{"id":61558,"date":"2019-03-20T07:26:20","date_gmt":"2019-03-20T06:26:20","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=61558"},"modified":"2019-03-15T13:11:34","modified_gmt":"2019-03-15T12:11:34","slug":"warum-karotten-die-betonindustrie-retten-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/warum-karotten-die-betonindustrie-retten-werden\/","title":{"rendered":"Warum Karotten die Betonindustrie retten werden"},"content":{"rendered":"<p>Zwei Dinge, die in den meisten K\u00fcchen zu finden sind, k\u00f6nnten die Bauindustrie auf positive Weise ver\u00e4ndern und nachhaltiger machen \u2013 ein herk\u00f6mmlicher Mixer und Abfall. Genauer gesagt Karottenreste. Damit arbeiten derzeit Ingenieure an der englischen Universit\u00e4t Lancaster und wollen eine <a href=\"https:\/\/www.cellucomp.com\/uploads\/tinymce\/Novelengineeredhighperformancesugarbeetroot2Dnanoplatelet-cementitiouscomposites.pdf\" target=\"_blank\">einfache und g\u00fcnstige Methode<\/a> gefunden haben, Beton stabiler und sogar umweltvertr\u00e4glicher zu machen.<\/p>\n<p>Der Knackpunkt liegt nat\u00fcrlich in den Karotten, die in sehr kleinen Partikeln, oder Nano-Pl\u00e4ttchen, wie sie in der Studie genannt werden, in herk\u00f6mmlichem Beton gemixt werden. Denn obwohl das Gem\u00fcse einen hohen Wasseranteil hat, besitzt es auch viel Zellulose. Und die ver\u00e4ndert schon in geringsten Mengen das Verhalten von Wasser beim Aush\u00e4rten des Betons. \u201eEs sind nicht die physikalischen Eigenschaften der Faser, die zur St\u00e4rkung des Betons f\u00fchren, sondern die F\u00e4higkeit, Wasser zu binden\u201c, erkl\u00e4rt Christian Kemp-Griffin, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von Cellucomp. Das schottische Unternehmen erforscht und entwickelt nachhaltige Baustoffe, und fungiert als industrieller Partner der Lancaster-Studie. Cellucomp stellt bereits seit l\u00e4ngerem Farbe unter der Beigabe von Pflanzenzellen her \u2013 f\u00fcr die Betonforschung stellt es nun die Karottenpartikel zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Knackpunkt Karotte<br \/>\nDurch die Beimengung der pflanzlichen Zellulose soll der Beton tats\u00e4chlich um 80 Prozent st\u00e4rker werden, so die ersten Berichte des Projekts, das insgesamt zwei Jahre dauern soll und vom EU-Programm Horizon 2020 f\u00fcr Forschung und Innovation mit 195.000 Pfund unterst\u00fctzt wird. Die St\u00e4rke von Beton dr\u00fcckt sich in erster Linie in seiner Widerstandsf\u00e4higkeit aus \u2013 die Mikrostruktur wird durch die gesteigerte Menge an Calciumsilicat verdichtet, dadurch kann der Baustoff mehr tragen, bekommt weniger Risse und hat so eine l\u00e4ngere Lebensdauer.<\/p>\n<p>\u201eEs kommt auf die F\u00e4higkeit an, Wasser zu binden\u201c<br \/>\nF\u00fcr diese Eigenschaften muss normalerweise Zement beigemengt werden. Nun gibt es aber weltweit sehr viel Gem\u00fcseabfall, der billig zu beschaffen ist \u2013 auf jeden Fall billiger als die gebr\u00e4uchlichen Zement-Zusatzmittel wie Graphen. Au\u00dferdem ist die Zementherstellung nicht gerade umweltfreundlich. Die Internationale Energieagentur sch\u00e4tzt, dass die Zement-Produktion sieben bis acht Prozent der weltweiten CO2-Emissionen ausmacht. Da die Bauleistung allgemein zunimmt, wird mit einer Verdoppelung dieser Zahlen in den n\u00e4chsten 30 Jahren gerechnet. Mit dem Umstieg auf Karottenpartikel w\u00fcrde nicht nur der CO2-Aussto\u00df verhindert, sondern auch gro\u00dfe Mengen an Energie in der Zementherstellung eingespart, die als besonders brennstoff- und stromintensiv gilt. Pro Tonne Zement werden 110 Kilowattstunden ben\u00f6tigt. Das ergibt in der weltweiten Branche j\u00e4hrlich etwa 250 Millionen Euro an Stromkosten.