{"id":63089,"date":"2019-05-10T07:35:11","date_gmt":"2019-05-10T05:35:11","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=63089"},"modified":"2021-09-09T21:29:43","modified_gmt":"2021-09-09T19:29:43","slug":"wasserstoff-aus-organisch-belasteter-kloake","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wasserstoff-aus-organisch-belasteter-kloake\/","title":{"rendered":"Wasserstoff aus organisch belasteter Kloake"},"content":{"rendered":"<p>Selbst aus organisch verschmutztem Abwasser l\u00e4sst sich Wasserstoff gewinnen. Der Prozess findet in einem Reaktor statt, in den das Abwasser eingeleitet wird. Bakterien machen sich hier \u00fcber die Abf\u00e4lle her. Dabei erzeugen sie elektrischen Strom, der das Wasser spaltet. Zus\u00e4tzliche Energie kommt aus der Sonne. Es handelt sich demnach um einen Doppelprozess: um Elektrolyse, die von einem fotokatalytischen Prozess unterst\u00fctzt wird. Das Wasserstoffgas perlt aus dem Abwasser heraus, sodass es eingefangen werden kann, <a href=\"https:\/\/pubs.rsc.org\/en\/content\/articlepdf\/2019\/ee\/c8ee03673j\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">wie Forscher der Princeton University herausgefunden haben<\/a>.<\/p>\n<p>Goldgrube f\u00fcr Unternehmen<\/p>\n<p>Das Team um Zhiyong Jason Ren, Professor f\u00fcr Elektro- und Umwelttechnik in Princeton, hat mit den Abw\u00e4ssern einer Brauerei experimentiert. Mithilfe eines Sonnensimulators erreichte er schlie\u00dflich sein Ziel. &#8220;Dieser Prozess erm\u00f6glicht die gleichzeitige Reinigung von Abw\u00e4ssern und die Herstellung von Treibstoffen&#8221;, sagt <a href=\"https:\/\/newscenter.sdsu.edu\/sdsu_newscenter\/news_story.aspx?sid=77563\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Jing Gu<\/a>, Assistenzprofessor f\u00fcr Chemie und Biochemie an der San Diego State University, die ebenfalls am Projekt beteiligt war.<\/p>\n<p>Das neue Umwandlungsverfahren k\u00f6nne beispielsweise von Raffinerie- und Chemieanlagen-Betreibern genutzt werden, die gro\u00dfe Mengen Wasserstoff ben\u00f6tigen. Ein Teil der Abw\u00e4sser enth\u00e4lt organische Abf\u00e4lle, die sich f\u00fcr die neuartige Wasserstoffproduktionstechnik nutzen lassen. Das w\u00e4re f\u00fcr die Unternehmen doppelt attraktiv. Zum einen m\u00fcssten sie weniger Wasserstoff aus fossilen Rohstoffen herstellen, zum anderen ersparten sie sich viel Geld f\u00fcr die klassische Abwasserreinigung.<\/p>\n<p>Erstmals mit echtem Abwasser<\/p>\n<p>&#8220;Es ist eine Win-Win-Situation f\u00fcr die Industrie&#8221;, sagt Lu Lu, der auch zum Team geh\u00f6rt. Es gelang den Forschern, vier Tage lang kontinuierlich Wasserstoff zu erzeugen. Dann war der organische Abfall aufgebraucht. Stolz sind sie darauf, dass dieser Prozess erstmals mit echtem Abwasser gelang. Au\u00dferdem ist die Ausbeute doppelt so hoch wie bei bisherigen fotokatalytischen Prozessen.<\/p>\n<p>Ren h\u00e4lt sein Verfahren f\u00fcr industriell nutzbar. Zwar k\u00f6nne man die Reaktionskammer nicht vergr\u00f6\u00dfern. Doch um gr\u00f6\u00dfere Mengen an Abwasser zu reinigen, k\u00f6nne man beliebig viele nebeneinanderstellen. Der innovative Prozess ben\u00f6tigt auch keine Fremdenergie, sagt der Forscher. Es k\u00f6nne sogar sein, dass die Bilanz am Ende positiv ausfalle.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Selbst aus organisch verschmutztem Abwasser l\u00e4sst sich Wasserstoff gewinnen. Der Prozess findet in einem Reaktor statt, in den das Abwasser eingeleitet wird. Bakterien machen sich hier \u00fcber die Abf\u00e4lle her. Dabei erzeugen sie elektrischen Strom, der das Wasser spaltet. Zus\u00e4tzliche Energie kommt aus der Sonne. 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