{"id":60787,"date":"2019-02-20T07:26:24","date_gmt":"2019-02-20T06:26:24","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=60787"},"modified":"2021-09-09T21:31:26","modified_gmt":"2021-09-09T19:31:26","slug":"power-to-gas-sektorkopplung-auf-dem-flachen-land","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/power-to-gas-sektorkopplung-auf-dem-flachen-land\/","title":{"rendered":"Power-to-Gas: Sektorkopplung auf dem flachen Land"},"content":{"rendered":"<p>Niedersachsen ist ein Schwerpunkt der Offshore- und Onshorewinderzeugung. Nun k\u00f6nnte das Bundesland zum Standort mehrerer Power to Gas-Anlagen im MW-Ma\u00dfstab werden.<\/p>\n<p>Grund ist neben der hohen Einspeisung von Strom aus Windenergieanlagen das bestehende Erdgasnetz der Fernleitungsnetzbetreiber. Mit dem <a href=\"https:\/\/www.amprion.net\/ptg\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Projekt Hybridge<\/a> stehen Amprion und Open Grid Europe (OGE) bereit, die Sektorenkopplung auf Systemebene in Deutschland zu starten, so die Unternehmen in einer Mitteilung. Die Projektpartner planen, im Landkreis Emsland einen Elektrolyseur in der 100-MW-Klasse zu errichten und eine Wasserstoffinfrastruktur aufzubauen.<\/p>\n<p>\u201eWir sind mit der Planung so weit, dass wir in die Genehmigungsphase eintreten k\u00f6nnen\u201c, sagt Thomas H\u00fcwener, Mitglied der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung von OGE. \u201eAber wir brauchen noch das \u201aGo\u2018 aus der Politik.\u201c<\/p>\n<p>Dieses m\u00fcsse nun schnell kommen damit Sektorenkopplung auf Systemebene auch einen Beitrag zum Erreichen der Pariser Klimaziele leisten k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Die deutschen Klimaziele, der Ausstieg aus der Kernkraft und der sich abzeichnende Kohleausstieg bedeuten eine enorme Herausforderung f\u00fcr das deutsche Energiesystem, hei\u00dft es. Man m\u00fcsse jetzt die Voraussetzungen schaffen, damit Power-to-Gas nach 2030 im Gigawatt-Ma\u00dfstab zur Verf\u00fcgung steht und Sektorenkopplung auf Systemebene m\u00f6glich wird.<\/p>\n<p>Pilotregion Landkreis Emsland<br \/>\nStandort f\u00fcr die erste Power-to-Gas-Anlage in dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung, bei der Strom aus Erneuerbaren Energien \u00fcber einen Elektrolyseur in gr\u00fcnen Wasserstoff und zum Teil weiter in gr\u00fcnes Methan umgewandelt wird, wird an einem Schnittpunkt zwischen dem Amprion- und dem OGE-Netz im Landkreis Emsland sein.<\/p>\n<p>Dort wollen die Projektpartner neben dem Elektrolyseur in der 100-MW-Klasse eine bestehende OGE-Pipeline f\u00fcr den ausschlie\u00dflichen Transport von Wasserstoff weiterentwickeln. Die Kosten f\u00fcr das Vorhaben sch\u00e4tzen die Partner auf 150 Mio. Euro.<\/p>\n<p>Der Wasserstoff kann von Unternehmen direkt genutzt werden. Au\u00dferdem befindet sich eine Wasserstofftank- und -verladestation in der Region. Die Projektpartner f\u00fchrten zum Vorhaben bereits einen konstruktiven Dialog mit der Stadt Lingen und dem Landkreis Emsland. Laut H\u00fcwener k\u00f6nnen perspektivisch auch die in der Region vorhandenen Erdgasspeicher auf Wasserstoff umgewidmet werden.<\/p>\n<p>Ein Teil des bestehenden Gasnetzes kann zudem f\u00fcr den ausschlie\u00dflichen Transport von Wasserstoff genutzt werden. Zuk\u00fcnftig werden laut Unternehmensangaben weitere Teile der Gasinfrastruktur f\u00fcr den Transport von Wasserstoff ins Ruhrgebiet und dar\u00fcber hinaus umgewidmet.<\/p>\n<p>\u201eAu\u00dferdem k\u00f6nnen wir Wasserstoff in geringen Mengen zumischen oder nach Umwandlung in Methan direkt in das Erdgasnetz einspeisen\u201c, so Thomas H\u00fcwener.<\/p>\n<p>Sektorkopplung<br \/>\nDas Grundkonzept der Sektorenkopplung auf Systemebene von Amprion und OGE sieht vor, die geplante Infrastruktur zur Kopplung ihrer Netze allen Marktteilnehmern diskriminierungsfrei (\u201eThird Party Access\u201c) zur Verf\u00fcgung zu stellen.<\/p>\n<p>Die begrenzte Br\u00fcckenkapazit\u00e4t zwischen Strom- und Gasinfrastruktur werden die Projektpartner nach eigenen Angaben H\u00e4ndlern oder Direktabnehmern in Auktionen anbieten. Die Auktionserl\u00f6se werden den Kosten gegengerechnet und entlasten so den Netzkunden.<br \/>\nDieses Prinzip ist bei grenz\u00fcberschreitenden Kuppelleitungen im Stromsystem und in Gastransportkapazit\u00e4ten seit Jahren europaweit etabliert, hei\u00dft es.<\/p>\n<p>Regulatorischer Rahmen<br \/>\n\u201eWir wollen diese Technologie f\u00fcr die deutsche Volkswirtschaft erfolgreich im gro\u00dftechnischen Ma\u00dfstab realisieren. Wir brauchen nun die regulatorische M\u00f6glichkeit, das Projekt umzusetzen\u201c, so Amprion und OGE. Nun sei die Politik am Zug. \u201cWenn die Weichen jetzt gestellt werden, kann die Anlage 2023 bereits in Betrieb gehen\u201c, hei\u00dft es.<\/p>\n<p>Tennet baut Pilotanlage im Landkreis Ammerland<br \/>\nBereits vorigen Herbst k\u00fcndigten Tennet, Gasunie und Thyssengas den Bau einer Power to Gas-Anlage mit 100 MW im Landkreis Ammerland s\u00fcdlich von Wilhelmshaven an. <a href=\"https:\/\/www.energiespektrum.de\/leuchtturm-auf-dem-flachen-land-28005\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hier der Beitrag zum Nachlesen<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Niedersachsen ist ein Schwerpunkt der Offshore- und Onshorewinderzeugung. Nun k\u00f6nnte das Bundesland zum Standort mehrerer Power to Gas-Anlagen im MW-Ma\u00dfstab werden. Grund ist neben der hohen Einspeisung von Strom aus Windenergieanlagen das bestehende Erdgasnetz der Fernleitungsnetzbetreiber. 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