{"id":6178,"date":"2003-05-15T00:00:00","date_gmt":"2003-05-14T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20030515-06n"},"modified":"2003-05-15T00:00:00","modified_gmt":"2003-05-14T22:00:00","slug":"natureplus-veranstaltung-megatrend-nachhaltigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/natureplus-veranstaltung-megatrend-nachhaltigkeit\/","title":{"rendered":"natureplus-Veranstaltung: Megatrend Nachhaltigkeit"},"content":{"rendered":"<p>Unter dem Motto \u201eMegatrend Nachhaltigkeit\u201c fand am 13. Mai in Frankfurt die dritte ordentliche Mitgliederversammlung des natureplus e.V. statt. Etwa 60 Mitglieder und G\u00e4ste aus Deutschland, \u00d6sterreich, Belgien, Italien, den Niederlanden und der Schweiz folgten im Frankfurter \u00d6kohaus den interessanten Vortr\u00e4gen, in denen die Notwendigkeit, aber auch der Beginn eines Umdenkens in Richtung Nachhaltigkeit im Bauwesen deutlich wurde.<\/p>\n<p><b>\u00d6kologischer Fu\u00dfabdruck<\/b><br \/>WWF-Sprecher und natureplus-Vorsitzender Felix Meier begr\u00fcndete die F\u00f6rderung nachhaltiger Baumaterialien mit dem \u00f6kologischen \u201eFu\u00dfabdruck\u201c unserer mitteleurop\u00e4ischen Lebensweise. Wenn die ganze Welt so wie wir konsumieren w\u00fcrde, br\u00e4uchte es 2,6 Planeten, um ihre Bed\u00fcrfnisse zu stillen. Weil die H\u00e4lfte der Allergien auf sch\u00e4dliche Einfl\u00fcsse des Wohnbereichs zur\u00fcckzuf\u00fchren ist und jeder Vierte bereits mit Allergien zu k\u00e4mpfen hat, seien gesunde Bau- und Wohnmaterialien das Gebot der Stunde. Umfragen in der Schweiz belegten, dass sich 19% der Baumarktkunden an \u00d6kolabeln orientieren und Baumarktketten mit ihren \u00d6koprodukten die gr\u00f6\u00dften Umsatz-Zuw\u00e4chse erzielten.<\/p>\n<p><b>Mangelnde Bauqualit\u00e4t<\/b><br \/>Heiner Kehlenbeck vom Verband des Baustoff-Fachhandels sah in der Baubranche derzeit vergleichsweise wenig Interesse an nachhaltigem Wirtschaften, obgleich solche Unternehmen nach Untersuchungen des ifo-Instituts wirtschaftlich erfolgreicher sind und die Baubranche diesen Erfolg dringend n\u00f6tig h\u00e4tte. Denn nach seinen Worten sind rund die H\u00e4lfte der Bauunternehmen und Baustoffh\u00e4ndler \u201evon den Banken bereits abgeschrieben\u201c. Es m\u00fcsse eine \u201eneue Wertsch\u00f6pfungskette Bau\u201c entstehen, die auf Nachhaltigkeit und Qualit\u00e4t setzt. Denn derzeit h\u00e4tten schon 4,4 % der Neubauten direkte Baum\u00e4ngel, 12,9 % Folgesch\u00e4den \u2013 das k\u00f6nne sich keine Branche auf Dauer leisten. Die Kreditgeber beg\u00e4nnen schon, ihre Sicherheiten in Hypotheken im Wert abzuschreiben, weil Neubauten bereits sanierungsreif sind. Die Verwendung umweltsch\u00e4dlicher Baumaterialien bewirkt, dass der Abriss eines solchen Geb\u00e4udes k\u00fcnftig teurer kommt als der Neubau. Nachhaltigkeit ist ein Megatrend, so Kehlenbeck, weil ohne sie die Bauwirtschaft zugrunde geht.