{"id":59314,"date":"2018-12-21T07:29:48","date_gmt":"2018-12-21T06:29:48","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=59314"},"modified":"2018-12-18T13:49:02","modified_gmt":"2018-12-18T12:49:02","slug":"bioklebstoff-auf-basis-nachwachsender-rohstoffe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/bioklebstoff-auf-basis-nachwachsender-rohstoffe\/","title":{"rendered":"Bioklebstoff auf Basis nachwachsender Rohstoffe"},"content":{"rendered":"<p><strong>Post-Its, Klebeb\u00e4nder und Etiketten: Auch nach mehrfachem Anheften und r\u00fcckstandslosem Wiederabziehen verlieren sie nicht ihre Klebkraft. Das liegt an den dabei verwendeten Haftklebstoffen, die in der Regel auf fossilen Rohstoffen basieren. Forscher von Fraunhofer UMSICHT haben nun gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Industrie einen neuartigen Haftschmelzklebstoff auf Pflanzenbasis entwickelt.<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_59316\" aria-describedby=\"caption-attachment-59316\" style=\"width: 242px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.umsicht.fraunhofer.de\/de\/presse-medien\/pressemitteilungen\/2018\/biopsa-juwenol-bioklebstoff\/_jcr_content\/contentPar\/pressarticle\/pressArticleParsys\/textblockwithpics\/imageComponent1\/image.img.large.jpg\/1545129492535_juwenol-biopsa.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"  wp-image-59316\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/1545129492535_juwenol-biopsa-300x224.jpg\" alt=\"1545129492535_juwenol-biopsa\" width=\"242\" height=\"181\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/12\/1545129492535_juwenol-biopsa-300x224.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/12\/1545129492535_juwenol-biopsa.jpg 320w\" sizes=\"auto, (max-width: 242px) 100vw, 242px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-59316\" class=\"wp-caption-text\">M\u00f6gliches Einsatzgebiet des neuen Bio-Haftklebstoffs: Klebeband. \u00a9 Fraunhofer UMSICHT<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Nachfrage nach Produkten, die ohne fossile Rohstoffe auskommen, ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Das Verbundvorhaben <a href=\"https:\/\/www.umsicht.fraunhofer.de\/de\/referenzen\/biopsa.html\" target=\"_blank\">\u00bbBioPSA\u00ab<\/a> besch\u00e4ftigte sich deshalb mit der Weiterentwicklung von Haftschmelzklebstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen, die z. B. bei Klebeb\u00e4ndern zum Einsatz kommen k\u00f6nnen. Das Ergebnis des Projekts, an dem die Westf\u00e4lische Hochschule Recklinghausen sowie die Industrie-Partner Jowat SE, Henkel AG &amp; Co. KGaA und Logo tape Gesellschaft f\u00fcr Selbstklebeb\u00e4nder mbH &amp; Co. KG beteiligt sind: Ein biobasierter Haftschmelzklebstoff, der sich auch in gro\u00dfem Ma\u00dfstab produzieren l\u00e4sst.<\/p>\n<h3>Bioklebstoff im Industriema\u00dfstab<\/h3>\n<p>Haftklebstoffe (eng. Pressure Sensitive Adhesives, PSA) zeichnen sich dadurch aus, dass sie unter Raumtemperatur permanent klebrig bleiben. Als Haftschmelzklebstoff wird ein Haftklebstoff bezeichnet, der aus einer Schmelze verarbeitet wird. Sie bestehen im Wesentlichen aus den drei Basis-Komponenten: R\u00fcckgratpolymer, Klebrigmacher (Tackifier), Weichmacher und weiteren Additiven. R\u00fcckgratpolymere \u2013 auch Basispolymer genannt \u2013 sind f\u00fcr den Zusammenhalt der gesamten Formulierung und f\u00fcr die Klebkraft verantwortlich. Sie geben den Klebstoffen also ihre innere Festigkeit (Koh\u00e4sion).<\/p>\n<p>F\u00fcr die Herstellung von Haftklebstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen ist die Wahl des R\u00fcckgratpolymers von gro\u00dfer Bedeutung. Unter dem Aspekt der Verf\u00fcgbarkeit, der Kosten, der Modifizierungsm\u00f6glichkeiten, der Nachhaltigkeit und der Vertr\u00e4glichkeit mit Tr\u00e4gersubstraten ist die Wahl im Projekt \u00bbBioPSA\u00ab auf Poly-L-Milchs\u00e4ure (PLA) gefallen.