{"id":62723,"date":"2019-05-02T07:23:39","date_gmt":"2019-05-02T05:23:39","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=62723"},"modified":"2021-09-09T21:30:03","modified_gmt":"2021-09-09T19:30:03","slug":"power-to-liquid-anlage-im-industriellen-massstab-geplant","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/power-to-liquid-anlage-im-industriellen-massstab-geplant\/","title":{"rendered":"Power to Liquid Anlage im industriellen Ma\u00dfstab geplant"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_62724\" aria-describedby=\"caption-attachment-62724\" style=\"width: 280px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/intranet.tuhh.de\/editor\/img\/20190412image003_mid.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-62724 size-full\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/20190412image003_rs.jpg\" alt=\"20190412image003_rs\" width=\"280\" height=\"187\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-62724\" class=\"wp-caption-text\">Foto: BP Europa SE<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Ein F\u00f6rderantrag zum Bau einer industriellen Demonstrationsanlage und gemeinsame Forschung \u2013 darauf haben sich heute namhafte Partner im Rahmen einer Absichtserkl\u00e4rung unter dem Titel GreenPower2Jet (GP2J) verst\u00e4ndigt. Ziel des Projektes ist es, nach einem erfolgreichen Pre-Engineering, eine industrielle Power to Liquid-Anlage (PtL) zu bauen, die vor allem nachhaltige synthetische Kohlenwasserstoffe liefert, um gr\u00fcne, klimaneutrale Flugkraftstoffe zu produzieren. Die Technische Universit\u00e4t Hamburg (TUHH), Airbus, BP mit BP Lingen und Air BP, das Deutsche Zentrum f\u00fcr Luft- und Raumfahrt, Dow und Hoyer Logistik beteiligen sich damit an dem vom Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) ausgeschriebenen \u201eIdeenwettbewerb Reallabore der Energiewende\u201c.<\/strong><\/p>\n<p>Der Verkehrssektor steht vor der gro\u00dfen Aufgabe, die Treibhausgasemissionen in den kommenden Jahren deutlich zu reduzieren, um so die Pariser Klimaziele zu erreichen. Hierzu muss die Energie-Effizienz weiter erh\u00f6ht werden, um zu einem geringeren Energieverbrauch f\u00fcr den Transportsektor zu gelangen. Ein Schl\u00fcssel zum Erfolg der Mobilit\u00e4t von morgen k\u00f6nnen unter anderem elektrische Antriebsformen im Stra\u00dfenverkehr wie beispielsweise Elektroautos oder E-Scooter sein, sofern diese mit erneuerbarer Energie betrieben werden. Im Flugverkehr lassen sich Triebwerke und Kerosin jedoch nicht so einfach durch Elektromotoren und Batterien ersetzen.<\/p>\n<p>\u201eDas liegt daran, weil alternative Antriebe fehlen und die Energiedichte von Batterien weit von der des Kerosins entfernt ist\u201c, sagt Siegfried Knecht, Vorstandsvorsitzender der Luftfahrtinitiative aireg. Daher sind die Fluggesellschaften auf Erd\u00f6l-basierten Flugtreibstoff angewiesen mit dem Nachteil der damit verbundenen Treibhausgasemissionen. Doch gerade der Flugverkehr wird k\u00fcnftig weiter deutlich wachsen, laut der Prognose des Branchenverbandes IATA mit ca. 3,5 Prozent pro Jahr weltweit f\u00fcr die n\u00e4chsten Jahrzehnte.<\/p>\n<p>Deshalb steht die Produktion von nachhaltigen Flugtreibstoffen im Fokus des aktuellen Engagements des GP2J-Konsortiums. Damit die Treibhausgasemissionen in der Luftfahrt nachhaltig und massiv reduziert werden k\u00f6nnen \u2013 trotz des vorhersehbaren Wachstums \u2013 muss es Projekte wie GP2J geben, um Kerosin auf Basis der PtL-Technik breit in den Markt einzuf\u00fchren. Dabei beschreibt PtL (Power-to-Liquid) unterschiedliche technische Prozesse, die die nachhaltige Herstellung fl\u00fcssiger Kraftstoffe zum Ziel haben. Das geschieht durch den Einsatz von \u201egr\u00fcner\u201c elektrischer Energie, die wesentlich zur Senkung von Treibhausgasemissionen beitr\u00e4gt, da sie aus der Nutzung regenerativer Energiequellen stammt. Im Idealfall kann so klimaneutrales Kerosin produziert werden.