<\/p>\n<p><b>Unternehmenswandel<\/b><br \/>Wie sich ein Traditionsunternehmen den neuen Herausforderungen nachhaltigen Wirtschaftens stellt, berichtete Wilhelm Gr\u00f6ner vom Hersteller <a href=\"http:\/\/www.isover.de\/cgi-win\/isover\/nojava\" >Saint-Gobain<\/a>. Nicht nur eine j\u00e4hrliche Senkung des Energieverbrauchs um 5 % im Gesamtunternehmen und die Ausbildung von 140 Fachberatern f\u00fcr Naturbaustoffe im angeschlossenen Baustoffhandel RaabKarcher hatte er vorzuweisen. Mit der Aufnahme von D\u00e4mmstoffen aus Hanf in das europaweite Produktsortiment wurde \u201eein Umdenken im Unternehmen\u201c eingeleitet, bei dem man im Interesse der Kunden \u201efr\u00fchere Gegner heute als Mitstreiter sieht\u201c. (Vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/isover-flora-die-daemmstoff-alternative-aus-hanfwolle\/\" >2002-11-27<\/a>.)<\/p>\n<p><b>Demonstrationszentrum<\/b><br \/>Vom Bildungszentrum der Handwerkskammer M\u00fcnster kam Sabine Heine, die das Projekt eines Demonstrationszentrums Bauen und Energie vorstellte, das bis zum Jahresende fertiggestellt sein soll. In dem Geb\u00e4ude werden verschiedene nachhaltige und energiesparende Bauweisen und Konstruktionen verwirklicht und f\u00fcr die Aus- und Weiterbildung \u201etransparent\u201c gemacht. An Hunderten von Messpunkten sollen bauphysikalische Vorg\u00e4nge dokumentiert und damit das ganze Haus zu einem \u201elehrenden Geb\u00e4ude\u201c gemacht werden. Die Zielgruppen der verschiedenen hier angebotenen Lehrg\u00e4nge \u2013 neben Handwerkern auch Architekten und Ingenieure \u2013 sollen \u201eraus aus dem Schulungsraum\u201c und das notwendige \u201eMiteinander der Gewerke praktisch erfahren\u201c. In dem Demonstrationszentrum werden verschiedene Beratungsinstitutionen, vor allem aber das <a href=\"http:\/\/www.knr-muenster.de\/\" >Kompetenzzentrum Bauen mit nachwachsenden Rohstoffen<\/a> (KNR), untergebracht.<\/p>\n<p><b>Leitidee \u201evernetzte Baustelle\u201c<\/b><br \/>Das Bundesinstitut f\u00fcr Berufsbildung war durch Dr. Klaus Hahne vertreten, der das Leitbild seiner Institution f\u00fcr eine Nachhaltige Entwicklung vertrat. Dazu m\u00fcsse vor allem auf die Motivation der Beteiligten Einfluss genommen werden: \u201eNur ein von dem nachhaltigen Produkt \u00fcberzeugter Verk\u00e4ufer kann auch den Kunden \u00fcberzeugen.\u201c Die Berufsbildung muss nach seinen Worten den Gedanken einer \u201evernetzten Baustelle\u201c f\u00f6rdern, bei der alle Gewerke koordiniert zusammenwirken und den ganzen Lebenslauf des Geb\u00e4udes im Sinne der Umwelt und der Gesundheit der Nutzer im Blick behalten. So wurden beispielsweise Zimmerleuten der Sinn der Kooperation mit Dachdeckern und Trockenbauern verdeutlicht, indem eine Versuchsbaustelle demonstrierte, dass es sehr auf die Ma\u00dfgenauigkeit der Sparrensetzung ankommt, wenn anschlie\u00dfend die D\u00e4mmstoffbahnen in die Zwischenr\u00e4ume passen sollen.