{"id":63346,"date":"2019-05-20T07:32:30","date_gmt":"2019-05-20T05:32:30","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=63346"},"modified":"2019-05-15T15:09:44","modified_gmt":"2019-05-15T13:09:44","slug":"wenn-aus-staerke-klebstoff-wird","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wenn-aus-staerke-klebstoff-wird\/","title":{"rendered":"Wenn aus St\u00e4rke Klebstoff wird"},"content":{"rendered":"<p><strong>K\u00fcrzlich wurde ein neues Forschungsprojekt des <a href=\"https:\/\/www.ecoplus.at\/interessiert-an\/cluster-kooperationen\/kunststoff-cluster\/\" target=\"_blank\">Kunststoff-Cluster<\/a> in Nieder\u00f6sterreich gestartet, das den Bereich der Industrieklebstoffe grundlegend ver\u00e4ndern k\u00f6nnte: Konkret soll ein Prozess entwickelt werden, um aus Kartoffel-, Mais- oder auch Weizenst\u00e4rke biobasierte, umweltfreundliche Klebstoffe zu erzeugen, die zum Beispiel im Baubereich oder auch bei der Spanplattenproduktion Verwendung finden. Das Projekt wird im Rahmen des Nieder\u00f6sterreichischen FTI-Programms gef\u00f6rdert.<\/strong><\/p>\n<p>\u201eIm FTI-Themenfeld \u201aNachwachsende Rohstoffe\u2018 legen wir den Fokus auf die Entwicklung innovativer Einsatzm\u00f6glichkeiten dieser sogenannten \u201aNAWAROS\u2018 f\u00fcr die Wirtschaft. Im Kooperationsprojekt BioSet wird hier in einem zukunftstr\u00e4chtigen und spannenden Bereich wichtige Grundlagenforschung betrieben\u201c, sind sich Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Wirtschafts- und Technologielandesr\u00e4tin Petra Bohuslav einig.<\/p>\n<h3>Projekt BioSet \u2013 sinnvolle &amp; gewinnbringende Investition in die Zukunft<\/h3>\n<p>\u201eAls traditionelles Agrar- und Waldland kann Nieder\u00f6sterreich in diesem Bereich eine Vorreiterrolle \u00fcbernehmen. Wir haben sowohl die Rohstoffe als auch die notwendige Infrastruktur f\u00fcr die Verarbeitung. Die Unterst\u00fctzung der Forschungsaktivit\u00e4ten im Projekt BioSet ist daher eine sinnvolle und gewinnbringende Investition in die Zukunft\u201c, erl\u00e4utert Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner.<\/p>\n<p>Projektpartner sind auf Forschungsseite das IFA Tulln, das Kompetenzzentrum Holz (Wood K plus) und die TU Wien. \u201eWeiters arbeiten mit Metadynea, Murexin und der Agrana drei nieder\u00f6sterreichische Leitbetriebe aktiv am Projekt mit. Hier zeigt sich die Bedeutung des Themas und das wirtschaftliche Potenzial. Dass Grundlagenforschung wie diese hier bei uns in Nieder\u00f6sterreich betrieben wird, best\u00e4tigt, dass unser Bundesland ein F&amp;E-Standort internationalen Formats ist\u201c, so Wirtschafts- und Technologielandesr\u00e4tin Petra Bohuslav.<\/p>\n<p>Im Mittelpunkt von BioSet, das vom IFA Tulln (Prof. Georg G\u00fcbitz) koordiniert wird, steht die mechanistische Untersuchungen zur enzymatischen Oxidation von St\u00e4rke und Lignin als Basis f\u00fcr neue biobasierter Klebstoffe. Eine Schl\u00fcsselrolle nimmt der Rohstoff St\u00e4rke ein. \u201eSt\u00e4rke ist sicherlich einer der bedeutendsten, attraktivsten und am besten geeigneten nachwachsenden Rohstoffen f\u00fcr eine biobasierte Wertsch\u00f6pfung\u201c, so Martin Kozich, der bei Agrana Research &amp; Innovation Center GmbH in Tulln den Bereich St\u00e4rke f\u00fcr technische Anwendungen leitet. \u201eUnsere St\u00e4rken werden bereits in vielen Anwendungen als Klebstoff eingesetzt. Dabei setzen wir massiv auf nachhaltige und umweltschonende Veredelungsprozesse, daher ist das Projekt BioSet f\u00fcr uns auch so attraktiv\u201c.