{"id":61005,"date":"2019-02-28T07:32:23","date_gmt":"2019-02-28T06:32:23","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=61005"},"modified":"2021-09-09T21:31:04","modified_gmt":"2021-09-09T19:31:04","slug":"erste-power-to-gas-anlage-in-einer-wohnanlage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/erste-power-to-gas-anlage-in-einer-wohnanlage\/","title":{"rendered":"Erste Power-to-Gas-Anlage in einer Wohnanlage"},"content":{"rendered":"<p>Die Stadtwerke Augsburg (swa) haben mit der Partnerfirma EXYTRON weltweit erstmals eine dezentrale Power-to-Gas-Anlage in eine bestehende Wohnanlage eingebaut und in Betrieb genommen.<\/p>\n<p>Die weltweit erste dezentrale Power-to-Gas-Anlage in einem Bestandsgeb\u00e4ude haben jetzt in Betrieb genommen (v. li.): Alfred M\u00fcllner (Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Stadtwerke Augsburg),&#8230;<br \/>\nDamit kann eine Herausforderung der Energiewende gemeistert werden: \u00fcbersch\u00fcssiger, regenerativ erzeugter Strom wird in synthetisches Erdgas umgewandelt und kann damit vor Ort gespeichert werden. Die Verbrennung erfolgt dann in einem markt\u00fcblichen Blockheizkraftwerk und Brennwertthermen. Damit werden in der seit 1974 bestehenden Wohnanlage der Wohnbaugruppe Augsburg \u00fcber 180 Bewohner in 70 Wohnungen klimafreundlich mit Strom und W\u00e4rme versorgt.<\/p>\n<p>Ich freue mich, dass dieses wegweisende Projekt als Kooperation von zwei st\u00e4dtischen Unternehmen umgesetzt wird\u201c, erkl\u00e4rt Augsburgs Oberb\u00fcrgermeister Dr. Kurt Gribl bei der Inbetriebnahme. \u201eDiese innovative Smart-Energy-Technologie ist ein enormer Gewinn f\u00fcr den Klimaschutz und die Luftreinhaltung in Augsburg\u201c, so Stadtwerke-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Alfred M\u00fcllner. \u201eSie reduziert den Aussto\u00df von Kohlendioxid (CO2), Stickstoffoxid und Feinstaub um bis zu 100 Prozent.\u201c Und die Anlage erm\u00f6glicht \u201edie Energiewende f\u00fcr Alle\u201c, so M\u00fcllner, auch f\u00fcr Mieter in Mietswohnungen.<\/p>\n<p>In einem zun\u00e4chst (nach KfW 100) sanierten Wohnblock mit knapp 5.400 Quadratmetern Wohnfl\u00e4che der Wohnbaugruppe in der Augsburger Marconistra\u00dfe wurde eine Photovoltaikanlage auf dem Dach installiert. Der Strom wird bevorzugt direkt von den Mietern verbraucht oder dazu genutzt, um in einer Elektrolyseanlage Wasserstoff zu erzeugen. Dieser wird umgehend mit dem Kohlendioxid aus der sp\u00e4teren Verbrennung zu synthetischem, regenerativem Erdgas umgewandelt und kann problemlos gespeichert werden. Bei Bedarf wird aus dem so gewonnen Erdgas mit einem Blockheizkraftwerk und Brennwertthermen W\u00e4rme und Strom f\u00fcr die Mieter erzeugt.<\/p>\n<p>Ein geschlossener Kreislauf<\/p>\n<p>\u201eBei dem System handelt es sich um einen geschlossenen Kreislauf\u201c, erkl\u00e4rt Stadtwerke-Projektleiter Karl-Heinz Viets.<\/p>\n<p>\u201eDie Abw\u00e4rme aus der Elektrolyse und Methanisierung wird ebenfalls als W\u00e4rme f\u00fcr das Haus genutzt und das freiwerdende CO2 aus der Verbrennung im Blockheizkraftwerk und den Brennwertthermen wird aufgefangen und als Wertstoff st\u00e4ndig wieder f\u00fcr die Produktion von synthetischem Erdgas aus Wasserstoff eingesetzt. Zudem entstehen bei der Verbrennung von regenerativem Erdgas kein Stickoxid und keine Feinst\u00e4ube.\u201c<\/p>\n<p>Nutzungsgrad von rund 90 Prozent<\/p>\n<p>\u201eDas Besondere: Der Strom aus der Photovoltaikanlage aber auch \u00fcbersch\u00fcssiger Strom aus dem Stromnetz, l\u00e4sst sich so kurzfristig und saisonal mit dieser neuartigen Power-to-Gas-Anlage speichern\u201c, erkl\u00e4rt Klaus Schirmer, Vertriebsleiter der ausf\u00fchrenden EXYTRON GmbH. \u201eUnd weil jegliche W\u00e4rme, die bei dem Prozess erzeugt wird, im Geb\u00e4ude genutzt werden kann, ergibt sich ein bisher unerreichter Nutzungsgrad von rund 90 Prozent.\u201c<\/p>\n<p>Dieser von dem Rostocker Unternehmen EXYTRON entwickelte hocheffiziente Wirkungskreislauf, kann den CO2-Fu\u00dfabdruck des alten, sanierten Geb\u00e4udeblocks deutlich auf das vergleichbare Niveau eines im Bereich der Bestandsbauten bisher noch nicht erreichten Passivhaus Plus Standards absenken. Damit kann der erst f\u00fcr das Jahr 2050 vorgesehene Klimaschutzstandard der Bundesregierung sozial vertr\u00e4glich bereits heute f\u00fcr \u00e4ltere Bestandsbauten umgesetzt werden.<\/p>\n<p>Die Mieter sparen<\/p>\n<p>\u201eDer Vorteil liegt darin, dass sich die Anlage ohne gro\u00dfen Aufwand in bestehende Geb\u00e4ude einbauen l\u00e4sst. Als kommunales Unternehmen sehen wir uns in einer Vorreiterrolle, dieses innovative Projekt mitzugestalten. Und das Beste ist: Die Mieter sparen noch dabei\u201c, sagt Dr. Mark Dominik Hoppe. Der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Wohnbaugruppe Augsburg betont auch: Sollte der Selbstversorgerzyklus unterbrochen sein, sorgen Strom und Gasanschluss daf\u00fcr, dass trotzdem Energie und W\u00e4rme f\u00fcr die Bewohner verf\u00fcgbar sind.<\/p>\n<p>Das Pilotprojekt, das die swa zusammen mit der Wohnbaugruppe in Zusammenarbeit mit der EXYTRON GmbH ausf\u00fchrt, wurde von der Projektentwicklungsgesellschaft \u201eenergy forever\u201c (Dr. Johannes Strasser, Gundelfingen) initiiert und begleitet. Die Arbeiten an der Anlage starteten im Fr\u00fchjahr 2018 und wurde Mitte Februar 2019 in Betrieb genommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Stadtwerke Augsburg (swa) haben mit der Partnerfirma EXYTRON weltweit erstmals eine dezentrale Power-to-Gas-Anlage in eine bestehende Wohnanlage eingebaut und in Betrieb genommen. 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