{"id":61405,"date":"2019-03-14T07:26:27","date_gmt":"2019-03-14T06:26:27","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=61405"},"modified":"2021-09-09T21:30:40","modified_gmt":"2021-09-09T19:30:40","slug":"aus-abgas-wird-rohstoff-carbon2chem-laboreinweihung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/aus-abgas-wird-rohstoff-carbon2chem-laboreinweihung\/","title":{"rendered":"Aus Abgas wird Rohstoff: Carbon2Chem<sup>\u00ae<\/sup>-Laboreinweihung"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_61407\" aria-describedby=\"caption-attachment-61407\" style=\"width: 227px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.umsicht.fraunhofer.de\/de\/presse-medien\/pressemitteilungen\/2019\/carbon2chem-laboreinweihung\/_jcr_content\/contentPar\/pressarticle\/pressArticleParsys\/textblockwithpics\/imageComponent3\/image.img.large.jpg\/1551977422760_carbon2chem-einweihunglabor2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-61407 \" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/1551977422760_carbon2chem-einweihunglabor2.jpg\" alt=\"1551977422760_carbon2chem-einweihunglabor2\" width=\"227\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2019\/03\/1551977422760_carbon2chem-einweihunglabor2.jpg 320w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2019\/03\/1551977422760_carbon2chem-einweihunglabor2-300x198.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 227px) 100vw, 227px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-61407\" class=\"wp-caption-text\">V.l.n.r.: Ralf G\u00fcldenzopf (Stadt Oberhausen), MinDir Volker Rieke (Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung BMBF), Dr. Markus Oles (thyssenkrupp AG), Prof. G\u00f6rge Deerberg (Fraunhofer UMSICHT), Dr. Holger Ruland (Max-Planck-Institut f\u00fcr Chemische Energiekonversion). \u00a9 Fraunhofer UMSICHT\/Birgit Seidel<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Bei Carbon2Chem<sup>\u00ae<\/sup> arbeitet seit 2016 ein Konsortium aus Industrie und Forschung daran, H\u00fcttengase aus der Stahlproduktion als Rohstoffquelle f\u00fcr die chemische Industrie zu erschlie\u00dfen. Heute wurde in Oberhausen am Standort von Fraunhofer UMSICHT das projekteigene Labor eingeweiht. Auf 500 Quadratmetern Laborfl\u00e4che und an 30 B\u00fcroarbeitspl\u00e4tzen arbeitet das Partnerkonsortium gemeinsam an Verfahren zur Gasreinigung sowie zur Produktion von Methanol und h\u00f6heren Alkoholen. Die im Oberhausener Labor entwickelten Ergebnisse bilden die wissenschaftliche Basis f\u00fcr die Arbeiten mit den realen H\u00fcttengasen im Carbon2Chem<sup>\u00ae<\/sup>-Technikum am Stahlstandort in Duisburg. Hier ist es 2018 erstmalig gelungen, Methanol und Ammoniak unter industriellen Realbedingungen aus H\u00fcttengasen zu erzeugen.<\/strong><\/p>\n<p>Carbon2Chem<sup>\u00ae<\/sup> ist ein Gro\u00dfprojekt in dem 17 Partner aus Industrie und Forschung eine Technologie erarbeiten, die bei einer gro\u00dftechnischen Umsetzung rund 20 Millionen Tonnen der j\u00e4hrlichen CO<sub>2<\/sub>-Emissionen der deutschen Stahlbranche wirtschaftlich verwertbar machen kann. Die Technologie ist auch in anderen CO<sub>2<\/sub>-intensiven Industrien einsetzbar. Carbon2Chem<sup>\u00ae<\/sup> wird vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) mit rund 63 Millionen Euro gef\u00f6rdert.