<\/p>\n<p><b>Markteinf\u00fchrungsprogramm<\/b><br \/>Von einem geplanten Markteinf\u00fchrungsprogramm berichtete J\u00f6rg Brandhorst von der <a href=\"http:\/\/www.adnr-bonn.de\/\" >Arbeitsgemeinschaft D\u00e4mmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen<\/a> (ADNR). Einen Zuschuss von bis zu 40 Euro pro Kubikmeter D\u00e4mmstoff soll der Bauherr auf Antrag vom <a href=\"http:\/\/www.verbraucherministerium.de\/\" >Verbraucherministerium<\/a> bekommen, sofern das Material durch natureplus gepr\u00fcft und f\u00fcr gut befunden wurde. Allerdings steckt dieses F\u00f6rderprogramm schon seit Monaten in Br\u00fcssel bei der Genehmigungsbeh\u00f6rde fest, die sich offenbar erstmals mit der Nachhaltigkeit von Bauprodukten zu besch\u00e4ftigen hat. Fr\u00fchestens im Sommer kann man deshalb mit einer F\u00f6rderung rechnen. Christof Klein vom Seminarveranstalter BauWissen stellte dazu ein Konzept vor, wie man Fachverk\u00e4ufern und Architekten den Nutzen dieser \u00f6kologischen D\u00e4mmstoffe und das Procedere des Zuschussverfahrens in einem \u201eKick-off-Tag\u201c verdeutlichen kann.<\/p>\n<p><b>Markt der M\u00f6glichkeiten<\/b><br \/>Anschlie\u00dfend wurden vier Produkte der Firma <a href=\"http:\/\/www.pavatex.de\/\" >Pavatex<\/a>, \u00fcberwiegend D\u00e4mmplatten aus Holzfasern, mit dem natureplus-Qualit\u00e4tssiegel ausgezeichnet. Wie natureplus-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Thomas Schmitz-G\u00fcnther ausf\u00fchrte, sei das Schweizer Unternehmen damit eines der ersten, das nahezu seine ganze Produktpalette von natureplus pr\u00fcfen lie\u00df. Nach diesen Vortr\u00e4gen und einer kurzen Aussprache dar\u00fcber hatten die Teilnehmer Gelegenheit, bei einem \u201eMarkt der M\u00f6glichkeiten\u201c Kontakte zu kn\u00fcpfen und Netzwerke zu pflegen. Rund ein Dutzend Unternehmen und Verb\u00e4nde hatten zu diesem Zweck an kleinen Infost\u00e4nden eine Dokumentation ihrer Aktivit\u00e4ten f\u00fcr mehr Nachhaltigkeit im Bauwesen vorbereitet.<\/p>\n<p><b>Vorstandsbericht<\/b><br \/>Bei der anschlie\u00dfenden Mitgliederversammlung des natureplus e.V. berichtete Vorsitzender Felix Meier von reger T\u00e4tigkeit auf der Normungsebene: Seit Juni vergangenen Jahres wurde die Zahl der Vergaberichtlinien f\u00fcr das natureplus-Qualit\u00e4tszeichen auf 25 quasi verdoppelt. Insbesondere habe man darauf geachtet, dass k\u00fcnftig vermehrt verbrauchernahe Produkte wie Farben, Lacke oder Bodenbel\u00e4ge ausgezeichnet werden k\u00f6nnen. Die Zahl der zertifizierten Produkte hat sich zwar auf 70 erh\u00f6ht, die neuen Vergaberichtlinien seien aber von der Industrie noch nicht angenommen worden. (Vgl. Meldungen vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/natureplus-neue-vergaberichtlinie-fuer-textile-bodenbelaege\/\" >2003-05-12<\/a> und <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/natureplus-e-v-neue-vergaberichtlinie-rl0601-fuer-pflanzliche-dispersions-innenwandfarben\/\" >2003-04-14<\/a>.)<br \/>Dies zu \u00e4ndern, sei das wesentliche Ziel des laufenden Jahres. Auch die Zahl der Mitglieder, die immerhin binnen eines Jahres um etwa ein Drittel angewachsen ist, m\u00fcsse nochmals kr\u00e4ftig steigen, um den geplanten Wachstumskurs mittragen zu k\u00f6nnen. Was schon jetzt kr\u00e4ftig zugenommen hat, ist die Zahl der Kooperationen. So wird auf der Internationalen Gartenbauausstellung in Rostock ebenso f\u00fcr natureplus geworben wir bei diversen Baustoffh\u00e4ndlern und Bildungseinrichtungen.