{"id":6318,"date":"2003-09-25T00:00:00","date_gmt":"2003-09-24T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20030925-02n"},"modified":"2003-09-25T00:00:00","modified_gmt":"2003-09-24T22:00:00","slug":"tief-greifende-reform-fuer-eu-mittelmeerprodukte-und-zucker","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/tief-greifende-reform-fuer-eu-mittelmeerprodukte-und-zucker\/","title":{"rendered":"Tief greifende Reform f\u00fcr EU-Mittelmeerprodukte und Zucker"},"content":{"rendered":"<p>Stra\u00dfburg (dpa) &#8211; In der Europ\u00e4ischen Union ist die tief greifende Reform der milliardenschweren Agrarbeihilfen nun auch f\u00fcr Zucker, Baumwolle, Tabak und Oliven\u00f6l in Gang gesetzt. Mit dem Ziel, \u00dcberproduktion einzud\u00e4mmen, die Qualit\u00e4t zu verbessern und Wettbewerbsverzerrungen abzubauen, stellte Agrarkommissar Franz Fischler am Dienstag im Stra\u00dfburger Europaparlament seine Vorschl\u00e4ge vor. Die zentrale Idee der Reform ist die so genannte Entkoppelung. Dabei erhalten die Bauern &#8211; unabh\u00e4ngig von der Produktionsmenge &#8211; eine Pr\u00e4mie, die ihre Existenz sichern soll. <\/p>\n<p>Die EU hatte schon im Juni die Subventionen f\u00fcr die Fleisch-, Milch- und Getreidem\u00e4rkte neu ausgerichtet. Damit wendet sich die EU erstmals gegen die Massenproduktion. Sie kommt damit auch Forderungen in der laufenden Welthandelsrunde entgegen. Entwicklungs- und Schwellenl\u00e4nder werfen der EU vor, mit hohen Subventionen ihre Agrar\u00fcbersch\u00fcsse auf die Weltm\u00e4rkte zu werfen und die Preise zu ruinieren. Unter anderem dieser Vorwurf hatte zu einem Scheitern der Verhandlungen der Welthandelsorganisation (WTO) im September im mexikanischen Cancun gef\u00fchrt. <\/p>\n<p>F\u00fcr den Zuckermarkt, auf dem Deutschland der gr\u00f6\u00dfte Produzent ist, legte Fischler zun\u00e4chst drei Optionen vor. Bevor er bis Anfang November einen endg\u00fcltigen Gesetzesvorschlag macht, sollen die EU- Staaten ihre Meinungen dazu abgeben. Der Zuckermarkt ist durch hohe Z\u00f6lle gegen Billigimporte gesch\u00fctzt. Der EU-Preis f\u00fcr eine Tonne Zucker lag in der Vergangenheit zwei bis drei Mal \u00fcber dem Weltmarktpreis. Zudem gibt es in der EU zugeteilte Produktionsh\u00f6chstmengen. Ausfuhren von EU-Zucker werden subventioniert. Fischler erkl\u00e4rte: \u00abDie Zeit ist gekommen, um dar\u00fcber nachzudenken, den EU-Zuckersektor marktorientierter zu machen.\u00bb <\/p>\n<p>Fischler schlug vor, entweder das System unver\u00e4ndert beizubehalten, es v\u00f6llig nach Angebot und Nachfrage auf den internationalen M\u00e4rkten auszurichten oder den EU-Preis schrittweise an den Weltmarktpreis anzugleichen. Eine schrittweise Senkung Richtung Weltmarktpreis k\u00f6nnte die \u00dcbersch\u00fcsse verringern, die Preise f\u00fcr die Verbraucher senken und zu einem besseren Marktgleichgewicht f\u00fchren. Eine v\u00f6llige Liberalisierung d\u00fcrfte nach Einsch\u00e4tzung von Experten zahlreiche Zuckerbauern und auch Teile der verarbeitenden Industrie zur Aufgabe zwingen. Grunds\u00e4tzlich sehen die Optionen der schrittweisen Preisabsenkung und der vollst\u00e4ndigen Liberalisierung einen Ausgleich f\u00fcr die Bauern durch die Entkopplung vor. <\/p>\n<p>Die gesundheitspolitisch umstrittene Beihilfe f\u00fcr Tabak von knapp einer Milliarde Euro soll neu verteilt werden. Fischler will einen Teil die Bauern zur Umstellung auf andere Produkte bewegen. Gesundheitskommissar David Byrne, der in der EU eine massive Anti- Tabak-Kampagne f\u00fchrt, sieht den Vorschlag auf seiner Linie. Mehr als drei Viertel des Tabaks in der EU kommen aus Griechenland und Italien. Auch im S\u00fcdwesten Deutschlands gibt es Pflanzer. Ebenso l\u00e4sst sich Fischler beim f\u00fcr die Mittelmeerl\u00e4nder Spanien, Italien, Griechenland, Portugal und Frankreich wichtigen Olivenanbau von der Idee der Entkopplung leiten. 60 Prozent der j\u00e4hrlich etwa 2,5 Milliarden Euro Beihilfen sollen k\u00fcnftig unabh\u00e4ngig von Produktionsmengen gezahlt werden. Die EU ist gr\u00f6\u00dfte Oliven\u00f6l- Produzent der Welt. <\/p>\n<p>Baumwolle wird in der EU fast ausschlie\u00dflich in Griechenland angebaut. Daf\u00fcr stehen j\u00e4hrlich etwa 900 Millionen Euro an Pr\u00e4mien bereit, von denen ebenfalls 60 Prozent entkoppelt und der Rest abh\u00e4ngig von der Produktionsmenge gezahlt werden sollen. Die EU importiert weltweit am meisten Baumwolle.<\/p>\n<p>(Vgl. Meldungen vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/sonnleitner-zur-reform-der-zuckermarktordnung\/\" >2003-09-24<\/a> und <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wieczorek-zeul-baumwollhilfen-nehmen-afrika-entwicklungschancen\/\" >2003-08-26<\/a> sowie das <a href=\"http:\/\/www.epo.de\/specials\/zuckerdossier.html\" >epo-special<\/a>: &#8220;Zucker: S\u00fc\u00dfes f\u00fcr Konsumenten, bittere Last f\u00fcr die Dritte Welt&#8221;.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stra&szlig;burg (dpa) &#8211; In der Europ&auml;ischen Union ist die tief greifende Reform der milliardenschweren Agrarbeihilfen nun auch f&uuml;r Zucker, Baumwolle, Tabak und Oliven&ouml;l in Gang<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[],"class_list":["post-6318","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6318","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6318"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6318\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6318"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6318"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6318"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=6318"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}