{"id":63125,"date":"2019-05-13T07:32:48","date_gmt":"2019-05-13T05:32:48","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=63125"},"modified":"2019-05-08T13:12:01","modified_gmt":"2019-05-08T11:12:01","slug":"fallbeispiel-nordfranzoesische-region-setzt-auf-biooekonomie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/fallbeispiel-nordfranzoesische-region-setzt-auf-biooekonomie\/","title":{"rendered":"Fallbeispiel: Nordfranz\u00f6sische Region setzt auf Bio\u00f6konomie"},"content":{"rendered":"<p>Im September 2018 hat die Region Hauts-de-France im Norden Frankreichs eine regionale Bi\u00f6konomie-Strategie verabschiedet. Das ehemalige Zuckerr\u00fcben-Anbaugebiet will sich zur F\u00fchrungskraft in diesem neuen Sektor wandeln.<\/p>\n<p>Die Region Hauts-de-France verfolgt aktuell Strategien, die sich in hohem Ma\u00dfe auf die Entwicklung einer starken Bio\u00f6konomie konzentrieren. Herausforderungen der Energiewende, die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung sowie die notwendige Begrenzung der globalen Erw\u00e4rmung geh\u00f6ren zu den Hauptargumenten, die die Region zu diesem Schritt motivieren.<\/p>\n<p>Die Hoffnung: Die Bio\u00f6konomie kann die wirtschaftliche Entwicklung st\u00e4rken, weil sie alle T\u00e4tigkeitsbereiche betrifft, in der Biomasse verarbeitet wird \u2013 Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Lebensmittelproduktion, Chemie.<\/p>\n<p>Niederlande starten Projekt f\u00fcr mehr Biodiversit\u00e4t in der Landwirtschaft<br \/>\nDie niederl\u00e4ndische Regierung hat einen Plan zum Schutz der nat\u00fcrlichen Ressourcen und der Verringerung der negativen Umweltauswirkungen der Landwirtschaft vorgelegt.<\/p>\n<p>Beispiel Ynsect: Das Unternehmen, das Insekten als Futtermittel z\u00fcchtet, hat sich f\u00fcr den Aufbau einer Produktionseinheit f\u00fcr die nordfranz\u00f6sische Stadt Amiens entschieden und will dort fast 100 Arbeitspl\u00e4tze schaffen.<\/p>\n<p>Root Lines Technology, ein Start-up-Unternehmen aus Amiens, stellt derweil therapeutische Proteine auf Basis von R\u00fcben her.<\/p>\n<p>Praktische Arbeitsteilung<\/p>\n<p>Auch etablierte Unternehmen in der Region setzen verst\u00e4rkt auf Innovation. Dies ist beispielsweise der Fall bei Extractis, dem franz\u00f6sischen Marktf\u00fchrer im Bereich der gr\u00fcnen Chemie, der mit Unterst\u00fctzung der Region nun auch eine f\u00fchrende Rolle in Europa \u00fcbernehmen will. Extractis, teilweise aus Mitteln des Europ\u00e4ischen Fonds f\u00fcr regionale Entwicklung (EFRE) finanziert, ist ein technisches Zentrum, das sich auf die Aufspaltung von Biomasse spezialisiert hat. Das Unternehmen entwickelt unter anderem neue Extrakte, Wirk- und Inhaltsstoffe aus Biomasse.<\/p>\n<p>Julienne Allemon, Business Developerin bei Extractis, erkl\u00e4rt: \u201eNehmen wir das Beispiel eines Kosmetikunternehmens, das eine Creme herstellen will, die ein Antioxidationsmittel zur Regenerierung der Haut enth\u00e4lt. Diese Firma wei\u00df, dass ein bestimmtes Blumenpr\u00e4parat daf\u00fcr interessant sein kann. Aus Mangel an Zeit oder Fachwissen beauftragt sie dann uns mit dieser Extraktion. Sie wird uns also X Kilo dieser Blume liefern, und wir finden heraus, wie man das Molek\u00fcl am effektivsten extrahiert.