e4nderministerien in Gol\u00dfen \u00fcber die Zukunft des deutschen St\u00e4rkekartoffelanbaus beraten. Bei der Besichtigung der komplett renovierten St\u00e4rkefabrik der Emsland-St\u00e4rke wurde die Bedeutung der Kartoffelst\u00e4rkeverarbeitung f\u00fcr das strukturschwache Gebiet der Niederlausitz deutlich. Im Werk Gol\u00dfen werden auf der Basis der gewonnenen Kartoffelst\u00e4rke hochwertige Grundstoffe f\u00fcr die Papierindustrie hergestellt, die weltweit in mehr als 30 L\u00e4nder verkauft werden. Auch ist die St\u00e4rkefabrik ein bedeutender Arbeitgeber der Region. <\/p>\n<p>Obwohl in der laufenden Verarbeitungskampagne erfreulich hohe St\u00e4rkegehalte und geringe Tarawerte gemessen werden, hat die Sommertrockenheit dramatische Auswirkungen auf die Anlieferungen an die St\u00e4rkefabriken. Die Mitglieder des BVS erwarten mit bundesweit nur 70 bis 75 Prozent die niedrigste Vertragserf\u00fcllung seit Gedenken. W\u00e4hrend sich die Minderertr\u00e4ge auf Beregnungsstandorten in Grenzen halten, verzeichnen leichte B\u00f6den ohne zus\u00e4tzliche Wasserzufuhr schwerste Ertragseinbu\u00dfen. <\/p>\n<p>Bei den Diskussionen zwischen den St\u00e4rkekartoffelerzeugern und den Vertretern der Politik zeigte sich allerdings deutlich, dass die aktuellen \u00dcberlegungen zur Umsetzung der Luxemburger Beschl\u00fcsse zur Agrarreform die St\u00e4rkekartoffelerzeuger noch schwerer belasten als die Auswirkungen der D\u00fcrre. <\/p>\n<p>Ob die St\u00e4rkekartoffelerzeugung zuk\u00fcnftig gegen\u00fcber anderen Ackerkulturen noch wettbewerbsf\u00e4hig sein werde und ob die St\u00e4rkefabriken in Deutschland eine Zukunftsperspektive h\u00e4tten, werde entscheidend von der nationalen Ausgestaltung der GAP-Reform abh\u00e4ngen, so der BVS-Vorsitzende Werner Hilse. <\/p>\n<p>In einer Stellungnahme zur Umsetzung der GAP-Reform in Deutschland spricht sich der BVS bei der Entkopplung entschieden f\u00fcr die Anwendung des Standardmodells der betriebsindividuellen Pr\u00e4mienermittlung und gegen die Bildung regionaler Durchschnitte aus, das hei\u00dft die entkoppelten Beihilfen m\u00fcssten weiterhin den St\u00e4rkekartoffelerzeugern zukommen. Nur so k\u00f6nne gew\u00e4hrleistet werden, dass Investitionen in Anteile und\/oder Liefervertr\u00e4ge, Technik und Geb\u00e4ude sich amortisierten. Die aus dem Regionalisierungsmodell resultierende Umverteilung zu Lasten der St\u00e4rkekartoffelerzeuger werde ebenso abgelehnt wie die damit zwangsweise verbundene Einbeziehung in die Verpflichtung zur pauschalen Fl\u00e4chenstillegung. <\/p>\n<p>Sollte es dennoch zu einer Entscheidung f\u00fcr regionale Einheitspr\u00e4mien in Deutschland kommen, dann sei der Sektor St\u00e4rkekartoffeln davon auszunehmen und die entkoppelten Zahlungen seien betriebsindividuell zu gew\u00e4hren. Dies w\u00fcrde auch dem Umstand Rechnung tragen, dass etwa 13 Prozent der bundesdeutschen St\u00e4rkekartoffeln in den Niederlanden verarbeitet werden. Wegen der grenz\u00fcberschreitenden Anbaugebiete seien unterschiedliche Umsetzungen der GAP-Reform in Deutschland und den Niederlanden und damit einhergehende Wettbewerbsverzerrungen unbedingt zu vermeiden. <\/p>\n<p>Weiterhin betonte der BVS, dass L\u00f6sungen f\u00fcr die Wachstumsbetriebe zu finden seien, die in den letzten Jahren Lieferrechte erworben h\u00e4tten und nicht \u00fcber entsprechende Pr\u00e4mienrechte aus dem Referenzzeitraum 2000 bis 2002 verf\u00fcgten. <\/p>\n<p>Mit diesen Vorschl\u00e4gen verfolge der BVS das Ziel, einen wettbewerbsf\u00e4higen St\u00e4rkekartoffelanbau in Deutschland zu sichern und damit auch den Fortbestand des vor- und nachgelagerten Bereichs von der Pflanzenz\u00fcchtung bis zur St\u00e4rke verarbeitenden Industrie zu gew\u00e4hrleisten. <\/p>\n<p><b>Ansprechpartner:<\/b> <br \/>Pressestelle Deutscher Bauernverband <br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:presse@bauernverband.de\">presse@bauernverband.de<\/a><\/p>\n<p>(Vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/bdp-bundeskartellamt-stimmt-sonderregelungen-fuer-wirtschaftskartoffeln-zu\/\" >2003-09-11<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Bundesverband der St&auml;rkekartoffelerzeuger e. V. (BVS) hat mit Vertretern der Bundes- und L&auml;nderministerien in Gol&szlig;en &uuml;ber die Zukunft des deutschen St&auml;rkekartoffelanbaus beraten. 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