{"id":60773,"date":"2019-02-19T07:32:58","date_gmt":"2019-02-19T06:32:58","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=60773"},"modified":"2021-09-09T21:31:27","modified_gmt":"2021-09-09T19:31:27","slug":"carbonfasern-aus-kohlendioxid","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/carbonfasern-aus-kohlendioxid\/","title":{"rendered":"Carbonfasern aus Kohlendioxid"},"content":{"rendered":"<p>Um die Klimaerw\u00e4rmung auf 1,5 \u00b0C im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen, muss der Aussto\u00df von Kohlendioxid in den n\u00e4chsten Jahren deutlich reduziert werde. Wir ben\u00f6tigen Technologien, die klimaneutral unsere Anforderungen an Konsum und Mobilit\u00e4t befriedigen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Um das Ziel zu erreichen, m\u00fcssen zudem gro\u00dfe Mengen an Kohlendioxid der Atmosph\u00e4re entnommen werden. CO2 wird also zunehmend als Ressource verstanden, die von Wissenschaftlern und Unternehmern f\u00fcr Werkstoffinnovationen genutzt werden kann. Eine f\u00fcr den Leichtbau interessante Entwicklung kommt von der TU M\u00fcnchen. Dort wird in Kooperation mit Forschern der RWTH Aachen und der TechnoCarbonTechnologies GbR derzeit ein Prozess entwickelt, bei dem Algen das Treibhausgas Kohlendioxid in Algen\u00f6l umwandeln, um anschlie\u00dfend Carbonfasern zu erzeugen.<\/p>\n<p>Einlagerung in Kohlefl\u00f6ze w\u00fcrden Kohlendioxid-\u00c4quivalente dauerhaft der Atmosph\u00e4re entziehen<\/p>\n<p>Die technologischen Grundlagen wurden jetzt von einem Forscherteam um Prof. Thomas Br\u00fcck am Algentechnikum der TU M\u00fcnchen vorgelegt. Aus Algen k\u00f6nnen die Wissenschaftler hocheffizient Polyacrylnitril (PAN) herstellen, das als Ausgangspunkt f\u00fcr die Produktion von Carbonfasern in der Industrie Verwendung findet. Dazu werden diese mit Hilfe von Parabol-Sonnenspiegeln verkohlt und anschlie\u00dfend CO2-neutral zu Carbonfasern umgewandelt, die die gleichen mechanischen und chemischen Eigenschaften aufweisen wie herk\u00f6mmliche Carbonfasern. Am Ende des Lebenszyklus lie\u00dfen sich die Fasern entweder recyceln und einem weiteren Stoffkreislauf zuf\u00fchren, oder man k\u00f6nnte sie beispielsweise in leere Kohlefl\u00f6ze einlagern. Das Kohlendioxid-\u00c4quivalente w\u00e4re damit dauerhaft der Atmosph\u00e4re entzogen.<\/p>\n<p>&#8220;Das ist ein klimafreundliches Wirtschaftsmodell, bei dem wir g\u00e4ngige Verfahren sinnvoll mit Innovationen kombinieren&#8221;, erl\u00e4utern Br\u00fccks Kollegen Prof. Uwe Arnold und Kolja Kuse, die gemeinsam die Wirtschaftlichkeit des Prozesses sowie seine technischen Anwendungsm\u00f6glichkeiten pr\u00fcfen. &#8220;Stellt man aus Kohlendioxid Kunststoffe her, so ist es \u00fcber die M\u00fcllverbrennungsanlage nach wenigen Jahren Nutzung schnell wieder in der Atmosph\u00e4re&#8221;, sagte Kolja Kuse. &#8220;Mit der Einlagerung am Ende entziehen wir der Atmohsph\u00e4re das Kohlendioxid \u00fcber Jahrtausende. Damit sind wir auch der Abtrennung und Speicherung von CO2 in der Erde eindeutig \u00fcberlegen.&#8221;<\/p>\n<p>Vor allem die Bauindustrie verspricht sich, mit algenbasierten Carbonfasern einen Beitrag f\u00fcr die Schonung des Klimas leisten zu k\u00f6nnen. Daher arbeiten Prof. Br\u00fcck und sein Team gerade an der Skalierbarkeit der Algentechnologie, um sie vor allem auch auf Gro\u00dfanlagen in S\u00fcdeuropa und Nordafrika zu adaptieren. &#8220;Weltweit lie\u00dfen sich Anlagen von in Summe der Gr\u00f6\u00dfe Algeriens bauen und so beispielsweise die CO2-Emissionen der Luftfahrt ausgleichen&#8221;, erl\u00e4utert Br\u00fcck. Vorw\u00fcrfe, man w\u00fcrde wie beim Biogas mit landwirtschaftlichen Fl\u00e4chen konkurrieren, weist Br\u00fcck zur\u00fcck. &#8220;Die Salzwasser-Algen gedeihen idealerweise in sonnenreichen Gegenden. Beispielsweise in Nordafrika gibt es gen\u00fcgend Fl\u00e4chen, auf denen Landwirtschaft nicht sinnvoll ist.&#8221;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Um die Klimaerw\u00e4rmung auf 1,5 \u00b0C im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen, muss der Aussto\u00df von Kohlendioxid in den n\u00e4chsten Jahren deutlich reduziert werde. 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