{"id":6122,"date":"2003-06-13T00:00:00","date_gmt":"2003-06-12T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20030613-05n"},"modified":"2003-06-13T00:00:00","modified_gmt":"2003-06-12T22:00:00","slug":"tannin-neues-bindemittel-aus-nachwachsenden-rohstoffen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/tannin-neues-bindemittel-aus-nachwachsenden-rohstoffen\/","title":{"rendered":"Tannin &#8211; neues Bindemittel aus nachwachsenden Rohstoffen"},"content":{"rendered":"<p>Tanninharz ist als Verg\u00fctungsmittel im Weinbau seit Jahrhunderten bekannt. Es wurde \u00fcber lange Zeit zum Gerben von Lederwaren und als nat\u00fcrliches Korrosionsschutzmittel verwendet. In der traditionellen Medizin wird diesem Rinden- und Baumextrakt (quebracho, aspidosperma) eine stimulierende Wirkung zugeschrieben. Tannin ist ein Rohstoff, der auf allen Kontinenten nachw\u00e4chst. <\/p>\n<p>Wenn es um innovative und nachhaltige Perspektiven im Holzwerkstoffbereich geht, wird das Tanninharz als nat\u00fcrliches Bindemittel zuk\u00fcnftig eine wichtige Rolle spielen. Es gibt weltweit sehr unterschiedliche Tanninarten, wobei die Bindekraft in der Regel mit der H\u00e4rte des Holzes zunimmt. Die bekanntesten Tanninarten sind in zwei Gruppen aufgeteilt, eine gelblich-hellbraune (Pyrogallol.) und eine r\u00f6tlich-br\u00e4unliche (Benzkatechinc) Sorte, die sich jeweils in hydrolysierbare und kondensierte Tannine aufteilen lassen:<\/p>\n<p><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20030613-05\/Tannin-weltweit.jpg\" align=\"left\" style=\"margin-right:10px;\" BORDER=\"0\" ALT=\"Tannin-weltweit\"\/><br style=\"clear:left;\"\/><br \/>F\u00fcr die Produktion von Holzwerkstoffplatten hat das Tannin des Quebrachobaumes und der Mimosenb\u00e4ume die beste Vernetzungs- und Bindekraft. Die heimische Kieferrinde kann als Substitutionsanteil in begrenztem Umfang das \u00fcberseeische Tannin ersetzen. Um den Bedarf dieser nachwachsenden Bindemittel sicherzustellen, werden die wild wachsenden Baumarten heute in Plantagen gez\u00fcchtet und kultiviert. Einer der gro\u00dfen Anbieter bringt allein 400.000 S\u00e4mlinge pro Jahr zur Aufzucht und sichert sich damit eine nachhaltige Waldbewirtschaftung, wie wir sie aus unseren W\u00e4ldern kennen.<\/p>\n<p><b>Die Aufbereitung des Tannins<\/b><br \/>Das Quebracho-Extrakt wird aus dem Kernholz des Quebrachobaumes gewonnen, der in der geographischen Zone des Chacos in Argentinien und Paraguay w\u00e4chst. Das spezifische Gewicht dieses Holzes liegt bei 1,3 und ist damit eines der h\u00e4rtesten H\u00f6lzer, die wir kennen.<\/p>\n<p>Die von Rinde und Splint befreiten St\u00e4mme werden mechanisch zu Sp\u00e4nen zerkleinert und in Autoklaven unter Zugabe von hei\u00dfem Wasser und Druck aufbereitet. Bei diesem Extraktionsprozess werden die nat\u00fcrlichen Inhaltsstoffe getrennt in Gerbs\u00e4uren, Nichtgerbs\u00e4uren und unl\u00f6sliche Substanzen. Stufenweise werden die Tanninanteile konzentriert und zur Pulverform getrocknet. Bei diesem Trocknungsprozess werden durch die Zugabe von Alkohol und Hei\u00dfluft die Tanninpartikel mit einem feinen Film ummantelt, der bei der sp\u00e4teren Zugabe von Wasser sich sehr schnell l\u00f6st und die Bindekraft entwickelt. <\/p>\n<p><b>Nachhaltige Entwicklungen mit der AGENTUR 21 und der ARGE kdR<\/b><br \/>Die Rohstoffvorr\u00e4te Holz und Tannin stehen bei entsprechender Waldbewirtschaftung unbegrenzt zur Verf\u00fcgung und sind aufgrund des photosynthetischen Ursprungs beispielhaft f\u00fcr eine nachhaltige Entwicklung, wie sie 1992 in Rio von 178 Staaten dieser Welt in der Agenda 21 festgeschrieben wurde. Durch den Plantagenanbau der Quebrachob\u00e4ume ist dieses Verfahren ein gutes Beispiel, bei dem die globale Verantwortung zur Wirkung kommt und in strukturschwachen Gebieten dieser Welt eine nachhaltige Industrie gesichert wird. <\/p>\n<p>Die Marktf\u00e4higkeit dieser neuen Produkte und Verfahren wird deshalb sehr davon abh\u00e4ngig sein, ob k\u00fcnftig die innovativen Entwicklungen nicht nur bei der Forschungen und Entwicklungen gef\u00f6rdert werden, sondern auch in der Markteinf\u00fchrung und im Alltag eine besondere Zuwendung und F\u00f6rderung erfahren. Der Nachhaltigkeitsaspekt und die Generationenverantwortung muss sich zur konsequenten Entscheidungsgrundlage bei allen Bau-, Renovierungs- und Beschaffungsma\u00dfnahmen entwickeln und etablieren.<\/p>\n<p>Bei einer j\u00e4hrlichen Produktionsmenge in der BRD von ca. 10 Mio. Kubikmeter = 600 Mio. Quadratmeter Holzwerkstoffplatten kann mit der Tanninbindung ein wichtiger nachhaltiger Beitrag geleistet werden, der im Alltag vor allem bei den staatlichen Bauma\u00dfnahmen und Geb\u00e4udeausstattungen eine Rolle spielen sollte. Die naturharzgebundenen NATURA-Spanplatten k\u00f6nnen ab sofort \u00fcber den qualifizierten Fachhandel bezogen werden.<\/p>\n<p>H\u00e4ndlerlisten erhalten Sie bei:<br \/><b>AGENTUR 21<\/b><br \/>Manfred Krines<br \/>Seubertstra\u00dfe 8<br \/>D- 76131 Karlsruhe <br \/>Tel + Fax: 0700-20 03 00-21<br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:agentur21@web.de\">agentur21@web.de<\/a> <\/p>\n<p>(Vgl. Meldungen vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/neue-richtlinien-der-arge-kdr\/\" >2003-05-15<\/a> und <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/oeko-spanplatten-sind-tannin-gebunden\/\" >2003-02-05<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tanninharz ist als Verg&uuml;tungsmittel im Weinbau seit Jahrhunderten bekannt. 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