{"id":61210,"date":"2019-03-06T06:41:01","date_gmt":"2019-03-06T05:41:01","guid":{"rendered":"https:\/\/rss.nova-institut.net\/public.php?url=http%3A%2F%2Fwww.chemie.de%2Fnews%2F1159822%2Fwie-power-to-gas-umweltfreundlich-und-rentabel-wird.html%3FWT.mc_id%3Dca0065%26pk_campaign%3Dca0065"},"modified":"2021-09-09T21:30:56","modified_gmt":"2021-09-09T19:30:56","slug":"wie-power-to-gas-umweltfreundlich-und-rentabel-wird","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wie-power-to-gas-umweltfreundlich-und-rentabel-wird\/","title":{"rendered":"Wie \u201ePower-to-Gas\u201c umweltfreundlich und rentabel wird"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wasserstoff k\u00f6nnte schon heute mit Strom aus Windkraft profitabel produziert werden. Bislang galt diese umweltfreundliche \u201ePower-to-Gas\u201c-Methode als unrentabel. \u00d6konomen der Technischen Universit\u00e4t M\u00fcnchen (TUM) und der Universit\u00e4t Mannheim zeigen nun, wie die Technologie mit flexiblen Produktionsanlagen und einer \u00c4nderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes zu einem wichtigen Baustein der Energiewende werden kann.<\/strong><\/p>\n<p>Ob bei der Herstellung von D\u00fcnger, als K\u00fchlmittel in Kraftwerken oder in Brennstoffzellen f\u00fcr Autos: Wasserstoff ist ein vielseitig einsetzbares Gas. F\u00fcr die Industrie wird es heute \u00fcberwiegend aus fossilen Rohstoffen hergestellt, vor allem aus Erdgas und Kohle. In einem umweltfreundlichen Energiesystem k\u00f6nnte Wasserstoff aber auch eine andere Rolle spielen, als wichtiger Speicher und Stromnetzstabilisator: \u00dcbersch\u00fcssige Wind- und Solarenergie kann genutzt werden, um das Gas mit Elektrolyse aus Wasser zu gewinnen. Dieses Verfahren wird Power-to-Gas genannt. Die Energie kann der Wasserstoff sp\u00e4ter zur\u00fcckgeben, indem er beispielsweise in Brennstoffzellen Strom und W\u00e4rme erzeugt, im Erdgasnetz beigemischt oder in synthetisches Erdgas umgewandelt wird.<\/p>\n<h3>\u201eVerkaufe ich die Energie oder wandle ich sie um?\u201c<\/h3>\n<p>Doch Power-to-Gas galt bislang als nicht wettbewerbsf\u00e4hig. <a href=\"https:\/\/www.controlling.wi.tum.de\/lehrstuhlteam\/mitarbeiter\/gunther-glenk-msc\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gunther Glenk<\/a> vom Lehrstuhl f\u00fcr Controlling der TUM und <a href=\"\/\/www.gsb.stanford.edu\/faculty-research\/faculty\/stefan-j-reichelstein\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Prof. Stefan Reichelstein<\/a>, der an der Universit\u00e4t Mannheim und der Stanford University forscht, haben nun berechnet, wie Wasserstoff zu hundert Prozent CO<sub>2<\/sub>-frei und gleichzeitig rentabel produziert werden kann. Ihre <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41560-019-0326-1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Studie<\/a>, die in der renommierten Fachzeitschrift \u201eNature Energy\u201c erschienen ist, zeigt, dass f\u00fcr die derzeitige Marktsituation in Deutschland zwei Faktoren entscheidend sind:<\/p>\n<ul>\n<li>Es m\u00fcssen Anlagen zum Einsatz kommen, die Strom sowohl ins Netz einspeisen als auch zur Wasserstoffproduktion nutzen. Diese Kombi-Anlagen, die bislang nur vereinzelt betrieben werden, m\u00fcssten optimal auf die gro\u00dfen Schwankungen der Windkraft und der Preise am Strommarkt reagieren. \u201eDer Betreiber kann zu jedem Zeitpunkt entscheiden: Verkaufe ich die Energie oder wandle ich sie um\u201c, erkl\u00e4rt Stefan Reichelstein.