{"id":59390,"date":"2019-01-09T07:23:18","date_gmt":"2019-01-09T06:23:18","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=59390"},"modified":"2018-12-21T12:42:34","modified_gmt":"2018-12-21T11:42:34","slug":"ressourcen-wende-gefordert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/ressourcen-wende-gefordert\/","title":{"rendered":"Ressourcen-Wende gefordert"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_59392\" aria-describedby=\"caption-attachment-59392\" style=\"width: 246px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.natureplus.org\/fileadmin\/user_upload\/20181127_153534.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-59392 \" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/csm_20181127_153534_ac1d27adfe.jpg\" alt=\"csm_20181127_153534_ac1d27adfe\" width=\"246\" height=\"185\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-59392\" class=\"wp-caption-text\">Dr. Hans Bruyninckx aus D\u00e4nemark, Direktor der Europ\u00e4ischen Umweltagentur, bei seinem Vortrag. (Foto: natureplus)<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Zum vierten Mal fand am 27.\/28. November das \u201eEuropean Resources Forum\u201c (ERF) im Ludwig Erhard Haus in Berlin statt. Organisiert und durchgef\u00fchrt wird diese europ\u00e4ische Konferenz alle zwei Jahre vom Umweltbundesamt (UBA). Der Einladung gefolgt waren \u00fcber 300 zumeist europ\u00e4ische Entscheidungstr\u00e4gerInnen und ExpertenInnen aus den Bereichen Politikentwicklung und Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Industrie. \u00dcber zwei Tage hinweg diskutierten die TeilnehmerInnen bei Podiumsdiskussionen, Workshops und informellen Gespr\u00e4chen intensiv \u00fcber die Frage, wie effizienter Ressourceneinsatz und eine Kreislaufwirtschaft zu erreichen sind.\u00a0<\/strong><\/p>\n<h3>Ein vernachl\u00e4ssigtes Thema<\/h3>\n<p>Zur Er\u00f6ffnung wies UBA-Pr\u00e4sidentin Maria Krautzberger darauf hin, dass die Ressourcenfrage ein in der Aufmerksamkeit der \u00d6ffentlichkeit zu Unrecht vernachl\u00e4ssigtes Thema ist. Die EU-Mitgliedsl\u00e4nder verbrauchten nahezu doppelt so viele Ressourcen wie der weltweite Durchschnitt mit erheblichen Folgen f\u00fcr die Umwelt. Dennoch blieben wirksame Gegenma\u00dfnahmen bisher aus; das EU-Verbot einiger Plastikartikel sei immerhin ein erster Schritt. Bis 2050 m\u00fcsste aber der Ressourcenverbrauch in der EU um 60% reduziert werden. Dies ginge Hand in Hand mit dem Klimaschutz: \u201eEnergy and resources turnaround are both possible at the same time.\u201c Denn, wie Prof. Helga Weisz vom UNEP International Resource Panel sp\u00e4ter erl\u00e4uterte, wird ein Viertel der Energie weltweit gebraucht, um Rohstoffe zu f\u00f6rdern und zu bearbeiten.<\/p>\n<h3>180 Milliarden Tonnen Rohstoffkonsum im Jahr 2050?