<\/p>\n<p>Im Rahmen des Projekts sollen mit Hilfe von Enzymen ein Prozess entwickelt werden, der die St\u00e4rke f\u00fcr weitere Anwendungsfelder in der Klebstoffindustrie erschlie\u00dft. Eine m\u00f6gliche Anwendung bringt der nieder\u00f6sterreichische Leitbetrieb Metadynea mit Sitz in Krems in das Projekt ein. Wolfgang Kantner, Leiter der F&amp;E-Abteilung von Metadynea Krems: \u201eAm Standort Krems legen wir seit vielen Jahren ein erh\u00f6htes Augenmerk auf niedrige Formaldehyd-Emissionen aus Produkten, die mit unseren Harz- und Leimsystemen hergestellt werden. So k\u00f6nnen wir die Emissionen bereits jetzt auf das Niveau von Naturholz reduzieren. Dar\u00fcber hinaus sind formaldehydfreie Harz- und Leimsysteme, vor allem wenn sie aus nachwachsenden Rohstoffen sind, aufgrund ihrer Nachhaltigkeit von besonderer Bedeutung f\u00fcr uns.\u201c<\/p>\n<h3>Standort Tulln \u2013 Hotspot f\u00fcr biobasierte Alternativen f\u00fcr Klebstoffe<\/h3>\n<p>So k\u00f6nnten modifizierte St\u00e4rken eventuell Holzleime in Spanplatten zu ersetzen und damit ein vollst\u00e4ndig biobasiertes Produkt erm\u00f6glichen. Am ecoplus Technopol Tulln, genauer gesagt am Kompetenzzentrum Holz, forscht Hendrikus van Herwijnen seit einigen Jahren an biobasierten Alternativen f\u00fcr Klebstoffe. \u201eKlebstoffe sind auch Kunststoffe\u201c, sagt der Leiter des Bereichs neue Klebstofftechnologien, \u201eund sie sind in ihren Produktionsmengen nicht zu untersch\u00e4tzen. Mit einem vollst\u00e4ndig biobasierten Holzverbundbauteil kann das Land Nieder\u00f6sterreich sowohl die nachwachsenden Ressourcen aus der Land- als auch aus der Forstwirtschaft nutzen.\u201c<\/p>\n<p>Ein weiteres Anwendungsfeld bringt der Nieder\u00f6sterreichische Leitbetrieb Murexin mit Sitz in Wiener Neustadt in das Projekt ein. Murexin ist bei Spezialklebstoffen f\u00fcr den Baubereich einer der Marktf\u00fchrer in Mittel- und Osteuropa. Rudolf Jedlicka, F&amp;E Leiter bei Murexin meint dazu: \u201eIm Baubereich sind die Anforderungsprofile f\u00fcr Klebstoffe in unterschiedlichsten Anwendungen sehr vielf\u00e4ltig. Daher k\u00f6nnte speziell die Kombination von St\u00e4rke mit Lignin f\u00fcr einige wesentliche Klebeanwendungen die Chance bieten zuk\u00fcnftig NAWAROS aus heimischen Quellen einzusetzen.\u201c<\/p>\n<p>Zentrum der Forschungsarbeit wird der ecoplus Technopolstandort in Tulln sein. Am <a href=\"https:\/\/www.ecoplus.at\/interessiert-an\/technopole\/technopol-wiener-neustadt\/\" target=\"_blank\">Technopol Tulln<\/a> besch\u00e4ftigen sich rund 1.000 Forscherinnen und Forscher mit den Themen nat\u00fcrliche Ressourcen und biobasierte Technologien. \u201cIm Forschungsprojekt BioSet ist die enge Vernetzung zwischen unseren Technopolen und den ecoplus Clustern ein wichtiger Erfolgsfaktor. Hier best\u00e4tigt sich einmal mehr der Cluster-Leitspruch \u201aInnovation durch Kooperation\u2018\u201c, freut sich ecoplus Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Helmut Miernicki.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>K\u00fcrzlich wurde ein neues Forschungsprojekt des Kunststoff-Cluster in Nieder\u00f6sterreich gestartet, das den Bereich der Industrieklebstoffe grundlegend ver\u00e4ndern k\u00f6nnte: Konkret soll ein Prozess entwickelt werden, um aus Kartoffel-, Mais- oder auch Weizenst\u00e4rke biobasierte, umweltfreundliche Klebstoffe zu erzeugen, die zum Beispiel im Baubereich oder auch bei der Spanplattenproduktion Verwendung finden. 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