\u201c<\/p>\n<p>Das Unternehmen sei auf Forschung und Entwicklung sowie die direkte Produktion spezialisiert. In Allemons Beispiel hat Extractis bereits herausgefunden, wie man die gew\u00fcnschten Molek\u00fcle extrahiert. Inzwischen verarbeite man mehrere Tonnen Rohstoffe und liefere dem Kunden dann einige Kilo Trockenprodukt.<\/p>\n<p>\u201eIch habe Ihnen das Beispiel des Kosmetiksektors gegeben, aber das Gleiche gilt auch f\u00fcr die Lebensmittelindustrie,\u201c f\u00fcgt sie hinzu. Extractis arbeite inzwischen sowohl f\u00fcr franz\u00f6sische als auch f\u00fcr europ\u00e4ische Kunden.<\/p>\n<p>Europ\u00e4ische Projekte<\/p>\n<p>Seit 2016 arbeitet das Unternehmen dar\u00fcber hinaus an einem Projekt mit 19 europ\u00e4ischen Partnern im Rahmen des Programms European Horizon 2020:\u00a0Das von spanischen Vertretern koordinierte Projekt Saltgae zielt auf die R\u00fcckgewinnung von salzhaltigen Abw\u00e4ssern aus der Agrar- und Lebensmittelindustrie ab.<\/p>\n<p>\u201eWir haben Mittel f\u00fcr die Entsalzung von Abw\u00e4ssern erhalten, weil Mikroalgen unter sehr salzhaltigen Bedingungen \u00fcberleben k\u00f6nnen. Diese werden dann \u201egeerntet\u201c und abgespalten, um zum Beispiel Proteine zu gewinnen,\u201c erkl\u00e4rt Camille Viot, Projektleiterin bei Extractis und promovierte Chemikerin.<\/p>\n<p>Das Unternehmen arbeite sehr eng mit Partnern aus Irland, Portugal, Italien und Spanien zusammen. Diese treffen sich alle drei Monate und kommunizieren regelm\u00e4\u00dfig per Telefon, um ihre Erfahrungen \u2013 und auch R\u00fcckschl\u00e4ge \u2013 auszutauschen, so Viot.<\/p>\n<p>Kommission: Bio\u00f6konomie-Strategien m\u00fcssen ausgeweitet werden<br \/>\nLaut Pl\u00e4nen von EU-Landwirtschaftskommissar Hogan m\u00fcssen die EU-Staaten k\u00fcnftig auch Pl\u00e4ne f\u00fcr die Bio\u00f6konomie in ihre nationalen GAP-Strategiepl\u00e4nen aufnehmen.<\/p>\n<p>Auch auf EU-Ebene soll die Bio\u00f6konomie zu einem Vorzeigeprojekt werden. Vergangenen Oktober k\u00fcndigte die Kommission an, man wolle dieses Jahr 14 \u201ekonkrete Ma\u00dfnahmen\u201c ergreifen, mit denen die EU-Mitgliedstaaten bei der F\u00f6rderung einer starken Bio\u00f6konomie unterst\u00fctzt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u201eIn einer Welt endlicher biologischer Ressourcen und \u00d6kosysteme bedarf es einer Innovationsanstrengung, damit die Versorgung der Bev\u00f6lkerung mit Nahrungsmitteln, sauberem Wasser und Energie gesichert ist,\u201c hei\u00dft es in einer Mitteilung der EU-Kommission vom Oktober.<\/p>\n<p>Weiter prognostiziert die EU-Exekutive: \u201eMit der Bio\u00f6konomie lassen sich aus Algen Kraftstoffe gewinnen, Kunststoffe rezyklieren und Abf\u00e4lle in neue M\u00f6bel oder Kleidung oder industrielle Nebenprodukte in biobasierte D\u00fcnger umwandeln. Sie bietet das Potenzial, bis 2030 eine Million neue, umweltfreundliche Arbeitspl\u00e4tze zu schaffen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im September 2018 hat die Region Hauts-de-France im Norden Frankreichs eine regionale Bi\u00f6konomie-Strategie verabschiedet. Das ehemalige Zuckerr\u00fcben-Anbaugebiet will sich zur F\u00fchrungskraft in diesem neuen Sektor wandeln. Die Region Hauts-de-France verfolgt aktuell Strategien, die sich in hohem Ma\u00dfe auf die Entwicklung einer starken Bio\u00f6konomie konzentrieren. 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