<\/p>\n<p>Daher ist Know-how aus unterschiedlichen Bereichen gefragt. Zum Konsortium geh\u00f6ren deshalb neben der TUHH als Projektkoordinator auch Airbus, BP, Air BP, das Deutsche Zentrum f\u00fcr Luft- und Raumfahrt, Dow und Hoyer Logistik sowie als potenzielle Abnehmer f\u00fcr den produzierten Kraftstoff DHL, easyJet, unterst\u00fctzt durch den Flughafen Hamburg, GDH Transport und Containerlogistik und die Flotte Hamburg. Geplant ist, die Projektidee \u00fcber eine F\u00f6rderdauer von f\u00fcnf Jahren zu verwirklichen.<\/p>\n<p>In einem ersten Schritt und nach einer 6-monatigen Pre-Engineering-Phase kann im Einvernehmen der Partner bis ca. 2021\/22 eine industrielle PtL-Anlage auf Basis der sogenannten Fischer-Tropsch Synthese beim Material-Science-Unternehmen Dow in Stade entstehen. Die dort produzierten synthetischen Kohlenwasserstoffe sollen als Grundlage f\u00fcr die weitere Produktion an die BP Raffinerie Lingen geliefert, die eine Aufbereitung durchf\u00fchrt und daraus gr\u00fcnen, klimaneutralen Flugkraftstoff produziert. Geplant ist, diesen Treibstoff am Hamburger Flughafen auf regelm\u00e4\u00dfig geflogenen Strecken und f\u00fcr die Erstbetankung von Airbus-Flugzeugen in Hamburg-Finkenwerder zu nutzen. Zus\u00e4tzlich wird aus den verbleibenden Nebenprodukten \u201egr\u00fcner\u201c Diesel erzeugt, der dann im schweren G\u00fcterfernverkehr und auf Schiffen des Hamburger Hafens eingesetzt wird. Nach heutigen Ma\u00dfst\u00e4ben ist keines der Produkte aus dem so erzeugten Portfolio wirtschaftlich herstellbar und daher sind regulatorische Anreize und F\u00f6rdermittel notwendig, damit diese f\u00fcr die Erreichung anspruchsvoller THG-Minderungsziele wichtige Technologie weiterentwickelt wird.<\/p>\n<p>Ulf Neuling von der TUHH, der den Projektantrag koordiniert: \u201eDurch dieses Vorhaben kann erstmals eine signifikante Menge an PtL-Produkten in Deutschland erzeugt und verkehrstr\u00e4ger\u00fcbergreifend \u2013 im Luftverkehr, auf dem Wasser und im schweren Stra\u00dfeng\u00fcterverkehr \u2013 genutzt werden.\u201c<\/p>\n<p>Die Experten m\u00f6chten im Rahmen des Reallabors in Erfahrung bringen, inwieweit sich der Einsatz der PtL-Technik wirtschaftlich und \u00f6kologisch optimieren l\u00e4sst bzw. wie die energiewirtschaftlichen Bedingungen sein m\u00fcssten, damit derartige Konzepte tragf\u00e4hig werden.<\/p>\n<p>Auch wenn die finalen Investitionsentscheidungen noch nicht getroffen sind, betreten die Beteiligten mit der Herstellung von PtL-Kraftstoffen kostenintensives und technisch \u00e4u\u00dferst anspruchsvolles Neuland, das zukunftsweisende Innovationen nach Norddeutschland und die Umwelt einen gro\u00dfen Schritt nach vorne bringt.<\/p>\n<p>Airbus ist ein weltweit f\u00fchrendes Unternehmen im Bereich Luft- und Raumfahrt sowie den dazugeh\u00f6rigen Dienstleistungen. Der Umsatz betrug \u20ac 64 Mrd. im Jahr 2018, die Anzahl der Mitarbeiter rund 134.000. Airbus bietet die umfangreichste Verkehrsflugzeugpalette. Das Unternehmen ist europ\u00e4ischer Marktf\u00fchrer bei Tank-, Kampf-, Transport- und Missionsflugzeugen und eines der gr\u00f6\u00dften Raumfahrtunternehmen der Welt. Die zivilen und milit\u00e4rischen Hubschrauber von Airbus zeichnen sich durch hohe Effizienz aus und sind weltweit gefragt.<\/p>\n<p>Die BP Europa SE besch\u00e4ftig in Deutschland rund 4.600 Mitarbeiter und deckt mit rund 30 Millionen Tonnen Mineral\u00f6lprodukten der Marken Aral, BP und Castrol knapp ein Viertel des j\u00e4hrlichen Bedarfs der Bundesrepublik ab. BP betreibt das zweitgr\u00f6\u00dfte Raffineriesystem in Deutschland. Dazu z\u00e4hlen die BP Raffinerien in Lingen sowie die Werke Gelsenkirchen Scholven und Horst.<\/p>\n<p>Das Deutsche Zentrum f\u00fcr Luft- und Raumfahrt (DLR) ist das Forschungszentrum der Bundesrepublik Deutschland f\u00fcr Luft- und Raumfahrt. Seine umfangreichen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten in Luftfahrt, Raumfahrt, Energie, Verkehr, Sicherheit und Digitalisierung sind in nationale und internationale Kooperationen eingebunden. Das DLR-Institut f\u00fcr Verbrennungstechnik am Standort Stuttgart verf\u00fcgt \u00fcber umfassendes Know-how im Bereich der alternativen Brennstoffe: Es entwickelt Technologien und Design-Werkzeuge, um fl\u00fcssige und gasf\u00f6rmige alternative Brennstoffe sauber und effizient nutzen zu k\u00f6nnen. Forschungsschwerpunkte sind unter anderem die technische Analyse und Bewertung von neuartigen Kraftstoffen f\u00fcr Luftfahrt, Raumfahrt, Energie und Verkehr sowie Untersuchungen zur Schadstoffbildung mit besonderem Fokus auf Ru\u00df.