{"id":6286,"date":"2003-07-04T00:00:00","date_gmt":"2003-07-03T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20030704-02n"},"modified":"2003-07-04T00:00:00","modified_gmt":"2003-07-03T22:00:00","slug":"autoteile-auf-den-kompost-naturfasern-verdraengen-kunststoffe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/autoteile-auf-den-kompost-naturfasern-verdraengen-kunststoffe\/","title":{"rendered":"Autoteile auf den Kompost: Naturfasern verdr\u00e4ngen Kunststoffe"},"content":{"rendered":"<p>Fasern von Hanf oder Flachs sind en vogue, und das nicht nur in der Modebranche. Auch die Industrie entwickelt neue Produkte aus den nachwachsenden Rohstoffen. Autoteile und Computergeh\u00e4use, die auf dem Kompost entsorgt werden k\u00f6nnen, sind keine Utopie mehr. Seit Techniker Bio-Verbundstoffe auch im Spritzgussverfahren verarbeiten k\u00f6nnen, gibt es einen Entwicklungsschub, der herk\u00f6mmliche Kunststoffen in vielen Bereichen verdr\u00e4ngen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Mit der Kombination aus Pflanzenfasern und nat\u00fcrlichen Harzen lassen sich beliebige Formen herstellen. Denkbar sind Geh\u00e4use von Computern oder B\u00fcrom\u00f6bel. F\u00fcr all diese Produkte gilt: Sie sind nicht nur zum Recycling geeignet, sondern tats\u00e4chlich biologisch abbaubar. Vor allem die Autoindustrie ist an den neuen Werkstoffen interessiert, sollen Autos doch von 2006 an fast vollst\u00e4ndig abbaubar oder wieder verwertbar sein. Die Naturfaserprodukte k\u00f6nnten die herk\u00f6mmlichen Glasfaser verst\u00e4rkten Kunststoffe ersetzen, die die meisten Probleme beim Recycling machen.<\/p>\n<p>Die Fasern werden aus Flachs und Hanf gewonnen, die in Europa heimisch sind. Andere L\u00e4nder bauen auch Jute, Sisal und weitere Faserpflanzen an. Ackerfl\u00e4chen seien in Europa reichlich vorhanden, sagt Hermann Hansen von der <a href=\"http:\/\/www.fnr.de\/\" >Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe<\/a> in G\u00fclzow. &#8220;Allein der momentane Bedarf der Autoindustrie, etwa 25.000 Tonnen Naturfaserprodukte im Jahr, k\u00f6nne auf 12.500 Hektar Ackerland angebaut werden.&#8221;<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich stehen laut Hansen f\u00fcr den Anbau stillgelegte \u00c4cker in der Europ\u00e4ischen Union bereit, immerhin 10 Prozent der Ackerfl\u00e4chen. &#8220;F\u00fcr die Landwirtschaft ergibt sich hier ein neues Produktionsfeld, \u00e4hnlich dem Rapsanbau f\u00fcr Biodiesel, der heute schon auf diesen Fl\u00e4chen zugelassen ist.&#8221;<\/p>\n<p>Vor sechs Jahren bereits folgte die Fahrzeugindustrie dem Boom der Naturfasern, die zuvor insbesondere f\u00fcr D\u00e4mmstoffe beim Bau eingesetzt wurden. Heute setzt sie bei Hutablagen, Innenverkleidungen und Sitzen serienm\u00e4\u00dfig Faserprodukte ein, berichtet Hansen. Technisch betrachtet handelt es sich um Formpressteile: Ein Faservlies wird mit einem Bindemittel in eine Form gepresst. (Vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/daimlerchrysler-nachwachsende-rohstoffe-fuer-2002-erstmalig-als-umweltziel-erklaert\/\" >2002-09-04<\/a>.)<\/p>\n<p>Sollten sich die Naturfaserstoffe auch im Spritzgussverfahren etablieren, steht nach Sch\u00e4tzungen des <a href=\"http:\/\/www.nova-institut.de\/\" >nova Instituts<\/a> in H\u00fcrth zus\u00e4tzlich ein EU-Markt von 60.000 Tonnen allein im Fahrzeugbau offen, der heute mit Produkten aus Glasfaser gedeckt werde. (Vgl. Meldungen vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/nova-studie-naturfasereinsatz-in-verbundwerkstoffen-in-der-automobilindustrie\/\" >2003-02-05<\/a> und <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/nova-konferenzbericht-naturfaser-spritzguss-fuer-verbundwerkstoffe-in-der-automobilindustrie\/\" >2002-10-11<\/a>.)<\/p>\n<p>Die Industrie ist auf zuverl\u00e4ssige Werkstoffe angewiesen. Die neuen Bio-Materialien haben die Entwicklungslabors verlassen und sind auf der Schwelle zum Serieneinsatz. Die meisten dieser Stoffe bestehen aus einem Naturfaser-Polypropylen-Verbund. Verbundstoffe mit Bioharzen auf der Basis von Lein\u00f6lpflanzen werden noch in den Entwicklungsabteilungen erprobt. (Vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/bio-verbundwerkstoffe-sind-reif-fuer-den-automobilen-einsatz\/\" >2002-06-26<\/a>.)<\/p>\n<p>F\u00fcr die boomende Windkraftindustrie entwickelt die Firma Invent aus Braunschweig Rotorbl\u00e4tter, bei denen teilweise Bioverbundstoffe eingesetzt werden. &#8220;Wir testen noch, wie hoch der Anteil der Naturfasern sein darf, um dennoch den hohen Belastungen standzuhalten&#8221;, erkl\u00e4rt Thomas Wurl, Projektleiter bei Invent. Der zwei Meter lange Prototyp kann in Braunschweig schon besichtigt werden. Laut nova Institut hat die Bio-Plastik gute mechanische Eigenschaften und ein niedriges Gewicht. (Vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/windraeder-aus-nachwachsenden-rohstoffen\/\" >2002-01-09<\/a>.)<\/p>\n<p>\u00dcber die k\u00fcnstliche Alterung zum Beispiel mit UV-Strahlung werde die langfristige Belastbarkeit untersucht, erl\u00e4utert Andreas Rimb\u00f6ck, Marketingleiter bei Schuberth Helme. Derzeit teste die Firma in Braunschweig einen Industrie-Schutzhelm, den sie zusammen mit der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Luft- und Raumfahrt entwickelt habe. &#8220;Der Helm zeigt erstmals, dass es m\u00f6glich ist, sicherheitsrelevante Teile aus den biologischen Verbundstoffen in Serie herzustellen&#8221;, sagt Rimb\u00f6ck. In wenigen Wochen seien die Sicherheitstests abgeschlossen. Der Helm, der auch hitzebest\u00e4ndig sei, solle Anfang 2004 auf den Markt kommen. (Vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/innovationspreis-fuer-schutzhelme-aus-flachs-und-hanf\/\" >2000-11-15<\/a>.)<\/p>\n<p>(Vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/naturverbund-im-autofond\/\" >2003-04-15<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fasern von Hanf oder Flachs sind en vogue, und das nicht nur in der Modebranche. 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