<\/li>\n<li>Ge\u00e4ndert werden muss das Erneuerbare-Energien-Gesetz, das die Einspeiseverg\u00fctung regelt. Diese garantiert derzeit Energieerzeugern Mindestpreise, wenn sie Strom ins Netz geben. \u201eWasserstoffspeicher kann man in Deutschland mit einer einfachen Stellschraube rentabel machen\u201c, sagt Gunther Glenk. \u201eDie Verg\u00fctung wird nicht f\u00fcr die Einspeisung, sondern f\u00fcr die Erzeugung erneuerbarer Energie gezahlt. Dann habe ich die Wahl, direkt zu verkaufen oder zu speichern.\u201c<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Produktion f\u00fcr einige Branchen w\u00fcrde sich schon rechnen<\/h3>\n<p>In Deutschland w\u00e4re unter diesen Voraussetzungen schon heute die Wasserstoffproduktion mit Windkraft bis zu gewissen Mengen konkurrenzf\u00e4hig gegen\u00fcber der Produktion aus fossilen Quellen. \u201eF\u00fcr mittel- bis kleinvolumige Produktionen w\u00fcrde sich der Einsatz der Anlagen bereits rechnen\u201c, sagt Reichelstein. Solche Mengen ben\u00f6tigen beispielsweise die Metall- und die Elektronikindustrie \u2013 oder eine Gabelstaplerflotte auf dem Fabrikgel\u00e4nde. F\u00fcr den Zeitraum bis 2030 prognostizieren die \u00d6konomen die Wettbewerbsf\u00e4higkeit auch in gro\u00dfem Ma\u00dfstab, zum Beispiel f\u00fcr Raffinerien und die Ammoniakproduktion, sofern die Kosten f\u00fcr Windkraft- und Elektrolyseanlagen \u00e4hnlich stark fallen wie in den vergangenen Jahren.<\/p>\n<h3>Energietr\u00e4ger f\u00fcr intelligente Infrastruktur<\/h3>\n<p>Das Modell der \u00d6konomen bietet eine Planungsgrundlage f\u00fcr Industrie und Energiepolitik, da es viele weitere Faktoren wie etwa Abgaben auf CO<sub>2<\/sub>-Emmissionen einbeziehen und die optimalen Kapazit\u00e4ten der beiden Anlagen-Komponenten berechnen kann. Auch auf andere Staaten ist es anwendbar: F\u00fcr Texas haben die Forscher ebenfalls die Wettbewerbsf\u00e4higkeit gezeigt.<\/p>\n<p>\u201ePower-to-Gas bietet Unternehmen verschiedener Branchen neue Gesch\u00e4ftsmodelle\u201c, sagt Glenk. \u201eEnergieversorger k\u00f6nnen zum Wasserstofflieferanten der Industrie werden. Das produzierende Gewerbe kann mit eigenen Kombi-Anlagen in die dezentrale Stromversorgung einsteigen. So k\u00f6nnen wir eine klimafreundliche und intelligente Infrastruktur aufbauen, die Stromversorgung, Produktion und Verkehr optimal verbindet.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wasserstoff k\u00f6nnte schon heute mit Strom aus Windkraft profitabel produziert werden. Bislang galt diese umweltfreundliche \u201ePower-to-Gas\u201c-Methode als unrentabel. \u00d6konomen der Technischen Universit\u00e4t M\u00fcnchen (TUM) und der Universit\u00e4t Mannheim zeigen nun, wie die Technologie mit flexiblen Produktionsanlagen und einer \u00c4nderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes zu einem wichtigen Baustein der Energiewende werden kann. Ob bei der Herstellung von D\u00fcnger, [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572,5571],"tags":[14051,15133],"supplier":[263,15510],"class_list":["post-61210","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","category-co2-based","tag-energie","tag-power-to-gas","supplier-technische-universitaet-muenchen","supplier-universitaet-mannheim"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/61210","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=61210"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/61210\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=61210"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=61210"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=61210"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=61210"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}