<\/p>\n<p><b>Vor dem Sprung<\/b><br \/>Dass natureplus immer noch vor dem gro\u00dfen Sprung nach vorne steht, zeigte auch der Kassenbericht: Ohne eine kr\u00e4ftige Unterst\u00fctzung durch den WWF und eine Menge ehrenamtlicher Arbeit von Wissenschaftlern aus verschiedenen Instituten h\u00e4tte der natureplus e.V. sich nicht derart professionell bei Messen und Veranstaltungen darstellen und sein Aktionsfeld durch neue Richtlinien erweitern k\u00f6nnen. Die erhoffte Unterst\u00fctzung durch staatliche F\u00f6rdergelder war ausgeblieben. Der Haushaltsplan f\u00fcr das laufende Jahr basiert auf kr\u00e4ftigen Steigerungsraten bei der Zahl der zertifizierten Produkte. Auch Sponsoren sollen nun gefunden werden. Nachdem die Kassenpr\u00fcfer eine ordnungsgem\u00e4\u00dfe Kassenf\u00fchrung bescheinigten, wurde der Vorstand einstimmig von der Versammlung entlastet.<\/p>\n<p><b>Kontaktstellen in den Nachbarl\u00e4ndern<\/b><br \/>Eine zunehmend wichtige Einrichtung zur Verbreitung der natureplus-Idee sind die Kontaktstellen in verschiedenen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern. So berichtete die Schweizer Kontaktstelle von regen Bem\u00fchungen, auf verschiedenen Messen die Tr\u00e4gerschaft in der Schweiz zu verbreitern und neue Mitglieder zu gewinnen. Die neu eingerichtete belgische Kontaktstelle hat bereits eine eigene Publikation zu natureplus herausgebracht und gerade einen Antrag gestellt, dass die belgische Regierung die Informationsarbeit zu natureplus f\u00f6rdert. Auch aus den Niederlanden wurden Aktivit\u00e4ten gemeldet. In Italien will man versuchen, die Suche einiger Regionalregierungen nach nachhaltigen Bauprodukten auf die M\u00fchlen von natureplus zu lenken. Auch in Richtung Frankreich und Skandinavien w\u00fcrde natureplus gerne seine Kontakte erweitern.<\/p>\n<p><b>Ausblick<\/b><br \/>Auf der Mitgliederversammlung wurde zudem angek\u00fcndigt, dass natureplus im Herbst 2003 und Fr\u00fchjahr 2004 auf diversen Kongressen und Messen vertreten sein wird. Au\u00dferdem soll auch die Zusammenarbeit mit den Kommunen intensiviert werden. Hiervon verspricht man sich tendenziell mehr Ber\u00fccksichtigung natureplus-zertifizierter Produkte bei \u00f6ffentlichen Bauvorhaben. Die Bekanntheit des natureplus-Qualit\u00e4tszeichens beim Endverbraucher werde aber nur dann zu steigern sein, wenn noch mehr Consumer-Artikel mit diesem Label ausgestattet sind.<\/p>\n<p><b>natureplus e.V.<\/b><br \/>Internationaler Verein f\u00fcr zukunftsf\u00e4higes Bauen und Wohnen<br \/>Kleppergasse 3<br \/>D-69151 Neckargem\u00fcnd<br \/>Tel. \/ Fax: 0049-(0)6223-861147<br \/>mobil: 0049-(0)170-9040080<br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:office@natureplus.de\">office@natureplus.de<\/a><br \/>Internet: <a href=\"http:\/\/www.natureplus.de\/\" >http:\/\/www.natureplus.de<\/a><\/p>\n<p>(Vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/megatrend-nachhaltigkeit\/\" >2003-05-14<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unter dem Motto &bdquo;Megatrend Nachhaltigkeit&ldquo; fand am 13. Mai in Frankfurt die dritte ordentliche Mitgliederversammlung des natureplus e.V. statt. 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