{"id":61877,"date":"2019-04-01T07:26:37","date_gmt":"2019-04-01T05:26:37","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=61877"},"modified":"2019-03-27T13:23:07","modified_gmt":"2019-03-27T12:23:07","slug":"beitrag-gegen-plastikmuell-im-meer-forscher-entwickeln-biobasierte-kunststoffe-die-sich-unter-marinen-bedingungen-abbauen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/beitrag-gegen-plastikmuell-im-meer-forscher-entwickeln-biobasierte-kunststoffe-die-sich-unter-marinen-bedingungen-abbauen\/","title":{"rendered":"Beitrag gegen Plastikm\u00fcll im Meer: Forscher entwickeln biobasierte Kunststoffe, die sich unter marinen Bedingungen abbauen"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_61878\" aria-describedby=\"caption-attachment-61878\" style=\"width: 282px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.fnr.de\/fileadmin\/news\/fnr\/2019\/PM_2019-15_Kn%C3%A4ul_von_Scheuerschutz_Vorschau.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-61878 size-full\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/csm_PM_2019-15_Kna--ul_von_Scheuerschutz_Vorschau_04750c2793.jpg\" alt=\"csm_PM_2019-15_Kna\u0308ul_von_Scheuerschutz_Vorschau_04750c2793\" width=\"282\" height=\"212\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-61878\" class=\"wp-caption-text\">Landet h\u00e4ufig ungewollt im Meer: Dolly Ropes, Scheuerschutz f\u00fcr Fischernetze. Hier ein auf der Insel F\u00f6hr angeschwemmtes Kn\u00e4ul. \u00a9 Angela Ottmann, BUND Inselgruppe F\u00f6hr<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Die Leibniz Universit\u00e4t Hannover, die Hochschule Hannover und die Hydra Marine Sciences GmbH wollen zusammen mit weiteren Partnern biobasierte Kunststoffe entwickeln, die sich im Meer biologisch abbauen. Die Forscher erstellen dazu verschiedene Demonstrator-Bauteile und pr\u00fcfen deren Abbauverhalten. Die Materialien w\u00e4ren eine Alternative f\u00fcr Produkte, deren Eintrag ins Meer sich nicht immer vermeiden l\u00e4sst, etwa in der Fischerei.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Marine Litter &#8211; die Meeresverschmutzung mit festen Abf\u00e4llen &#8211; stellt eine zunehmende, \u201eschleichende\u201c Umweltverschmutzung dar. Nach Sch\u00e4tzungen gelangen weltweit j\u00e4hrlich 10 Millionen Tonnen Abf\u00e4lle in die Meere, etwa 70 Prozent davon sind Kunststoffe. \u201eNat\u00fcrlich steht die Abfallreduzierung als L\u00f6sungsstrategie an erster Stelle, doch es gibt Bereiche, in denen sich Kunststoffeintr\u00e4ge systembedingt nicht ganz vermeiden lassen, etwa in der Fischerei und Aquakultur.\u00a0 Hier w\u00e4ren Polymere, die sich im Meer abbauen, sinnvoll\u201c, erkl\u00e4rt Projektleiter Professor Hans-Josef Endres.<\/p>\n<p>Im Projekt mit dem K\u00fcrzel MabiKu (marin abbaubare, biobasierte Kunststoffe) konzentrieren sich die Forscher vor allem auf die k\u00fcstennahe deutsche Nord- und Ostsee. In einem ersten Schritt identifizieren sie Kunststoffprodukte, die dort h\u00e4ufig ungewollt landen. Fest geplant ist es zum Beispiel, gemeinsam mit dem Hersteller Engel-Netze GmbH ein Fasermaterial f\u00fcr biobasierte Netze oder ein sog. \u201eDolly Rope\u201c zu entwickeln \u2013 eine Scheuerschutzmatte f\u00fcr die Grundfischerei. Diese Matten sch\u00fctzen das eigentliche Fangnetz, fransen durch den Bodenkontakt jedoch schnell aus oder rei\u00dfen ab. Die feinen, losen F\u00e4den aus den Matten werden vielen Tieren zum Verh\u00e4ngnis. Au\u00dferdem will das Team an marin abbaubaren Spritzgusskomponenten und Folien f\u00fcr Verpackungen arbeiten.<\/p>\n<p>Die besonders vielversprechenden Materialien werden optimiert, etwa zu neuartigen Blends kombiniert oder mit F\u00fcllstoffen angereichert und zu Demonstratorprodukten unterschiedlicher Dimensionen verarbeitet. Geplant ist neben den Fasern und Folien auch ein kompaktes Spritzgie\u00dfbauteil. Diese Demonstratoren unterziehen die Forscher dann wieder marinen Abbautests.<\/p>\n<p>Eine besondere Herausforderung ist es, den Materialmix so zu w\u00e4hlen, dass die Produkte in der Gebrauchsphase ihren eigentlichen Zweck m\u00f6glichst lange und gut erf\u00fcllen und erst dann zerfallen, wenn sie zum \u201eMeeresm\u00fcll\u201c geworden sind. Das ist besonders bei Produkten schwer, die auch bestimmungsgem\u00e4\u00df im Meer verwendet werden, wie Fischereinetzen. \u201eHier k\u00f6nnen zum Beispiel Beschichtungen, die ihre sch\u00fctzende Funktion erst nach l\u00e4ngerem Wasser- oder Bodenkontakt aufgeben, ein m\u00f6glicher technischer Ansatz sein\u201c, erkl\u00e4rt Endres.<\/p>\n<p>Die \u00fcbergeordneten Ziele von MabiKu, die sich in der dreij\u00e4hrigen Laufzeit allerdings nicht vollst\u00e4ndig erreichen lassen werden, sind die Etablierung einer offiziell anerkannten Zertifizierungsmethode f\u00fcr den marinen Abbau von Biopolymeren und die Markteinf\u00fchrung erster entsprechender Produkte. Hieran wollen die Projektpartner und auch der Zertifizierer DIN CERTCO nach Projektende weiterarbeiten.<\/p>\n<p>Das Vorhaben wird vom Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft (BMEL) \u00fcber den Projekttr\u00e4ger Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) gef\u00f6rdert. Informationen und Ansprechpartner stehen auf fnr.de unter den F\u00f6rderkennzeichen <a href=\"https:\/\/www.fnr.de\/index.php?id=11150&amp;fkz=22005417\" target=\"_blank\">22005417<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.fnr.de\/index.php?id=11150&amp;fkz=22025118\" target=\"_blank\">22025118<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.fnr.de\/index.php?id=11150&amp;fkz=22028618\" target=\"_blank\">22028618<\/a> zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Leibniz Universit\u00e4t Hannover, die Hochschule Hannover und die Hydra Marine Sciences GmbH wollen zusammen mit weiteren Partnern biobasierte Kunststoffe entwickeln, die sich im Meer biologisch abbauen. Die Forscher erstellen dazu verschiedene Demonstrator-Bauteile und pr\u00fcfen deren Abbauverhalten. 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