{"id":62550,"date":"2019-04-24T07:35:24","date_gmt":"2019-04-24T05:35:24","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=62550"},"modified":"2019-04-18T16:07:51","modified_gmt":"2019-04-18T14:07:51","slug":"plastik-aus-biologischen-rohstoffen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/plastik-aus-biologischen-rohstoffen\/","title":{"rendered":"Plastik aus biologischen Rohstoffen"},"content":{"rendered":"<p>Einen weiteren Ansatz, Plastikabf\u00e4lle aus Lebensmittelverpackungen zu vermeiden, hat ein Team um Xiaoying Zhao von der Ohio State University entwickelt. <a href=\"https:\/\/www.mdpi.com\/2073-4360\/11\/3\/565\/htm\" target=\"_blank\">Wie die Arbeitsgruppe in \u00bbPolymers\u00ab berichtet<\/a>, hat sie einen Weg gefunden, das bioabbaubare Material Poly(3-hydroxybutyrat-co-3-hydroxyvalerat)\u00a0(PHBV) zu stabilen Folien zu verarbeiten. Solche Verpackungsfolien, die heute aus Erd\u00f6l hergestellt werden, sind unverzichtbar, um viele Lebensmittel vor Verderb zu sch\u00fctzen, werden allerdings zu einem immer gr\u00f6\u00dferen Umweltproblem, weil sie sehr best\u00e4ndig sind. PHBV dagegen geh\u00f6rt zu einer Klasse von nat\u00fcrlichen Kettenmolek\u00fclen, die viele Bakterien als Energie- und Kohlenstoffspeicher produzieren. Insbesondere kann man PHBV biotechnisch im gro\u00dfen Ma\u00dfstab mit Hilfe von Bakterien herstellen; allerdings ist das Material f\u00fcr sich genommen zu hart und zu br\u00fcchig, um zu stabilen Folien verarbeitet zu werden.<\/p>\n<p>Dieses Problem hat die Arbeitsgruppe um Zhao nun nach eigenen Angaben mit Naturkautschuk, einem weiteren Zusatzstoff und einer chemischen Behandlung gel\u00f6st. Das so entstehende Material, berichtet sie, sei in seinen Eigenschaften mit g\u00e4ngigen Kunststoffen wie Polyethylen und Polypropylen vergleichbar und k\u00f6nne wie diese industriell verarbeitet werden. Es ist nicht der erste Versuch, PHBV mit Naturkautschuk flexibler zu machen, bisher allerdings ging bei dieser Behandlung die Festigkeit verloren: Das Material wurde zwar flexibel genug, um zu einer Folie verarbeitet zu werden, riss aber daf\u00fcr nun sehr schnell.<\/p>\n<p>Jenes Problem umging die Arbeitsgruppe, indem sie die Komponenten untereinander vernetzte. Sie gab nicht nur 15\u00a0Prozent Naturkautschuk zur PHBV-Masse, sondern f\u00fcgte gleichzeitig ein Molek\u00fcl mit drei\u00a0chemisch reaktiven \u00bbArmen\u00ab hinzu. Mit Hilfe eines Peroxids lie\u00dfen sie dieses Verbindungsmolek\u00fcl mit den anderen Komponenten der Mischung reagieren\u00a0\u2013 dadurch erzeugten sie zus\u00e4tzliche Verkn\u00fcpfungen innerhalb des Materials und machten es so stabiler und flexibler. Au\u00dferdem l\u00f6st der Zusatzstoff ein weiteres Problem: Er reagiert sehr schnell mit dem Peroxid, das sonst die Kettenmolek\u00fcle der anderen Komponenten besch\u00e4digen w\u00fcrde. Die so erzeugte Folie sei nicht nur stabiler und rei\u00dffester als PHBV, schreibt das Team, sondern habe zudem viel besser kontrollierbare Eigenschaften. Unklar ist allerdings noch, wie gut das biologische Plastik tats\u00e4chlich nat\u00fcrlich abbaubar\u00a0ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einen weiteren Ansatz, Plastikabf\u00e4lle aus Lebensmittelverpackungen zu vermeiden, hat ein Team um Xiaoying Zhao von der Ohio State University entwickelt. 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