<br \/>\nDieses Polymer aus nachwachsenden Rohstoffen ist im world-scale Ma\u00dfstab und zu vergleichbaren Preisen wie fossil basierte R\u00fcckgratpolymere verf\u00fcgbar. Die Forschenden von Fraunhofer UMSICHT haben die Eigenschaften eines PLA-R\u00fcckgratpolymers so weiterentwickelt, dass sich die Formulierung vom Laborma\u00dfstab in die industrielle Praxis \u00fcbertragen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Die Rezeptur des neuen Bioklebstoffs wurde an der Westf\u00e4lischen Hochschule, Standort Recklinghausen, gemeinsam mit den Industriepartnern Jowat SE und Henkel entwickelt und optimiert. Die Herausforderung bestand darin, mit der Rezeptur \u00e4hnliche Klebeigenschaften wie kommerzielle Klebstoffe zu erzielen.<\/p>\n<h3>Patent f\u00fcr neuen Bioklebstoff<\/h3>\n<p>In enger Zusammenarbeit ist es den Partnern des Projekts \u00bbBioPSA\u00ab gelungen, das R\u00fcckgratpolymer chemisch so zu ver\u00e4ndern, dass daraus ein auf PLA-basierender Klebstoff formuliert werden kann. F\u00fcr den Bioklebstoff haben sich aus etwa 300 Formulierungen zwei als geeignet erwiesen, die schlie\u00dflich von den Industriepartnern im kleinen Technikumsma\u00dfstab erfolgreich hergestellt und getestet wurden.<\/p>\n<p>\u00bbWir arbeiten weiter an Verbesserungen der Rezeptur und ihrer Herstellung, so dass die PLA-Klebstoffe in verschiedenen Bereichen eingesetzt werden k\u00f6nnen\u00ab, so Dr. Inna Bretz, <a href=\"https:\/\/www.umsicht.fraunhofer.de\/de\/kompetenzen\/biobasierte-kunststoffe.html\" target=\"_blank\">Abteilung Biobasierte Kunststoffe<\/a> bei Fraunhofer UMSICHT. Sobald ein Hersteller gefunden wird, der die Rohstoffe f\u00fcr die jeweiligen Formulierungen anbietet, k\u00f6nnen in Zukunft auch kommerzielle Ma\u00dfst\u00e4be f\u00fcr die Produktion des neuen Bio-Klebstoffs angestrebt werden. F\u00fcr die Klebstoff-Zusammensetzung als auch das Basispolymer haben die Forschenden ein Patent angemeldet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>F\u00f6rderhinweis<\/h3>\n<p>Das Projekt \u00bbBioPSA\u00ab wurde im Rahmen des F\u00f6rderprogramms \u00bbNachwachsende Rohstoffe\u00ab des Bundesministeriums f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft (BMEL), F\u00f6rderschwerpunkt \u00bbKlebstoffe und Bindemittel\u00ab, gef\u00f6rdert. Projekttr\u00e4ger war die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR).<\/p>\n<h3>Partner im Projekt \u00bbBioPSA\u00ab<\/h3>\n<ul>\n<li>Westf\u00e4lische Hochschule Gelsenkirchen, Bocholt, Recklinghausen<\/li>\n<li>Jowat SE, Detmold<\/li>\n<li>Logo tape Gesellschaft f\u00fcr Selbstklebeb\u00e4nder mbH &amp; Co. KG, Harrislee<\/li>\n<li>Henkel AG &amp; Co. KGaA, D\u00fcsseldorf<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Weitere Informationen<\/h3>\n<p><a href=\"https:\/\/www.umsicht.fraunhofer.de\/content\/dam\/umsicht\/de\/dokumente\/kompetenz\/produkte\/natuerlich-kleben-jb2013.pdf\" target=\"_blank\">Produktblatt \u00bbNat\u00fcrlich kleben\u00ab<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Post-Its, Klebeb\u00e4nder und Etiketten: Auch nach mehrfachem Anheften und r\u00fcckstandslosem Wiederabziehen verlieren sie nicht ihre Klebkraft. Das liegt an den dabei verwendeten Haftklebstoffen, die in der Regel auf fossilen Rohstoffen basieren. Forscher von Fraunhofer UMSICHT haben nun gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Industrie einen neuartigen Haftschmelzklebstoff auf Pflanzenbasis entwickelt. 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