{"id":59662,"date":"2019-01-15T09:14:26","date_gmt":"2019-01-15T08:14:26","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=59662"},"modified":"2019-01-18T11:13:13","modified_gmt":"2019-01-18T10:13:13","slug":"fermentierbarer-zucker-als-rohstoff-fuer-die-chemische-industrie-erste-generation-ebenso-nachhaltig-wie-die-zweite-deutliche-reduktion-von-treibhausgasen-bei-beiden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/fermentierbarer-zucker-als-rohstoff-fuer-die-chemische-industrie-erste-generation-ebenso-nachhaltig-wie-die-zweite-deutliche-reduktion-von-treibhausgasen-bei-beiden\/","title":{"rendered":"Fermentierbarer Zucker als Rohstoff f\u00fcr die chemische Industrie: Erste Generation ebenso nachhaltig wie die zweite \u2013 deutliche Reduktion von Treibhausgasen bei beiden"},"content":{"rendered":"<p><strong>Eine umfangreiche, vom nova-Institut durchgef\u00fchrte Nachhaltigkeitsstudie zeigt, dass fermentierbarer Zucker der ersten Generation f\u00fcr eine nachhaltige Rohstoffstrategie der europ\u00e4ischen chemischen Industrie ebenso vorteilhaft ist wie Zucker der zweiten Generation. Die Ergebnisse lassen erkennen, dass der schlechte Ruf von Agrarrohstoffen der ersten Generation in keiner Weise wissenschaftlich begr\u00fcndbar ist. Es w\u00e4re daher kontraproduktiv, die Nutzung von Zuckerpflanzen restriktiv zu behandeln.<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"color: #ff9900;\">English version:<\/span> <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/fermentable-sugar-as-a-raw-material-for-the-chemical-industry-first-generation-as-sustainable-as-the-second-significant-reduction-in-greenhouse-gases-for-both\/\" target=\"_blank\">https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/fermentable-sugar-as-a-raw-material-for-the-chemical-industry-first-generation-as-sustainable-as-the-second-significant-reduction-in-greenhouse-gases-for-both\/<\/a><\/p>\n<p>Zur Bewertung der Nachhaltigkeit von fermentierbarem Zucker der ersten und zweiten Generation wurden zw\u00f6lf Hauptkriterien ausgew\u00e4hlt. Die Auswahl der Kriterien beruhte auf den aktuellsten Normen und Zertifizierungssystemen f\u00fcr bio-basierte Kraft- und Werkstoffe einschlie\u00dflich einer breiten Palette an \u00f6kologischen, sozialen und wirtschaftlichen Aspekten. Wegen des anhaltenden Vorwurfs, die Nutzung von Rohstoffen der ersten Generation gef\u00e4hrde die Ern\u00e4hrungssicherheit, wurde auf dieses Kriterium besonderes Augenmerk gelegt.<\/p>\n<p>Die Analyse der zw\u00f6lf verschiedenen Nachhaltigkeitskriterien zeigt, dass alle untersuchten Rohstoffe in Bezug auf ihre Nachhaltigkeit klare St\u00e4rken, aber auch gewisse Schw\u00e4chen aufweisen:<br \/>\nAlle Rohstoffe bewirken eine betr\u00e4chtliche Reduktion von Treibhausgasemissionen (THG). Zwar schneiden Zucker der zweiten Generation in dieser Beziehung besser ab, doch dieser Effekt relativiert sich deutlich, wenn man ihn mit den Vermeidungskosten verrechnet. Die Reduzierung von THG-Emissionen mit Zuckern aus Rohstoffen der zweiten Generation ist ein vergleichsweise teurer Weg zur Abmilderung des Klimawandels.<br \/>\nBetrachtet man den oftmals kritisierten Aspekt der negativen Auswirkungen der Nutzung von Rohstoffen der ersten Generation auf die Ern\u00e4hrungssicherheit, so deuten die Erkenntnisse tats\u00e4chlich in genau die gegenteilige Richtung. Die Konkurrenz um Ackerland wird ausgeglichen durch die hervorragende Fl\u00e4cheneffizienz von Agrarpflanzen der ersten Generation (vor allem der Zuckerr\u00fcbe) sowie das Vorhandensein proteinhaltiger Nebenprodukte (vor allem bei Weizen und Mais). In diesem Zusammenhang stellt die Nutzung von Kurzumtriebsplantagen (KUP) zur Zuckergewinnung eine viel gr\u00f6\u00dfere Konkurrenz f\u00fcr das Ackerland dar, da f\u00fcr den gleichen Zuckerertrag eine viel h\u00f6here Anbaufl\u00e4che ben\u00f6tigt wird und keine proteinhaltigen Nebenprodukte anfallen.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass die systematische Diskriminierung von Zuckern der ersten Generation in der \u00f6ffentlichen Wahrnehmung und Debatte in keiner Weise wissenschaftlich begr\u00fcndbar ist.<br \/>\nAuf dem Weg zu einem klimafreundlichen Europa bieten bio-basierte Chemikalien aus allen Rohstoffen Vorteile in Bezug auf die Verringerung der Treibhausgasemissionen und sollten gleicherma\u00dfen Teil einer tragf\u00e4higen Zukunftsstrategie der europ\u00e4ischen Chemieindustrie sein.