<\/p>\n<h3>Projekt f\u00fcr innovationsorientierten Klimaschutz<\/h3>\n<p>\u00bbCarbon2Chem<sup>\u00ae<\/sup> zeigt, dass Klimaschutz und wettbewerbsf\u00e4hige Industrie kein Gegensatz sind. Carbon2Chem<sup>\u00ae<\/sup> erschlie\u00dft in der Stahl- und Chemieindustrie immense Klimaschutzpotenziale mit einem zukunftsweisenden Ansatz branchen\u00fcbergreifender Vernetzung. Die enge Zusammenarbeit von Universit\u00e4ten, au\u00dferuniversit\u00e4ren Forschungseinrichtungen und \u201aglobal playern\u2018 ist dabei beispielgebend f\u00fcr den Forschungsstandort Deutschland\u00ab, betont Volker Rieke, Ableitungsleiter im BMBF, die Bedeutung des Verbundprojekts f\u00fcr den innovationsorientierten Klimaschutz.<\/p>\n<figure id=\"attachment_61408\" aria-describedby=\"caption-attachment-61408\" style=\"width: 259px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.umsicht.fraunhofer.de\/de\/presse-medien\/pressemitteilungen\/2019\/carbon2chem-laboreinweihung\/_jcr_content\/contentPar\/pressarticle\/pressArticleParsys\/textblockwithpics\/imageComponent1\/image.img.large.jpg\/1551977221851_carbon2chem-laboreinweihung.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"  wp-image-61408\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/1551977221851_carbon2chem-laboreinweihung.jpg\" alt=\"1551977221851_carbon2chem-laboreinweihung\" width=\"259\" height=\"194\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2019\/03\/1551977221851_carbon2chem-laboreinweihung.jpg 320w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2019\/03\/1551977221851_carbon2chem-laboreinweihung-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 259px) 100vw, 259px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-61408\" class=\"wp-caption-text\">Das Carbon2Chem\u00ae-Labor auf dem Campus des Fraunhofer-Instituts f\u00fcr Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT in Oberhausen. Auf 500 Quadratmetern Laborfl\u00e4che wird an Verfahren zur Gasreinigung sowie zur Produktion von Methanol und h\u00f6heren Alkoholen geforscht. \u00a9 Fraunhofer UMSICHT<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Carbon2Chem<sup>\u00ae<\/sup>-Labor Kooperationsort f\u00fcr gemeinschaftliche Forschung<\/h3>\n<p>\u00bbDie Ziele von Carbon2Chem<sup>\u00ae<\/sup> lassen sich nur in enger Kooperation von Wirtschaft und Wissenschaft erreichen. Die sehr guten Ergebnisse der letzten Jahre belegen dies und stellen die Weichen f\u00fcr eine wirtschaftliche Wandlung der CO<sub>2<\/sub>-Emissionen der Stahlindustrie in wertvolle Rohstoffe f\u00fcr die chemische Industrie\u00ab, bemerkt Prof. G\u00f6rge Deerberg, stellv. Institutsleiter von Fraunhofer UMSICHT. \u00bbDas Carbon2Chem<sup>\u00ae<\/sup>-Labor ist ein wesentlicher Baustein in der Infrastruktur des Projekts und erm\u00f6glicht die gemeinschaftliche Erforschung notwendiger Grundlagen im Projekt.\u00ab<\/p>\n<p>Am Standort des Fraunhofer UMSICHT in Oberhausen betreiben Fraunhofer UMSICHT und das Max-Planck-Institut f\u00fcr Chemische Energiekonversion (MPI-CEC) das Carbon2Chem<sup>\u00ae<\/sup>-Labor. Hier forschen die Partner des Konsortiums gemeinsam an Verfahren zur Gasreinigung sowie zur Produktion von Methanol und h\u00f6heren Alkoholen. Die Ergebnisse bilden die wissenschaftliche Basis f\u00fcr die Arbeiten mit den realen H\u00fcttengasen, die am Rande des Stahlstandorts Duisburg durchgef\u00fchrt werden. Dort bietet das Carbon2Chem<sup>\u00ae<\/sup>-Technikum direkten Zugang zu realen H\u00fcttengasen und die M\u00f6glichkeit, Versuche unter industriellen Rahmenbedingungen durchzuf\u00fchren.