{"id":60582,"date":"2019-02-13T07:26:23","date_gmt":"2019-02-13T06:26:23","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=60582"},"modified":"2019-02-08T13:25:48","modified_gmt":"2019-02-08T12:25:48","slug":"forscher-entwickeln-einen-nachhaltigen-kunststoff-aus-krabben-und-baumfasern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/forscher-entwickeln-einen-nachhaltigen-kunststoff-aus-krabben-und-baumfasern\/","title":{"rendered":"Forscher entwickeln einen nachhaltigen Kunststoff aus Krabben und Baumfasern"},"content":{"rendered":"<p>Plastik hat berechtigterweise keinen guten Ruf. Oft landet es nach einmaliger Nutzung als Verpackung im M\u00fcll. Ein kleiner Teil wird dann recycelt, der Rest verbrannt \u2013 oder aber er endet in den Ozeanen, wo er f\u00fcr mehr Verschmutzung und Gefahr f\u00fcr die Lebensr\u00e4ume der Meeresbewohner sorgt. Da ist es passend, dass bei einem neuen Ansatz zur Bek\u00e4mpfung des Problems einige der Meeresbewohner direkt involviert sind: Krabben.<\/p>\n<p>Forscher des Georgia Institute of Technology arbeiten an einem Kunststoffersatz aus nachhaltigen nat\u00fcrlichen Ressourcen. Hilfe gab es dabei von der Georgia Research Alliance. Die Forschungsergebnisse des Teams wurden unl\u00e4ngst auch in der Zeitschrift <a href=\"https:\/\/pubs.acs.org\/doi\/10.1021\/acssuschemeng.8b01536\" target=\"_blank\">ACS Sustainable Chemistry and Engineering<\/a> ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>Die Grundmaterialien des neuen Kunststoffs: Krabbenschalen und Baumfasern. Von beidem gebe es so viel, dass die Produktion kein Problem sei. Denn es wird bereits viel Zellulose produziert \u2013 und aus der Muschelproduktion fallen als Nebenprodukt ebenfalls jene Chitinpanzer an. Die Wissenschaftler erzeugen das Material durch Spr\u00fchen und anschlie\u00dfendes Trocknen mehrerer Chitinschichten aus Krabbenschalen und Zellulose von B\u00e4umen.<\/p>\n<p>Der Forscher Carson Meredith ist \u00fcberzeugt, dass sein Krabben-Baum-Kunststoff besser und nachhaltiger ist als herk\u00f6mmliches Plastik.<\/p>\n<p>Dadurch entsteht ein flexibler Film \u00e4hnlich dem von Kunststoffverpackungen. Dieser ist sehr stark, transparent \u2013 und vor allem kompostierbar, sodass er sich in der Natur schnell von alleine zersetzt und Verschmutzung vermeidet.<\/p>\n<p>Genau wie herk\u00f6mmliches Plastik sch\u00fctzt das Material die Lebensmittel vor dem Verfall. &#8220;Wir vergleichen unsere Erfindung mit PET. Das ist eines der g\u00e4ngigsten Materialien auf Erd\u00f6lbasis f\u00fcr Softdrinkflaschen&#8221;, sagt Carson Meredith, Professor in der Abteilung Chemical and Biomolecular Engineering. Laut Meredith sei die Luftdurchl\u00e4ssigkeit sogar bis zu 67 Prozent geringer als bei herk\u00f6mmlichen PET-Materialien, sodass Lebensmittel l\u00e4nger haltbar blieben.<\/p>\n<p>Internationale Konzerne wollen nachhaltiger verpacken<br \/>\nVielleicht ist das Krabbenplastik das passende Material zur richtigen Zeit, denn: Verbraucher sch\u00e4tzen nachhaltige Verpackungen, sofern diese zu einem bezahlbaren Preis produziert werden. Kaum ein Konsument m\u00f6chte f\u00fcr Lebensmittel bislang deutlich mehr bezahlen, nur weil diese umweltfreundlich verpackt im Regal liegen. Auch die gro\u00dfen internationalen Firmen besch\u00e4ftigen sich endlich mit dem heiklen Thema. Coca-Cola berichtete Anfang 2018, dass 30 Prozent der Kunststoffflaschen f\u00fcr einige Marken teilweise aus einem erneuerbaren, pflanzlichen Material namens PlantBottle bestehen. Die Verpackung wird hergestellt, indem man Pflanzenzucker in einen Bestandteil f\u00fcr die Herstellung von PET-Kunststoff umwandelt.<\/p>\n<p>Evoware: Essbare Verpackung aus Algen<br \/>\nPlastikverpackungen werden immer unbeliebter. Sechs indonesische Gr\u00fcnder haben nun eine Alternative aus Algen entwickelt \u2013 die sich in hei\u00dfem Wasser sogar aufl\u00f6st.<\/p>\n<p>Umweltschutz<br \/>\nBis 2025 plant auch PepsiCo alle seine Verpackungen so zu gestalten, dass sie recycelbar oder biologisch abbaubar sind. Und Danone und Nestl\u00e9 wollen bald ausrangierte Holzprodukte wie Karton und S\u00e4gemehl f\u00fcr ihre Verpackungen nutzen. Wie nachhaltig das alles wirklich ist, bleibt abzusehen. Aber eins ist sicher: Produzenten m\u00fcssen in umweltfreundlichere Verpackungsmaterialien investieren, um wettbewerbsf\u00e4hig zu bleiben.<\/p>\n<p>Bereits 2015 beschrieb das Fachportal &#8220;Neue Verpackung&#8221; eine Erfindung des Fraunhofer Instituts f\u00fcr Naturwissenschaftlich-Technische Trendanalysen. Dessen biologisch abbaubarer Kunststoff nutzt Polymilchs\u00e4ure aus Algen, Fasern und F\u00fcllstoffe aus Bananen- und Mandelschalen und Fischereiabf\u00e4llen wie etwa Chitin aus Krustentieren.<\/p>\n<p>Und in Peru? Ist das Novum schon beim Verbraucher angekommen. Dort bietet die Supermarktkette Tottus keine Plastikt\u00fcten mehr an. Stattdessen gibt es dort an den Kassen T\u00fcten, die man aus Mais herstellte. Netter Nebeneffekt: Die duften lecker &#8211; nach Popcorn.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Plastik hat berechtigterweise keinen guten Ruf. Oft landet es nach einmaliger Nutzung als Verpackung im M\u00fcll. 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