<\/p>\n<p>Der Bericht analysiert die St\u00e4rken und Schw\u00e4chen aller verf\u00fcgbaren Rohstoffe f\u00fcr die Produktion von bio-basierten Chemikalien anhand von Kriterien wie deren Treibhausgasbilanz, Treibhausgasvermeidungskosten, Fl\u00e4cheneffizienz, Ern\u00e4hrungssicherheit, eiwei\u00dfhaltige Nebenprodukte, Besch\u00e4ftigung, l\u00e4ndliche Entwicklung, Existenzsicherung von Landwirten und Forstarbeitern, direkte und indirekte Risiken der Landnutzungs\u00e4nderung (LUC \/ iLUC), Logistik, Infrastruktur, Verf\u00fcgbarkeit, Nachverfolgbarkeit, gesellschaftliche Auswirkungen, Artenvielfalt sowie die Qualit\u00e4t von Luft und Boden. Die Ergebnisse f\u00fcr die einzelnen Pflanzengruppen lassen sich wie folgt zusammenfassen:<\/p>\n<h3>Zuckerpflanzen<\/h3>\n<p>Die gr\u00f6\u00dfte St\u00e4rke von Zuckerrohr und Zuckerr\u00fcbe ist ihre au\u00dferordentlich hohe Fl\u00e4cheneffizienz. Aus keiner anderen Biomasse l\u00e4sst sich so viel fermentierbarer Zucker pro Hektar gewinnen. Hohe Reduktion von Treibhausgasemissionen und vor allem die niedrigsten Treibhausgasvermeidungskosten sind weitere Vorteile. Infrastruktur und Logistik sind in diesem Bereich gut entwickelt, und die Nebenprodukte der Zuckerr\u00fcbe werden als Futtermittel verwendet. Die gr\u00f6\u00dften Nachteile sind die Auswirkungen der intensiven Landwirtschaft auf Wasser, Luft und Boden sowie die Artenvielfalt \u2013 wenn auch aufgrund der hohen Fl\u00e4cheneffizienz begrenzt auf eine vergleichsweise kleine Fl\u00e4che.<\/p>\n<h3>St\u00e4rkepflanzen<\/h3>\n<p>Der Hauptvorteil der St\u00e4rkepflanzen liegt in ihren proteinhaltigen Nebenprodukten, die einen hohen Wert als Futtermittel haben. Die Fl\u00e4cheneffizienz ist geringer als bei den Zuckerpflanzen, aber h\u00f6her als bei Holz. Die Reduzierung von Treibhausgasemissionen f\u00e4llt geringer aus als bei anderen Arten von Biomasse. Allerdings liegen die vergleichsweise niedrigeren Emissionsreduktionen zu einem gro\u00dfen Teil an den besonderen \u00d6kobilanzstandards, die in der Erneuerbare-Energien-Richtlinie angesetzt werden. Infrastruktur und Logistik sind f\u00fcr St\u00e4rkepflanzen gut entwickelt. Die gr\u00f6\u00dften Nachteile sind, wie im Fall der Zuckerpflanzen, die Auswirkungen auf Wasser, Luft und Boden sowie auf die Artenvielfalt, die aufgrund der intensiven Landwirtschaft entstehen.<\/p>\n<h3>Waldholz und Kurzumtriebsplantagen<\/h3>\n<p>Der gr\u00f6\u00dfte Vorteil in der Verwendung von Holz als Rohstoff f\u00fcr die Gewinnung von fermentierbarem Zucker liegt in der geringen Konkurrenz zum Ackerland und somit im Fehlen von direkten oder indirekten Risiken der Landnutzungs\u00e4nderung (LUC \/ iLUC). F\u00fcr Kurzumtriebsplantagen trifft dies allerdings nur dann zu, wenn sie nicht auf Ackerland eingerichtet werden. F\u00fcr Holz sind Infrastruktur und Logistik gut entwickelt; bei den KUP ist dies weniger der Fall. Die Reduktion der Treibhausgasemissionen liegt im selben Bereich wie bei Zuckerpflanzen, aber die Treibhausgasvermeidungskosten sind hier viel h\u00f6her. Haupts\u00e4chliche Nachteile in diesem Bereich sind die \u00fcberaus geringe Fl\u00e4chenproduktivit\u00e4t und die fehlenden Nebenprodukte f\u00fcr den Futtermittelmarkt.<\/p>\n<h3>Abfall- und Reststoffe<\/h3>\n<p>Die wesentliche St\u00e4rke der Verwertung von Abfall- und Reststoffen zur Gewinnung von fermentierbarem Zucker liegt in der h\u00f6chsten Reduzierung von Treibhausgasemissionen aller verglichenen Gruppen \u2013 die erneut zum Teil auf die in der Erneuerbare-Energien-Richtlinie angewandten besonderen \u00d6kobilanzstandards zur\u00fcckzuf\u00fchren ist \u2013 sowie in den geringsten Auswirkungen auf die Artenvielfalt, auf Wasser, Luft und Boden. Die gr\u00f6\u00dften Nachteile finden sich in den hohen Treibhausgasvermeidungskosten, einer kaum entwickelten Infrastruktur und Logistik, geringer Nachverfolgbarkeit und vor allem in der begrenzten Verf\u00fcgbarkeit.<\/p>\n<p>Die Studie ist kostenlos auf <a href=\"http:\/\/www.bio-based.eu\/ecology\" target=\"_blank\">www.bio-based.eu\/ecology<\/a> verf\u00fcgbar.<\/p>\n<p>Pressemitteilung als PDF: <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/19-01-15-PM-Nachhaltigkeitsstudie-Zucker.pdf\">19-01-15 PM Nachhaltigkeitsstudie Zucker<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neue Studie untersucht Nachhaltigkeit von bio-basierten Rohstoffen f\u00fcr die chemische Industrie, quantitativ und qualitativ<\/p>\n","protected":false},"author":58,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572,7192],"tags":[10608,10527,12683],"supplier":[4],"class_list":["post-59662","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","category-novapress","tag-biooekonomie","tag-nachhaltigkeit","tag-zucker","supplier-nova-institut-gmbh"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/59662","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/58"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=59662"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/59662\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=59662"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=59662"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=59662"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=59662"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}