<\/p>\n<h3>Gasreinigung, Katalysatortests f\u00fcr Produktion h\u00f6herer Alkohole<\/h3>\n<p>Die Experimente zur Gasreinigung dienen zur Analyse und Entfernung von St\u00f6r- und Spurenstoffe, die in H\u00fcttengasen vorliegen k\u00f6nnen und die Synthese st\u00f6ren bzw. behindern. Weiterhin werden im Labor in enger Abstimmung mit den Projektpartnern Katalysatortests durchgef\u00fchrt, um Katalysatoren f\u00fcr die Produktion h\u00f6herer Alkohole auszuw\u00e4hlen und das Verfahren zu optimieren.<\/p>\n<h3>Methanolproduktion und Gasaufbereitung<\/h3>\n<p>Bei der Methanolproduktion bestehen verschiedene Schwerpunkte. Das MPI-CEC besch\u00e4ftigt sich u.\u00a0a. mit dem Verhalten des Katalysators bei dynamischer Ver\u00e4nderung verschiedener Verfahrensparameter. Fraunhofer UMSICHT variiert die Zusammensetzung der Gase zur Ermittlung des Rahmens der f\u00fcr die Synthesen notwendigen Gasaufbereitung. Die Ergebnisse bilden u.\u00a0a. die Grundlage f\u00fcr Simulation der Methanolproduktion im vorgesehenen cross-industriellen Produktionsnetzwerk.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Zahlen und Fakten<\/h3>\n<h3>Carbon2Chem<sup>\u00ae<\/sup>-Labor<\/h3>\n<ul>\n<li>Standort: Fraunhofer UMSICHT, Oberhausen<\/li>\n<li>Betriebsbeginn: 1. Dezember 2017<\/li>\n<li>Laborfl\u00e4che: circa 500 Quadratmeter (zus\u00e4tzlich Wege-, Transport- und Montagefl\u00e4chen)<\/li>\n<li>B\u00fcroarbeitspl\u00e4tze: 30<\/li>\n<li>Besprechungsr\u00e4ume: 2<\/li>\n<li>Anlagen:<br \/>\nVersuchsanlagen zum Test von Katalysatoren inkl. ben\u00f6tigter Analytik<br \/>\nVersuchsanlagen zur Gasreinigung (Temperaturwechseladsorption, NT-Plasma)<br \/>\nAnalytik<br \/>\nGasversorgung: Jeder Laborplatz hat Anschluss an eine breite Palette an Reingasen.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Carbon2Chem<sup>\u00ae<\/sup>-Technikum<\/h3>\n<ul>\n<li>\u009fStandort: thyssenkrupp Steel Europe, Duisburg<\/li>\n<li>Baubeginn: 2. November 2016<\/li>\n<li>Einweihung: September 2018<\/li>\n<li>Grundst\u00fccksfl\u00e4che: 4 320 Quadratmeter<\/li>\n<li>Nutzfl\u00e4che: circa 3 000 Quadratmeter (zus\u00e4tzlich Wege-, Transport- und Montagefl\u00e4chen)<\/li>\n<li>Mitarbeiterinnen\/Mitarbeiter: 32<\/li>\n<li>Investitionssumme: 33,8 Mio. Euro (thyssenkrupp) und 8 Mio. Euro aus der<\/li>\n<li>F\u00f6rdersumme des BMBF. Das Projekt Carbon2Chem<sup>\u00ae<\/sup> wird mit 60 Mio. Euro vom BMBF gef\u00f6rdert.<\/li>\n<li>Anlagen:<br \/>\n2 Megawatt Wasserelektrolyse: bis zu ca. 440 Normkubikmeter Wasserstoff pro Stunde<br \/>\nGasreinigung: circa 170 Normkubikmeter Synthesegas pro Stunde<br \/>\nMethanolanlage: circa 2 Liter pro Stunde<br \/>\nEnergieversorgung: 5 Megawatt<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Carbon2Chem\u00ae: das Projekt<\/h3>\n<p>Der Grundgedanke: H\u00fcttengase als Rohstoffe f\u00fcr die chemische Industrie nutzen<br \/>\nCarbon2Chem<sup>\u00ae<\/sup> basiert darauf, dass H\u00fcttengase wertvolle chemische Elemente enthalten, darunter Kohlenstoff in Gestalt von Kohlenmonoxid und Kohlendioxid (CO<sub>2<\/sub>), Stickstoff und Wasserstoff. Damit eignen sie sich f\u00fcr die Produktion von Synthesegas, einem Vorprodukt, aus dem unterschiedliche Chemikalien hergestellt werden. Beispiele sind Harnstoff, Methanol, Polymere oder h\u00f6here Alkohole. Synthesegase werden in der Chemie bisher aus fossilen Energietr\u00e4gern wie Erdgas oder Kohle gewonnen. Carbon2Chem<sup>\u00ae<\/sup> wandelt das in den Stahlwerksemissionen enthaltene CO<sub>2<\/sub> um und reduziert durch seine Nutzung auch den Bedarf an fossilen Rohstoffen, die bisher in der Chemieindustrie beim Erzeugen von Synthesegas eingesetzt werden.