{"id":6017,"date":"2003-04-30T00:00:00","date_gmt":"2003-04-29T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20030430-01n"},"modified":"2003-04-30T00:00:00","modified_gmt":"2003-04-29T22:00:00","slug":"waerme-und-strom-vom-pellet-bis-zum-kraftwerk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/waerme-und-strom-vom-pellet-bis-zum-kraftwerk\/","title":{"rendered":"W\u00e4rme und Strom &#8211; vom Pellet bis zum Kraftwerk"},"content":{"rendered":"<p>Was bei unseren Vorfahren zwingend war, ist uns inzwischen mehr als billig. Der Energietr\u00e4ger Holz erlebt derzeit &#8211; zumindest in Skandinavien und \u00d6sterreich &#8211; eine intensive Renaissance. Hierzulande sind zwar noch Wind- und Wasserkraft vorrangig, aber das soll sich bald \u00e4ndern: &#8220;Gerade beim Holz sind noch gro\u00dfe Potenziale ungenutzt&#8221;, verk\u00fcndete j\u00fcngst Johannes Lackmann, Pr\u00e4sident des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE).<\/p>\n<p>So gelten Pelletanlagen ungeachtet ihrer doppelten Investitionskosten von ca. 12.000 EUR pro Einfamilienhaus als echte Alternative zur \u00d6l- oder Gasheizung. Im Schnitt f\u00fcnf Tonnen Holz j\u00e4hrlich verbraucht jede der inzwischen 18.000 deutschen Pelletfeuerungen, Tendenz steigend, nicht zuletzt, weil k\u00fcnftig aufgrund der Energieeinsparverordnung 2,5 Millionen alte Kessel ausgetauscht werden m\u00fcssen (vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/ministerin-baerbel-hoehn-ruft-zur-beteiligung-an-der-aktion-holzpellets-auf\/\" >2003-04-16<\/a>). Besonders emissionsarme und energieeffiziente Holzpellet-Feuerungsanlagen werden seit Februar gar mit dem Umweltzeichen &#8220;Blauer Engel&#8221; versehen (vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/blauer-engel-jetzt-auch-fuer-holzpellet-feuerungsanlagen\/\" >2003-04-24<\/a>).<\/p>\n<p>Die Biomasse-Verordnung 2001 machte schlie\u00dflich noch den Weg frei, selbst kontaminiertes Altholz aus seinem Sonderm\u00fcll-Status heraus zum erneuerbaren Energietr\u00e4ger mit subventionierter Zukunft zu machen. Inzwischen boomt die Stromerzeugung in bereits 80 deutschen Verbrennungsanlagen, deren Biomasse vor allem Altholz enth\u00e4lt. (Vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/biomassekraftwerke-nachhaltige-dreckschleudern\/\" >2002-12-11<\/a>.)<\/p>\n<p>Mit lediglich j\u00e4hrlich 3,5 Millionen Tonnen verf\u00fcgbarem Altholz zur energetischen Nutzung d\u00fcrfte der Brennstoff allerdings bald knapp werden, von einer Errichtung weiterer 60 Verbrennungsanlagen ganz zu schweigen &#8211; immerhin beansprucht ein 20-Megawatt-Kraftwerk allein schon 150.000 Tonnen f\u00fcr den effizienten Betrieb. &#8220;Die Zeiten, in denen die Altholz-Entsorgung Geld gekostet hat, d\u00fcrften vorbei sein&#8221;, lakonisiert BEE-Pr\u00e4sident Lackmann, der schon leise Bef\u00fcrchtungen hegt, dass m\u00f6glicherweise demn\u00e4chst kontaminiertes Verbrennungsgut importiert wird.<\/p>\n<p>Anders die Holzheizwerke, die mit ca. 1.000 Anlagen \u00f6ffentliche Geb\u00e4ude und Nahw\u00e4rmenetze in Deutschland mit einem j\u00e4hrlichen Brennstoffbedarf von jeweils 3.000 bis 4.000 Tonnen &#8220;sauberem&#8221; Restholz aus forstwirtschaftlichen Ertr\u00e4gen versorgen. Die rechnen sich nach Lackmanns Ansicht jedoch nur bei entsprechender F\u00f6rderung, da sie lediglich W\u00e4rmeerzeuger sind und damit aus der Regelung zur Einspeisungsverg\u00fctung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz heraus fallen. Obwohl das Restholz mit 17 Mio. Tonnen noch eine preiswerte Ressource darstellt, muss es immerhin noch aus den W\u00e4ldern geholt werden. Ein Aufwand, der sich auch laut Bernhard Dreher vom UBA nur \u00fcber angemessene F\u00f6rderma\u00dfnahmen &#8211; wie etwa nach bayerischem Modell &#8211; rechnet.<\/p>\n<p>Letztendlich macht auch die Methodik der Holzvergasung (vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/merseburg-neue-pilot-und-forschungsanlage-zur-erzeugung-eines-hochkalorischen-brenngases-aus-biomasse\/\" >2003-04-03<\/a>) &#8211; die es schon in den 40ern gab &#8211; und das Gewinn versprechende &#8220;Pyrolyse&#8221;-Verfahren wieder Schule. Ist Erstere zwar erfolgreich zur Treibstoffgewinnung einsetzbar aber leider meist noch mit R\u00fcckstandsproblematik behaftet, so erobert sich Letzteres zunehmend den alternativen Treibstoffmarkt. Denn unabh\u00e4ngig von der Art oder Beschaffenheit l\u00e4sst sich hiermit aus jedweder Biomasse fl\u00fcssiger Treibstoff gewinnen &#8211; teils mit bis zu zwanzigfacher Ertragsmenge als bei Biodiesel aus Raps\u00f6l. (Vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/forschungszentrum-karlsruhe-nutzung-von-biomasse-koennte-bis-zu-10-prozent-des-primaerenergiebedarfs-decken\/\" >2002-08-12<\/a>.)<\/p>\n<p>Lackmanns Vision: &#8220;Wenn wir 20 Prozent der landwirtschaftlichen Fl\u00e4chen f\u00fcr schnell wachsende Energiepflanzen nutzen w\u00fcrden, k\u00f6nnten wir damit den gesamten Kraftstoffbedarf Deutschlands decken.&#8221;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was bei unseren Vorfahren zwingend war, ist uns inzwischen mehr als billig. 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