<\/h3>\n<p>Deutschlands Umweltministerin Svenja Schulze wies darauf hin, dass Deutschland eines der L\u00e4nder ist, welche die meisten Ressourcen weltweit verbrauchen \u2013 ein Gro\u00dfteil davon kommt aus anderen L\u00e4ndern und wird dort h\u00e4ufig unter fragw\u00fcrdigen sozialen und \u00f6kologischen Bedingungen gewonnen. \u201eWir sollten Ressourcen aus fragw\u00fcrdigen Quellen nicht mehr benutzen\u201c, forderte Schulze. Insgesamt verbrauche die Menschheit derzeit rund 90 Milliarden Tonnen an Rohstoffen j\u00e4hrlich mit einer globalen Zuwachsrate von 2% pro Jahr: Wenn jetzt nicht die Ressourcenwende eingeleitet w\u00fcrde, w\u00fcrden im Jahr 2050 bereits doppelt so viele Rohstoffe, also 180 Milliarden Tonnen, konsumiert werden. Die G7-Pr\u00e4sidentschaft Deutschlands m\u00fcsse genutzt werden, um die Ressourceneffizienz zu steigern und die Kreislaufwirtschaft zu st\u00e4rken, insbesondere im Kunststoffbereich sieht sie hier kurzfristigen Handlungsbedarf.<\/p>\n<h3>Der Baubereich m\u00fcsste im Zentrum stehen<\/h3>\n<p>Der Baubereich ist f\u00fcr die Ressourcenwende besonders wichtig, denn hier findet weltweit 40% des gesamten Ressourcenverbrauchs statt. Mehr als 50 % des Abfallaufkommens in Deutschland sind auf den Baubereich zur\u00fcckzuf\u00fchren. Dennoch stagniert hier die Recyclingquote oder geht gar zur\u00fcck; Erdaushub und Abbruchmaterial werden ganz \u00fcberwiegend zur Verf\u00fcllung von Gruben oder als Stra\u00dfenunterbau \u201edowncycled\u201c. F\u00fcr organische Materialien aus dem Baubereich bliebe meist nur die \u201ethermische Verwertung\u201c an ihrem Lebensende. Kreislaufwirtschaft hat aber andere Ziele: \u201eF\u00fcr den Bausektor bedeutet das, dass wir endlich den gesamten Lebenszyklus von Geb\u00e4uden und damit ganz konkret die Materialebene in den Blick nehmen m\u00fcssen,\u201c kommentiert Thomas Schmitz, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von natureplus. So lie\u00dfen sich schon heute Baustoffe aus nachwachsenden Rohstoffen zu einem hohen Grad wieder- und weiterverwenden, f\u00fcr mineralische Reststoffe m\u00fcssten h\u00f6herwertige Anwendungsbereiche gefunden werden.<\/p>\n<h3>Harte K\u00e4mpfe zu erwarten<\/h3>\n<p>Was sollen nun die Instrumente sein, mit denen sich die Ressourcenwende bewerkstelligen l\u00e4sst? Dr. Harry Lehmann vom UBA thematisierte die \u201eInternalisierung externer Kosten\u201c mittels einer Ressourcensteuer. Hier m\u00fcsse man sich aber auf harte K\u00e4mpfe einstellen. Immer wieder wurde von verschiedenen Rednern die Chance der Digitalisierung f\u00fcr die Ressourcenwende beschworen. Aber andererseits wurde darauf hingewiesen, dass die Digitalisierung auch Nachteile mit sich bringt, weil zum Beispiel besonders rare Ressourcen hierf\u00fcr verst\u00e4rkt ben\u00f6tigt werden. Karmenu Vella, Europ\u00e4ischer Umwelt-Kommissar, forderte in seiner Video-Botschaft eine Entkoppelung des Ressourcenverbrauchs vom wirtschaftlichen Wachstum und traf damit einen Nerv.<\/p>\n<p>So wies Jeremy Wates vom Europ\u00e4ischen Umweltb\u00fcro, einem Zusammenschluss von Europ\u00e4ischen NGOs, darauf hin, dass Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft auch negative Folgen f\u00fcr Wachstum und Besch\u00e4ftigung haben werden und dass man darauf vorbereitet sein muss, etwa durch Qualifizierungsprogramme. Er meinte auch, dass sich Energie und Produkte auf fossiler Basis nicht 1:1 durch biobasierte Rohstoffe ersetzen lie\u00dfen; ohne eine Reduktion des Konsums sei die Ressourcenwende nicht zu schaffen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum vierten Mal fand am 27.\/28. November das \u201eEuropean Resources Forum\u201c (ERF) im Ludwig Erhard Haus in Berlin statt. 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