<\/p>\n<p>Seit \u00fcber 50 Jahren ist das amerikanische Unternehmen Dow in Deutschland aktiv. Die erste Vertriebsniederlassung wurde im Jahr 1960 in Frankfurt am Main er\u00f6ffnet. Heute besch\u00e4ftigt das Unternehmen rund 3.600 Mitarbeiter an 13 Standorten. Dazu geh\u00f6ren Produktionsanlagen, Vertriebsb\u00fcros sowie Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen. Die gr\u00f6\u00dften Produktionsstandorte liegen in Niedersachsen (Stade) sowie in Sachsen (B\u00f6hlen) und Sachsen-Anhalt (Schkopau). Insgesamt betreibt Dow 38 Produktionsstandorte in 15 L\u00e4ndern in der Region EMEAI (Europa, Mittlerer Osten, Afrika und Indien) und erzielte 2018 in Europa einen Nettoumsatz von 17,4 Milliarden US-Dollar.<\/p>\n<p>Die Unternehmensgruppe Hoyer ist eines der gr\u00f6\u00dften mittelst\u00e4ndischen konzernunabh\u00e4ngigen Unternehmen der Branche in Deutschland. Mehr als 1.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Gruppe sind an den verschiedenen Standorten tagt\u00e4glich damit besch\u00e4ftigt, den immer gr\u00f6\u00dfer werdenden Kreis von inzwischen weit \u00fcber 250.000 Stammkunden mit Mineral\u00f6lprodukten und Fl\u00fcssiggas zu versorgen. Zum Portfolio als Rund-um-Energie-Versorger z\u00e4hlen au\u00dferdem Strom und leitungsgebundenes Erdgas.<\/p>\n<p>Das Institut f\u00fcr Umwelttechnik und Energiewirtschaft (IUE) ist ein Institut im Studiendekanat &#8220;Verfahrenstechnik&#8221; der Technischen Universit\u00e4t Hamburg (TUHH). Es befasst sich schwerpunktm\u00e4\u00dfig mit Fragen der Energie- und Umwelttechnik sowie der Technik-, Umwelt- und Wirtschaftlichkeitsbewertung von Prozessen zur Bereitstellung fossiler und regenerativer Energietr\u00e4ger, bei industriellen und gewerblichen Produktions- sowie bei technikinduzierten Umweltprozessen. Aus diesem Themenfeld resultiert eine Vielzahl an anzuwendenden bzw. zu entwickelnden Methoden und Verfahren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein F\u00f6rderantrag zum Bau einer industriellen Demonstrationsanlage und gemeinsame Forschung \u2013 darauf haben sich heute namhafte Partner im Rahmen einer Absichtserkl\u00e4rung unter dem Titel GreenPower2Jet (GP2J) verst\u00e4ndigt. Ziel des Projektes ist es, nach einem erfolgreichen Pre-Engineering, eine industrielle Power to Liquid-Anlage (PtL) zu bauen, die vor allem nachhaltige synthetische Kohlenwasserstoffe liefert, um gr\u00fcne, klimaneutrale Flugkraftstoffe [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":59,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572,5571],"tags":[14755,12367],"supplier":[155,570,6352,1226,372,15708,1661,26859],"class_list":["post-62723","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","category-co2-based","tag-kerosin","tag-treibstoffe","supplier-airbus","supplier-bp","supplier-bundesministerium-wirtschaft-energie","supplier-deutsches-zentrum-fuer-luft-und-raumfahrt-e-v-dlr","supplier-dow-chemical-company","supplier-hoyer-logistik","supplier-international-air-transport-association-iata","supplier-technische-universitat-hamburg-harburg-tuhh"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62723","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/59"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=62723"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62723\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=62723"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=62723"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=62723"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=62723"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}