{"id":6334,"date":"2003-09-15T00:00:00","date_gmt":"2003-09-14T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20030915-02n"},"modified":"2003-09-15T00:00:00","modified_gmt":"2003-09-14T22:00:00","slug":"experten-fordern-freigabe-von-cannabis-zu-medizinischen-zwecken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/experten-fordern-freigabe-von-cannabis-zu-medizinischen-zwecken\/","title":{"rendered":"Experten fordern Freigabe von Cannabis zu medizinischen Zwecken"},"content":{"rendered":"<p>K\u00f6ln (dpa) &#8211; Internationale Experten haben sich f\u00fcr die Freigabe von Cannabis zu rein medizinischen Zwecken ausgesprochen. Seit 1998 sei in Deutschland lediglich der Cannabis-Wirkstoff Dronabinol verschreibungsf\u00e4hig, sagte der Berliner Forscher Martin Schnelle zum Start der zweit\u00e4gigen &#8220;Internationalen Konferenz zu Cannabinoiden in der Medizin&#8221; am Freitag in K\u00f6ln. &#8220;Damit ist das therapeutische Potenzial von Cannabis bei weitem nicht ausgesch\u00f6pft.&#8221; Das Bundesgesundheitsministerium solle weitere Cannabis-Wirkstoffe verschreibungsf\u00e4hig machen. <\/p>\n<p>Auch die Selbstmedikation von Patienten &#8211; etwa mit Cannabiskraut (Marihuana) oder Cannabisharz (Haschisch) &#8211; solle straffrei gestellt werden, um diese Menschen nicht weiter zu kriminalisieren, forderte Schnelle. Dazu solle auch der illegale Hanf-Eigenanbau geh\u00f6ren. Bedingung f\u00fcr eine straffreie Selbstmedikation m\u00fcsse sein, dass ein Arzt diese als &#8220;medizinisch sinnvoll&#8221; empfehle. <\/p>\n<p>Es geht uns nicht um eine generelle Legalisierung von Cannabis, sondern um den rein medizinisch-therapeutischen Nutzen&#8221;, betonte Schnelle, der am Berliner Institut f\u00fcr onkologische und immunologische Forschung arbeitet. In Mannheim war vor einigen Monaten ein an Multipler Sklerose erkrankter Mann vom Amtsgericht freigesprochen worden. Er hatte zur Schmerzlinderung verbotene gr\u00f6\u00dfere Mengen an Haschisch und Marihuana besessen. <\/p>\n<p>Dronabinol wird nach Angaben des Kongresses bei einer Vielzahl von Erkrankungen eingesetzt. Dazu geh\u00f6ren vor allem chronische Schmerzen, Nervenerkrankungen sowie Appetitlosigkeit bei Aids, Krebs oder Hepatitis (Leberentz\u00fcndung). In Deutschland ist der Wirkstoff als Kapsel oder in Tropfenform erh\u00e4ltlich, die Krankenkassen sind jedoch nicht zur Kosten\u00fcbernahme verpflichtet, hie\u00df es bei dem Kongress. Dort stellten internationale Experten neue Ergebnisse zur medizinischen Verwendung von Cannabis vor. <\/p>\n<p>Der britische An\u00e4sthesist William Notcutt pr\u00e4sentierte ein Cannabis-Spray, das in Gro\u00dfbritannien voraussichtlich 2004 auf den Markt kommen werde. Nach drei Jahren klinischer Studien mit mehr als 500 Patienten habe sich das Spray bereits nach 20 bis 40 Minuten als deutlich schmerzlindernd erwiesen. Zum Teil h\u00e4tten bereits erfolglos &#8220;aus-therapierte&#8221; chronische Schmerzpatienten wieder ihren Beruf aufnehmen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><b>Nat\u00fcrliches Cannabis als Medizin in fast allen L\u00e4ndern verboten<\/b> <br \/>Die medizinische Verwendung nat\u00fcrlicher Cannabis- Produkte, wie zum Beispiel Haschisch, ist in fast allen L\u00e4ndern der Welt verboten. Eine Ausnahme bildet Kanada, wie die Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin (ACM\/K\u00f6ln) am Freitag in K\u00f6ln am Rande eines internationalen Fachkongresses berichtete. In einigen L\u00e4ndern, darunter auch in \u00d6sterreich und in Deutschland, darf der Cannabis-Inhaltsstoff Dronabinol (auch als Delta-9-THC bezeichnet) vom Arzt verschrieben werden. In Deutschland gibt es zwei Firmen, die diesen Wirkstoff aus Faserhanf f\u00fcr Apotheken synthetisch herstellen. Die Apotheker bereiten daraus krampfl\u00f6sende und schmerzd\u00e4mpfende Kapseln oder Tropfen zu. Die Krankenkassen sind nicht zur Kosten-\u00dbbernahme verpflichtet. <\/p>\n<p>In den Niederlanden, wo Marihuana (Cannabiskraut) legal etwa in Coffee-Shops erh\u00e4ltlich ist, verkauft die Regierung seit 1. September 2003 medizinisches Marihuana an Apotheken. Die schweizerische Regierung plant nach ACM-Angaben eine Gesetzes\u00e4nderung, die den Konsum von Cannabis legalisieren soll und damit auch die medizinischen Anwendungsm\u00f6glichkeiten verbessern w\u00fcrde. Das weltweit einzige Dronabinol-Fertigpr\u00e4parat ist das in den USA zugelassene Marinol. Das synthetisch hergestellte Mittel ist in Apotheken erh\u00e4ltlich.<\/p>\n<p><b>Weitere Infos zu Cannabis als Medizin bei der:<\/b><br \/><a href=\"http:\/\/www.cannabis-med.org\/\" >IACM<\/a>-(Internationale Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin e.V.) und <a href=\"http:\/\/www.dmsg.de\/index.php?kategorie=forschung&#038;cnr=31&#038;anr=627\" >Multiple Sklerose Gesellschaft: Cannabis als Medizin<\/a><\/p>\n<p>(Vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/cannabis-als-schmerzmittel\/\" >2003-08-22<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>K&ouml;ln (dpa) &#8211; Internationale Experten haben sich f&uuml;r die Freigabe von Cannabis zu rein medizinischen Zwecken ausgesprochen. 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