{"id":62653,"date":"2019-04-30T07:29:13","date_gmt":"2019-04-30T05:29:13","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=62653"},"modified":"2019-04-25T14:39:14","modified_gmt":"2019-04-25T12:39:14","slug":"biooekonomie-in-der-gap-die-wirtschaft-von-morgen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/biooekonomie-in-der-gap-die-wirtschaft-von-morgen\/","title":{"rendered":"Bio\u00f6konomie in der GAP: Die Wirtschaft von morgen?"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_62655\" aria-describedby=\"caption-attachment-62655\" style=\"width: 507px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-62655\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/14646194301-6e24318fc4-k-1.jpeg\" alt=\"14646194301-6e24318fc4-k-1\" width=\"507\" height=\"338\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2019\/04\/14646194301-6e24318fc4-k-1.jpeg 2048w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2019\/04\/14646194301-6e24318fc4-k-1-300x200.jpeg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2019\/04\/14646194301-6e24318fc4-k-1-1024x683.jpeg 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2019\/04\/14646194301-6e24318fc4-k-1-600x400.jpeg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 507px) 100vw, 507px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-62655\" class=\"wp-caption-text\">Die Bio\u00f6konomie-Strategie k\u00f6nnte j\u00e4hrlich zwischen 1,2 und 1,5 Milliarden Tonnen CO\u00b2 einsparen. (Susanne Nilsson\/Flickr)<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Angesichts drohender Umweltsch\u00e4den durch den Klimawandel, setzen Experten viel Hoffnung in die Bio\u00f6konomie als Zukunftsmodell f\u00fcr die Landwirtschaft. Doch die Frage lautet \u2013 welche Art von\u00a0Bio\u00f6konomie\u00a0 brauchen wir?<\/strong><\/p>\n<p>\u201eDie Bio\u00f6konomie sollte die Grundlage f\u00fcr ein neues Modell f\u00fcr unsere Landwirtschaft sein\u201c, findet Angelique Delahaye, Mitglied des Ausschusses f\u00fcr Umweltfragen, Volksgesundheit und Lebensmittelsicherheit. Die Europaabgeordnete debattierte am 10. April\u00a0bei einem Panel von EURACTIV zusammen mit anderen Experten \u00fcber die\u00a0Bio\u00f6konomie.\u00a0Delahaye nennt ein Beispiel: die Protein-Strategie k\u00f6nnte nicht nur den europ\u00e4ischen Landwirten zus\u00e4tzliches Einkommen verschaffen, sondern sie hilft auch der EU, das derzeitige Proteindefizit zu beseitigen und Unabh\u00e4ngigkeit von genmodifizierten oder importierten Lebensmitteln zu erlangen.<\/p>\n<p>Dabei sei es stets von gro\u00dfer Bedeutung, die Landwirte und die l\u00e4ndlichen Regionen in die Bio\u00f6konomie mit einzubeziehen, aber auch die Nachhaltigkeit auf sozialer, \u00f6kologischer und wirtschaftlicher Ebene zu sichern, f\u00fcgte Mindaugas Maciulevicius, Berichterstatter der Abteilung Landwirtschaft, l\u00e4ndliche Entwicklung und Umwelt des Europ\u00e4ischen Wirtschafts- und Sozialausschusses, hinzu.<\/p>\n<h3>Die lokale und regionale Ebene entscheidend<\/h3>\n<p>Die beiden Schlagw\u00f6rter, die er eindeutig mit der Bio\u00f6konomie verbindet, sind Inklusivit\u00e4t und Nachhaltigkeit, so Maciulevicius weiter. Da die Bio\u00f6konomie ein zeitgem\u00e4\u00dfes Konzept ist, \u00e4u\u00dferte er den Wunsch nach \u201emehr Zusammenarbeit zwischen Regionalregierungen, Landwirten und Wissenschaftlern sowie nach mehr Investitionen in den l\u00e4ndlichen Regionen\u201c. Dabei sei \u201cNachhaltigkeit ein Schl\u00fcsselwort\u201c.