<\/p>\n<h3>Potenzial: 20 Mio. Tonnen CO<sub>2<\/sub> der deutschen Stahlindustrie verwertbar<\/h3>\n<p>Die Technologie kann, wenn sie gro\u00dftechnisch umgesetzt wird, schon mittelfristig rund 20 Millionen Tonnen der j\u00e4hrlichen Kohlendioxid-Emissionen der deutschen Stahlbranche wirtschaftlich verwertbar machen. Ziel ist es, die Technologie auch in anderen CO<sub>2<\/sub>-intensiven Industrien einzusetzen. Die CO<sub>2<\/sub>-Emission aus der Produktion des einen Unternehmens stellt die Rohstoffquelle des n\u00e4chsten Unternehmens dar. Der modulare Ansatz zur CO<sub>2<\/sub>-Nutzung innerhalb solch cross-industrieller Netzwerke erm\u00f6glicht die Verbindung von Klimaschutz und Wettbewerbsf\u00e4higkeit f\u00fcr gro\u00dfe Industriestandorte in Deutschland und anderen Teilen der Welt.<\/p>\n<h3>\u00dcbertragbarkeit auf andere CO<sub>2<\/sub>-intensive Industrien weltweit<\/h3>\n<p>An Carbon2Chem<sup>\u00ae<\/sup> besteht hohes Interesse, auch au\u00dferhalb von Europa. Weltweit gibt es etwa 50 Stahlwerke, die f\u00fcr Carbon2Chem<sup>\u00ae<\/sup> in Frage kommen. Au\u00dferdem f\u00fchren die Partner bereits Gespr\u00e4che mit Interessenten aus verschiedenen Regionen, wie die Technologie auch auf andere CO<sub>2<\/sub>-intensive Branchen \u00fcbertragen werden kann. Carbon2Chem<sup>\u00ae<\/sup> kann einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, das bei der UN-Klimakonferenz 2015 formulierte Ziel der Treibhausgasneutralit\u00e4t in der zweiten H\u00e4lfte des Jahrhunderts zu erreichen.<\/p>\n<p>Carbon2Chem<sup>\u00ae<\/sup> ist ein von der thyssenkrupp AG, dem Max-Planck-Institut f\u00fcr Chemische Energiekonversion (MPI-CEC) und Fraunhofer UMSICHT koordiniertes Gro\u00dfprojekt mit 14 weiteren Partnern aus Forschung und Industrie. Das 2016 gestartete Projekt wird vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) mit ca. 63 Millionen Euro gef\u00f6rdert. Es soll in einer Reihe von aufeinander abgestimmten Verbundprojekten klimaschutzrelevante Ma\u00dfnahmen technisch zur Umsetzung bringen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Weitere Informationen<\/h3>\n<p><a href=\"https:\/\/www.umsicht.fraunhofer.de\/de\/strategische-forschungslinien\/kohlenstoffkreislauf.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ausf\u00fchrliche Informationen zu Carbon2Chem<\/a><sup><a href=\"https:\/\/www.umsicht.fraunhofer.de\/de\/strategische-forschungslinien\/kohlenstoffkreislauf.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00ae<\/a><br \/>\n<\/sup><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.umsicht.fraunhofer.de\/de\/strategische-forschungslinien\/kohlenstoffkreislauf\/glossar-carbon2chem.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Glossar Carbon2Chem<sup>\u00ae<\/sup><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei Carbon2Chem\u00ae arbeitet seit 2016 ein Konsortium aus Industrie und Forschung daran, H\u00fcttengase aus der Stahlproduktion als Rohstoffquelle f\u00fcr die chemische Industrie zu erschlie\u00dfen. 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