{"id":6330,"date":"2003-09-16T00:00:00","date_gmt":"2003-09-15T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20030916-03n"},"modified":"2003-09-16T00:00:00","modified_gmt":"2003-09-15T22:00:00","slug":"kraftstoff-aus-biomasse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/kraftstoff-aus-biomasse\/","title":{"rendered":"Kraftstoff aus Biomasse"},"content":{"rendered":"<p><b>Die Nutzung von Biomasse als einzige erneuerbare Kohlenstoffquelle zur Herstellung organischer Chemikalien und hochreiner Kraftstoffe ist eine der wesentlichen globalen technischen Herausforderungen der n\u00e4chsten Jahrzehnte. Sie scheitert bisher daran, dass Biomasse auf gro\u00dfen Fl\u00e4chen verteilt anf\u00e4llt und wegen der langen Transportwege wirtschaftlich nicht zu verwerten ist. Ein im <a href=\"http:\/\/www.fzk.de\/\" >Forschungszentrum Karlsruhe<\/a> entwickeltes zweistufiges Verfahrenskonzept l\u00f6st dieses Problem. Nachdem letztes Jahr das Konzept erfolgreich verifiziert wurde, konnte das Verfahren nun apparativ weiterentwickelt werden.<\/b> <\/p>\n<p>Schon vor der allm\u00e4hlichen Ersch\u00f6pfung der billigen fossilen Brennstoffe im Laufe dieses Jahrhunderts stellt die Nutzung biogener Rest- und Abfallstoffe als Ersatz eine technische Herausforderung dar. Um diese Aufgabe rechtzeitig zu l\u00f6sen, betreibt das Forschungszentrum Karlsruhe Vorsorgeforschung zur Pr\u00fcfung industrieller Anwendungsm\u00f6glichkeiten. Von einer international besetzten Kommission, die die Forschungsarbeiten der Helmholtz-Gemeinschaft im Forschungsbereich Umwelt evaluierte, wurde den Arbeiten eine weltweite Spitzenstellung bescheinigt. <\/p>\n<p>Bei dem im Forschungszentrum Karlsruhe entwickelten zweistufigen Verfahren konzentriert man sich auf den h\u00e4ufigsten Biomassetyp, die Lignocellulose wie Holz oder Stroh. Aus diesen Bioreststoffen k\u00f6nnen bis zu 10% des Prim\u00e4renergiebedarfs in Deutschland gedeckt werden (vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/forschungszentrum-karlsruhe-nutzung-von-biomasse-koennte-bis-zu-10-prozent-des-primaerenergiebedarfs-decken\/\" > 2002-08-12<\/a>). In dezentralen Anlagen wird zuerst die trockene und zerkleinerte Lignocellulose durch Schnellpyrolyse (Zersetzung beim schnellen Erhitzen unter Luftausschluss) verfl\u00fcssigt. Entwicklungsarbeiten dazu laufen im Forschungszentrum Karlsruhe. Dabei entsteht ein pumpf\u00e4higer Rohteer-Koks-Slurry, ein Gemisch aus Pyrolyse\u00f6l und \u2013koks, mit einer zehnmal h\u00f6heren Energiedichte als die urspr\u00fcngliche Biomasse, der in Bahnkesselwagen zu einer zentralen Gro\u00dfanlage transportiert werden kann. <\/p>\n<p>In dieser Gro\u00dfanlage wird dann in einem speziellen Flugstrom-Druckvergaser aus dem Slurry ein Synthesegas erzeugt, das nach einer Aufbereitung mit industriellen Verfahren in hochwertige Kraftstoffe und Chemikalien umgewandelt werden kann. Nach der erfolgreichen Verifizierung des Verfahrenskonzeptes r\u00fccken Aspekte wie technische Vereinfachung, Zuverl\u00e4ssigkeit und vor allem Wirtschaftlichkeit in den Vordergrund der Entwicklung. Mit zentralen Gro\u00dfanlagen lassen sich Kraftstoffe wirtschaftlicher herstellen als in vielen Kleinanlagen und nur auf diesem Weg kann die Herstellung von Synthesekraftstoff aus Biomasse gegen\u00fcber versteuerten Kraftstoffen aus Erd\u00f6l konkurrenzf\u00e4hig sein. <\/p>\n<p>&#8220;Die Grund legende technologische Machbarkeit dieses zweistufigen Verfahrens haben wir letztes Jahr demonstriert&#8221;, erkl\u00e4rt Dr. Edmund Henrich, der dieses Projekt im Institut f\u00fcr Technische Chemie, Bereich Chemisch-Physikalische Verfahren, des Forschungszentrums Karlsruhe leitet. &#8220;Aufgrund weiterer Untersuchungen und Analysen zeigt sich, dass das Verfahren deutliche Vorteile gegen\u00fcber vergleichbaren Entwicklungen aufweist und sich eine Weiterentwicklung bis in den technischen Ma\u00dfstab in Richtung Marktreife lohnt.&#8221; Zur Ausarbeitung einer zuverl\u00e4ssigen und wirtschaftlichen Technik wird die Zusammenarbeit zwischen der Firma Future Energy, Freiberg, und dem Forschungszentrum Karlsruhe vertieft. <\/p>\n<p>Das gr\u00f6\u00dfte verfahrenstechnische Problem war die Verarbeitung des Slurries zu einem teerfreien Synthesegas. In Europa gibt es nur eine Pilotanlage bei Future Energy in Freiberg, die den hoch konzentrierten und stark aschehaltigen Slurry in einem Flugstrom-Druckvergaser bei hohem Druck in Synthesegas umwandelt (vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/carbo-v-ein-verfahren-zur-oekonomischen-bereitstellung-von-treibstoff-aus-biomasse\/\" >2003-01-06<\/a>). Dieser Vergaser ist mit einem speziellen K\u00fchlschirm ausger\u00fcstet und kann auch Brennstoffe mit hohen Aschegehalten und wechselnden Ascheschmelzpunkten verarbeiten. Dies trifft besonders auf schnell wachsende landwirtschaftliche Restbiomasse wie Stroh zu. Mit einem bei Future Energy entwickelten Brenner ist es m\u00f6glich, den feststoffhaltigen Slurry direkt mit Sauerstoff zu zerst\u00e4uben und umzusetzen. <\/p>\n<p>(Vgl. Meldungen vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/energiepotenzial-bioraffinerien-deutschland-auf-dem-weg\/\" >2003-07-21<\/a> und <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/vergasung-von-biomasse-nach-dem-verfahren-der-gestuften-reformierung\/\" >2002-09-03<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Die Nutzung von Biomasse als einzige erneuerbare Kohlenstoffquelle zur Herstellung organischer Chemikalien und hochreiner Kraftstoffe ist eine der wesentlichen globalen technischen Herausforderungen der n&auml;chsten Jahrzehnte.<\/b><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[],"class_list":["post-6330","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6330","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6330"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6330\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6330"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6330"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6330"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=6330"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}