{"id":60870,"date":"2019-02-25T07:29:08","date_gmt":"2019-02-25T06:29:08","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=60870"},"modified":"2019-02-19T14:02:07","modified_gmt":"2019-02-19T13:02:07","slug":"wenn-man-die-buecher-einpflanzt-wachsen-blumen-daraus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wenn-man-die-buecher-einpflanzt-wachsen-blumen-daraus\/","title":{"rendered":"&#8220;Wenn man die B\u00fccher einpflanzt, wachsen Blumen daraus&#8221;"},"content":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend die Literaturszene immer wieder dar\u00fcber diskutiert, was Schundliteratur ist und was nicht, was also eher in die M\u00fclltonne als ins Regal geh\u00f6rt, geht der Dresdner Kay Hedrich, 35, in Sachen Buch ganz eigene Wege. Mit seiner Firma Matabooks stellt er B\u00fccher her, die man &#8211; gefallen sie einem doch nicht &#8211; zumindest auf den Kompost werfen\u00a0kann.<\/p>\n<p>SZ: Herr Hedrich, wie viele B\u00fccher haben Sie schon weggeworfen?<\/p>\n<p>Kay Hedrich: Was meinen Sie mit\u00a0weggeworfen?<\/p>\n<p>Na, Sie produzieren doch jetzt B\u00fccher, die man auf den Kompost werfen kann.<\/p>\n<p>Ach so. Sie meinen, dass unsere B\u00fccher nur aus nat\u00fcrlichen Materialen hergestellt sind. F\u00fcr das Papier verwenden wir Gras, die Lesezeichenb\u00e4nder sind aus Baumwolle, wir benutzen nur Biofarben und wasserbasierten Klebstoff. Alles in unseren B\u00fcchern kommt von der Natur und geht wieder in die Natur\u00a0zur\u00fcck.<br \/>\nSZ-Magazin<br \/>\nVeganer Ersatz<br \/>\nWie die Ananas der Lederindustrie gef\u00e4hrlich werden k\u00f6nnte<br \/>\nWer auf tierische Produkte verzichten will, hat mit Leder ein Problem. Die Expertin Carmen Hijosa fragte sich: L\u00e4sst sich dieser Stoff auch auf andere Art gewinnen &#8211; etwa aus einer Frucht?<br \/>\nSie meinen, es wird weggeworfen.<\/p>\n<p>Wegwerfen ist das falsche Wort. Der Natur wieder zur\u00fcckgeben, w\u00fcrde ich eher\u00a0sagen.<\/p>\n<p>Wenn man eines Ihrer B\u00fccher zu lange auf der Terrasse liegen l\u00e4sst, kompostiert das dann vor sich hin?<\/p>\n<p>Ganz so schnell geht es nicht. Aber wir haben auch Notizb\u00fccher im Angebot, in deren Cover Wildblumensamen eingearbeitet sind. Wenn man die B\u00fccher einpflanzt, wachsen Blumen\u00a0daraus.<\/p>\n<p>Blumen? Aus Ihren B\u00fcchern?<\/p>\n<p>Genau. Alle B\u00fccher sind auch\u00a0vegan.<br \/>\nKay Hedrich: Flexitarier, aber Hersteller von veganen B\u00fcchern.<\/p>\n<p>(Foto: Matabooks)<br \/>\nWieso vegan? Man isst das Buch doch nicht.<\/p>\n<p>Aber es werden tierische Bestandteile f\u00fcr die Buchherstellung verwendet, und das wollen wir ja nicht. Normalerweise entsteht Buchbinderleim aus Knochen, die man auskocht. Oder nehmen Sie die Druckfarben, da ist oft umweltsch\u00e4dliches Mineral\u00f6l drin. Und f\u00fcr den roten Farbstoff Karmin m\u00fcssen auch jede Menge Cochenilleschildl\u00e4use\u00a0sterben.<\/p>\n<p>Haben Sie schon mal Leser getroffen, die gesagt haben, ich h\u00e4tte gerne ein veganes Buch?<\/p>\n<p>Wenn wir auf Messen dar\u00fcber aufkl\u00e4ren, wie viel Tierisches am Buch dran ist, sind alle immer erstaunt. Dann sagen die Leute, oh, jetzt will ich ein veganes\u00a0Buch.<\/p>\n<p>Wie viele vegane B\u00fccher haben Sie denn schon im Programm?<\/p>\n<p>Zwei.<\/p>\n<p>Zwei?<\/p>\n<p>Einen Roman und ein\u00a0Kinderbuch.<\/p>\n<p>Wie kommt man darauf, ein veganes Buch zu machen?<\/p>\n<p>Man wacht jetzt nicht auf und hat die Erleuchtung, das kommt mit der Zeit. Ich habe Mediengestalter gelernt und bin viel gereist. Und dann sieht man die Welt und auch die ganze\u00a0Umweltverschmutzung.<\/p>\n<p>Und dann macht man ein veganes Buch?<\/p>\n<p>Vegan ist ja ein Begriff, den man eher so vom Essen kennt, aber wir haben keine bessere Bezeichnung daf\u00fcr\u00a0gefunden.<br \/>\nF\u00fcr das Papier wird Gras verwendet, die Lesezeichenb\u00e4nder sind aus Baumwolle.<\/p>\n<p>(Foto: Matabooks)<\/p>\n<p>Sind Sie selbst Veganer?<\/p>\n<p>Ich esse kein Fleisch, keine Eier, trinke keine Milch, aber f\u00fcr Fisch mache ich ab und zu eine\u00a0Ausnahme.<\/p>\n<p>Also Flexitarier.<\/p>\n<p>Wahrscheinlich\u00a0ja.<\/p>\n<p>Welche \u00d6kobilanz haben Ihre B\u00fccher?<\/p>\n<p>Kann ich so nicht sagen. Aber alle unsere B\u00fccher sind regional hergestellt, wir binden vieles mit der Hand, wenn wir drucken, dann nur mit \u00d6kostrom. Und unsere Mitarbeiter kommen \u00fcberwiegend mit dem \u00f6ffentlichen\u00a0Nahverkehr.<\/p>\n<p>Und haben Sie jetzt schon mal ein Buch weggeworfen?<\/p>\n<p>Nein. Ich lese ja auch viele B\u00fccher zweimal, dreimal oder\u00a0f\u00fcnfmal.<\/p>\n<p>Sie behalten auch die schlechten?<\/p>\n<p>Die verschenke ich oder gebe ich\u00a0weiter.<\/p>\n<p>Und wenn wirklich keiner das Buch will?<\/p>\n<p>K\u00f6nnte man doch mal \u00fcber die Papiertonne\u00a0nachdenken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend die Literaturszene immer wieder dar\u00fcber diskutiert, was Schundliteratur ist und was nicht, was also eher in die M\u00fclltonne als ins Regal geh\u00f6rt, geht der Dresdner Kay Hedrich, 35, in Sachen Buch ganz eigene Wege. 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