<\/p>\n<p>Auch nach Jahren noch kein Durchbruch?<br \/>\nKarottenschnipsel hingegen sind als Nebenprodukt der Landwirtschaft bereits in Massen vorhanden und billig. Zellulose gibt es auch in anderen Pflanzen, besonders in Holz, doch aus Gem\u00fcse ist sie leichter extrahierbar. Derzeit sieht sich das Team an der Uni Lancaster auch den Einsatz von Zuckerr\u00fcben an, als auch das Einsetzen hauchd\u00fcnner Gem\u00fcsepl\u00e4ttchen in bereits bestehende Betonstrukturen, um diese im Nachhinein st\u00e4rker zu machen.<\/p>\n<div class=\"BorlabsCookie _brlbs-cb-youtube\">\n<div class=\"_brlbs-content-blocker\">\n<div class=\"_brlbs-embed _brlbs-video-youtube\"> <img decoding=\"async\" class=\"_brlbs-thumbnail\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/plugins\/borlabs-cookie\/assets\/images\/cb-no-thumbnail.png\" alt=\"YouTube\"> <\/p>\n<div class=\"_brlbs-caption\">\n<p>By loading the video, you agree to YouTube&#8217;s privacy policy.<br \/><a href=\"https:\/\/policies.google.com\/privacy?hl=en&amp;gl=en\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener noreferrer\">Learn more<\/a><\/p>\n<p><a class=\"_brlbs-btn _brlbs-icon-play-white\" href=\"#\" data-borlabs-cookie-unblock role=\"button\">Load video<\/a><\/p>\n<p><label><input type=\"checkbox\" name=\"unblockAll\" value=\"1\" checked> <small>Always unblock YouTube<\/small><\/label><\/p><\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/p><\/div>\n<div class=\"borlabs-hide\" data-borlabs-cookie-type=\"content-blocker\" data-borlabs-cookie-id=\"youtube\"><script type=\"text\/template\">PGlmcmFtZSB0aXRsZT0iUGxhbnQgRmliZXJzIE1ha2UgU3Ryb25nZXIgQ29uY3JldGUiIHdpZHRoPSI1MDAiIGhlaWdodD0iMjgxIiBzcmM9Imh0dHBzOi8vd3d3LnlvdXR1YmUtbm9jb29raWUuY29tL2VtYmVkL0tJa3Judm5oQ2hZP2ZlYXR1cmU9b2VtYmVkIiBmcmFtZWJvcmRlcj0iMCIgYWxsb3c9ImFjY2VsZXJvbWV0ZXI7IGF1dG9wbGF5OyBjbGlwYm9hcmQtd3JpdGU7IGVuY3J5cHRlZC1tZWRpYTsgZ3lyb3Njb3BlOyBwaWN0dXJlLWluLXBpY3R1cmU7IHdlYi1zaGFyZSIgcmVmZXJyZXJwb2xpY3k9InN0cmljdC1vcmlnaW4td2hlbi1jcm9zcy1vcmlnaW4iIGFsbG93ZnVsbHNjcmVlbj48L2lmcmFtZT4=<\/script><\/div>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In der Betonforschung wird seit Jahrzehnten immer wieder mit Neuerungen aufgewartet, die den wichtigen Baustoff stabiler und tragf\u00e4higer machen wollen. Die meisten dieser Ideen w\u00fcrden die Produktion derzeit allerdings blo\u00df teurer machen oder ben\u00f6tigen Zusatzstoffe, die nicht in gro\u00dfen Mengen vorhanden sind. Der britische Thinktank Chatham House kam in einer j\u00fcngsten Auflistung dieser Ideen zu dem wenig positiven Schluss: \u201eManche Zement-Neuheiten wurden nun seit \u00fcber einem Jahrzehnt innerhalb der Forschungsgemeinschaft diskutiert, ohne je einen Durchbruch erfahren zu haben.\u201c Vielleicht eine H\u00fcrde, die gerade die Karotten und R\u00fcben nehmen k\u00f6nnen. Neu erfunden m\u00fcssen sie schlie\u00dflich nicht werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zwei Dinge, die in den meisten K\u00fcchen zu finden sind, k\u00f6nnten die Bauindustrie auf positive Weise ver\u00e4ndern und nachhaltiger machen \u2013 ein herk\u00f6mmlicher Mixer und Abfall. Genauer gesagt Karottenreste. 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