<\/p>\n<p>Damit die EU das Potenzial der Bio\u00f6konomie langfristig voll aussch\u00f6pfen kann, ist \u201eKnowlege Sharing [unter den Mitgliedstaaten] entscheidend\u201c im Rahmen der Diskussion um die GAP. Seiner Meinung nach, investiere die EU derzeit zu viel Zeit, M\u00fche und Geld, um den globalen Klimawandel zu bek\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>Die Bio\u00f6konomie k\u00f6nnte im Grunde genommen die L\u00f6sung sein, um Geld damit zu verdienen und gleichzeitig die Priorit\u00e4ten und Strategien der EU zu erf\u00fcllen. \u201eWir sollten den Erfolg [der EU] nachahmen, anstatt nach neuen L\u00f6sungen zu suchen\u201c, meinte Maciulevicius. Vor allem auf lokaler und regionaler Ebene k\u00f6nnte aus seiner Sicht eine innovative Bio\u00f6konomie die Quelle f\u00fcr neue umweltfreundliche Arbeitspl\u00e4tze und umfangreiche Investitionen sein.<\/p>\n<h3>Ressourcen und deren Nutzung kombinieren<\/h3>\n<p>Waldemar K\u00fctt, Leiter des Referats Bio\u00f6konomie-Strategie der Europ\u00e4ischen Kommission, zeigte sich \u00fcberzeugt, dass die eigentliche Frage zun\u00e4chst darin besteht, zu analysieren, wie wir die Bio\u00f6konomie definieren. Ihm zufolge ist die Bio\u00f6konomie \u201ekein Synonym f\u00fcr die biobasierte Wirtschaft. Die Biowirtschaftsstrategie sei [zudem] keine neue GAP oder eine alternative Klimastrategie.\u201c Vielmehr bereichert sie die GAP in vielen landwirtschaftlichen Bereichen und ist bestrebt, die Ressourcen und deren Nutzung zu kombinieren. Die treibende Kraft, um in Zukunft eine voll funktionsf\u00e4hige Wirtschaft zu erreichen, sollte eine erneuerte Bio\u00f6konomie-Strategie sein, die den \u00dcbergang zu einer nachhaltigen und kreisf\u00f6rmigen Bio\u00f6konomie unterst\u00fctzt, erkl\u00e4rte K\u00fctt.<\/p>\n<p>Die drei Hauptelemente, die bei der Diskussion \u00fcber die Rolle der Bio\u00f6konomie in der GAP ber\u00fccksichtigt werden m\u00fcssen, umfassen seiner Ansicht nach Bioabf\u00e4lle, um Abf\u00e4lle in Produkte umzuwandeln, die den Landwirten neue Absatzm\u00f6glichkeiten bieten; die Einbeziehung l\u00e4ndlicher Regionen durch den Einsatz der Bio\u00f6konomie auf regionaler Ebene; und die Bio\u00f6konomie innerhalb der planetarischen Grenzen und M\u00f6glichkeiten.<\/p>\n<p>\u201eWir m\u00fcssen daran arbeiten, was m\u00f6glich ist, und langfristig sowohl den Verbrauch (wie unsere Ern\u00e4hrung) als auch die Produktion im Auge behalten\u201c, erg\u00e4nzte K\u00fctt. Da das Gesamtsystem sehr komplex ist und die Bio\u00f6konomie einen \u00fcbergreifenden Charakter hat, wies K\u00fctt darauf hin, dass es eine Verkn\u00fcpfung zwischen den verschiedenen Politikbereichen geben muss.<\/p>\n<p>Industrie fordert &#8220;klares Bekenntnis&#8221; zur Digitalisierung der Landwirtschaft<br \/>\nAus Sicht der Industrie ist die Digitalisierung der Landwirtschaft der einzige Weg zur Bew\u00e4ltigung der aktuellen \u00f6kologischen und wirtschaftlichen Herausforderungen.<\/p>\n<h3>L\u00f6sungen f\u00fcr die Zukunft<\/h3>\n<p>Joanna Dupont-Inglis, Generalsekret\u00e4rin von EuropaBio, hob die globale Bedeutung der Bio\u00f6konomie angesichts des zunehmenden Klimawandels hervor. \u201eWir haben die dringende Notwendigkeit, jede Technologie in unserem Repertoire zu nutzen\u201c, und die Bio\u00f6konomie-Strategie k\u00f6nnte j\u00e4hrlich zwischen 1,2 und 1,5 Milliarden Tonnen CO\u00b2 einsparen, gab Dupont-Inglis an.<\/p>\n<p>Ihr zufolge \u201ek\u00f6nnte Europa in diesem sehr transformativen Bereich Vorreiter sein, [\u2026.] aber letztendlich werden wir [Nahrungsmittel und Technologien] von China kaufen, anstatt zu erlauben, dass die Biotechnologie in der EU vorankommen k\u00f6nnte.