{"id":5926,"date":"2003-02-28T00:00:00","date_gmt":"2003-02-27T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20030228-04n"},"modified":"2003-02-28T00:00:00","modified_gmt":"2003-02-27T22:00:00","slug":"aufwind-fuer-deutschlands-arzneipflanzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/aufwind-fuer-deutschlands-arzneipflanzen\/","title":{"rendered":"Aufwind f\u00fcr Deutschlands Arzneipflanzen"},"content":{"rendered":"<p>Bisher schon mit 50% am europ\u00e4ischen Gesamtumsatz beteiligt, ist das Angebot von Arzneipflanzen aus Deutschland der wachsenden Nachfrage dennoch bei weitem nicht gewachsen. Gerade die hochwertigen Pflanzen wie Kamille, Arnika oder Johanniskraut k\u00f6nnen den Marktbedarf der Hersteller bislang nur zu einem Zehntel decken, obwohl die Verarbeiter vorzugsweise deutsche Heilkr\u00e4uter beziehen w\u00fcrden: \u201eF\u00fcr kultivierte Arzneipflanzen spricht ihre im Vergleich zu Wildsammlungen ausgewogene Qualit\u00e4t\u201c, argumentiert z.B. Dr. Elmar Kroth von der Forschungsvereinigung der Arzneimittel-Hersteller (FAH).<\/p>\n<p>Eine Studie der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) und der FAH bringt zu Tage, dass sich europaweit eine wachsende Nachfrage nach pflanzlichen Heilmitteln entwickelt, die die Hersteller in Zugzwang bringt. Aber selbst die 800 Betriebe, die auf 10.000 deutschen Hektar Arznei- und Gew\u00fcrzpflanzen anbauen, k\u00f6nnen dieser Entwicklung nicht gen\u00fcgen: \u201eDas Anbaupotenzial ist noch lange nicht ersch\u00f6pft\u201c, wei\u00df Henryk Stolte, Arzneipflanzen-Experte der FNR, zu berichten.<\/p>\n<p>Auch die Dokumentierungsauflagen an die Bauern bzgl. Einsatz von Pflanzenschutz- oder D\u00fcngemitteln wertet die heimischen Arzneipflanzen auf. Dadurch, dass den Herstellern Kontrollen und Analysen erspart bleiben, k\u00f6nnen die Bauern ihre Ertr\u00e4ge Gewinn-bringender absetzen als am Weltmarkt \u00fcblich ist. Nach Stolte k\u00f6nnte ein Landwirt unter optimalen Voraussetzungen gut und gerne Gewinne von rund 25.000 EUR pro Hektar erzielen.<\/p>\n<p>Dennoch ist der Kr\u00e4uteranbau zeitaufw\u00e4ndig und mit Risiken behaftet. Die hohen Anfangsinvestitionen werden schnell zum Konkurs, falls die Pflanzen von Krankheiten befallen werden, auch ben\u00f6tigen gerade hochwertige Pflanzen wie Artischocken oder Johanniskraut enorm viel Pflege. Die Unkraut- bzw. Sch\u00e4dlingsbek\u00e4mpfung ist immer noch eine Grauzone, die die Bauern bei Chemieverzicht bis zu 250 Stunden pro Hektar an Mehraufwand kostet, davon abgesehen, dass die Ernte mangels entsprechender Erntetechnik h\u00e4ufig von Hand erfolgen muss.<\/p>\n<p>Den noch bestehenden Bedarf an Grundlagenforschung versuchen bislang 19 Institutionen von Bund und L\u00e4ndern zu kompensieren. Als Mangel bezeichnet Dr. Friedrich Pank von der Bundesanstalt f\u00fcr Z\u00fcchtungsforschung \u201edass es, verglichen mit anderen Kulturpflanzen, bisher nur wenige leistungsf\u00e4hige Sorten von Arzneipflanzen gibt.\u201c Wirkstoff-optimierte Z\u00fcchtungen mit Resistenzen gegen verbreitete Krankheiten sowie einheitlichen Reifezeiten h\u00e4tten erhebliche Vorteile.<\/p>\n<p>F\u00fcr mindestens ebenso wichtig h\u00e4lt Prof. Joachim M\u00fcller von der niederl\u00e4ndischen Universit\u00e4t Wageningen die Entwicklung von verbesserten Erntetechniken. Aufgrund fehlender Ger\u00e4tschaft seien viele Kr\u00e4uter-Anbauer gezwungen, Eigenbauten oder Modifizierungen an Maschinen selbst vorzunehmen, da der Markt keine Technologie anzubieten hat. M\u00fcller: \u201eDie Erntemethode entscheidet \u00fcber den Grad der Verkeimung und falsches Trocknen f\u00fchrt zu gro\u00dfen Wirkstoff- und damit Qualit\u00e4tseinbu\u00dfen.\u201c<\/p>\n<p>(Vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/arznei-und-gewuerzpflanzen-kreativitaet-bei-anbau-verarbeitung-und-handel-gefragt\/\" >2002-11-07<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bisher schon mit 50% am europ&auml;ischen Gesamtumsatz beteiligt, ist das Angebot von Arzneipflanzen aus Deutschland der wachsenden Nachfrage dennoch bei weitem nicht gewachsen. Gerade die<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[],"class_list":["post-5926","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5926","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5926"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5926\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5926"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5926"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5926"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=5926"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}