\u201c F\u00fcr sie liegt das Problem darin, dass die europ\u00e4ische Biotech-Gemeinschaft Talente an L\u00e4nder mit freieren innovativen Rahmenbedingungen verliert. \u201eWir leben in einer Bio\u00f6konomie und k\u00f6nnten ohne sie nicht \u00fcberleben\u201c, so Dupont-Ingles. Sie f\u00fcgte hinzu, dass \u201cwir dar\u00fcber nachdenken [m\u00fcssen], wie wir diese nutzen k\u00f6nnen, um die L\u00f6sungen zu liefern, die wir f\u00fcr die Zukunft brauchen.\u201c<\/p>\n<h3>Verpassen wir den Zug?<\/h3>\n<p>Der Generalsekret\u00e4r der Copa-Cogeca, Pekka Pesonen, verschaffte einen Einblick in die Perspektive der Landwirte im Mittelpunkt dieser Diskussion und erkl\u00e4rte: \u201eLandwirte und Verb\u00e4nde wollen nie einen Teil ihrer Produktion verlieren, wenn sie ihn in irgendeiner Weise verwerten k\u00f6nnen. Die Entwicklung der Bio\u00f6konomie hat ein gro\u00dfes Potenzial, den Landwirten bei der Valorisierung ihrer Produktion zu helfen und gleichzeitig der Umwelt zu helfen.\u201d<\/p>\n<p>Dies sei zwar eine Gelegenheit f\u00fcr die j\u00fcngere Generation, die Ern\u00e4hrungspolitik fortzusetzen, die \u00fcber 10 Millionen europ\u00e4ische Landwirte derzeit erm\u00f6glichen, aber er wies zudem darauf hin, dass \u201eder instabile Rechtsrahmen f\u00fcr Biotechnologien jedermann in der EU verwirrt\u201c. Pesonen verwies darauf, dass diese Situation geopolitische Auswirkungen hat, wenn europ\u00e4ische Unternehmen von chinesischen Unternehmen gekauft werden und Drittl\u00e4nder die in Europa verbotene Technologie nutzen k\u00f6nnen.\u00a0 Die Hauptfrage ist nun, ob es im Bio\u00f6konomie-Plan gen\u00fcgend Raum f\u00fcr Innovationen gibt. \u201eNeue Z\u00fcchtungsmethoden sind ein Beispiel daf\u00fcr, dass wir den Zug verpassen werden,\u201c so Pesonen.<\/p>\n<p>Pesonen fordert ein Reformpaket und mehr EU-Investitionen f\u00fcr Forschung und Unterst\u00fctzung f\u00fcr Landwirte, die wirtschaftlich unter den Ausgabenk\u00fcrzungen leiden. Europaweit ist die Forst- und Landwirtschaft von strategischer Bedeutung, und Ma\u00dfnahmen aus der Forschung k\u00f6nnten auch die Nachhaltigkeit f\u00f6rdern.<\/p>\n<h3>\u00dcberkonsum des Planeten<\/h3>\n<p>Die EU-Agrar- und Bioenergiebeauftragte f\u00fcr Birdlife International, Harriet Bradley, betont, dass \u201ewir bei der Verwendung von Biomasse sehr vorsichtig sein m\u00fcssen. Die Bio\u00f6konomie muss nachhaltig sein.\u201c Bradley erkl\u00e4rt, dass unsere derzeitige Bio\u00f6konomie \u201eweitgehend unnachhaltig\u201c ist, und f\u00fcgte hinzu, dass \u201ewir derzeit die Ressourcen massiv \u00fcberbeanspruchen, so dass wir unter Ber\u00fccksichtigung dessen in alle Diskussionen \u00fcber die Bio\u00f6konomie der Zukunft gehen m\u00fcssen\u201c. Wenn man die Zukunft der Bio\u00f6konomie in Betracht zieht, ist es unerl\u00e4sslich, keine unn\u00f6tige Landnutzung zu betreiben, die Effizienz zu steigern und den globalen Verbrauch innerhalb der planetarischen Grenzen zu halten. Alles in allem muss \u201edie Produktion viel intelligenter sein\u201c, als sie es jetzt ist, betonte Bradley.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Angesichts drohender Umweltsch\u00e4den durch den Klimawandel, setzen Experten viel Hoffnung in die Bio\u00f6konomie als Zukunftsmodell f\u00fcr die Landwirtschaft. Doch die Frage lautet \u2013 welche Art von\u00a0Bio\u00f6konomie\u00a0 brauchen wir? \u201eDie Bio\u00f6konomie sollte die Grundlage f\u00fcr ein neues Modell f\u00fcr unsere Landwirtschaft sein\u201c, findet Angelique Delahaye, Mitglied des Ausschusses f\u00fcr Umweltfragen, Volksgesundheit und Lebensmittelsicherheit. 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