{"id":59137,"date":"2018-12-14T07:20:32","date_gmt":"2018-12-14T06:20:32","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=59137"},"modified":"2021-09-09T21:32:06","modified_gmt":"2021-09-09T19:32:06","slug":"windstrom-zu-speichern-bleibt-teuer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/windstrom-zu-speichern-bleibt-teuer\/","title":{"rendered":"Windstrom zu speichern bleibt teuer"},"content":{"rendered":"<p>Es wird m\u00e4chtig geforscht und entwickelt rund um das Thema Power to Gas: Rund drei Dutzend solcher Anlagen gibt es inzwischen in Deutschland. Eine weitere hat die Energiedienst AG am Donnerstag in Wyhlen am Hochrhein offiziell in Betrieb genommen; das Aggregat wird Strom einsetzen, um Wasserstoff zu erzeugen. Doch ein Problem haben bisher alle vergleichbaren Anlagen im Land: Ohne F\u00f6rderung sind sie nicht wirtschaftlich.<\/p>\n<p>Theoretisch ist das Prinzip attraktiv. Man nutzt Strom in Zeiten des \u00dcberschusses, um ein Gas herzustellen \u2013 die Energie wird damit speicherbar. Erzeugt man Methan, steht das gesamte Erdgasnetz mit seinen Hohlr\u00e4umen als Puffer zur Verf\u00fcgung. Produziert man Wasserstoff, kann dieser immerhin zu einigen Prozenten dem Erdgas im Netz beigemischt werden. So erschlie\u00dft man sich enorme Kapazit\u00e4ten: W\u00e4hrend alle Stromspeicher in Deutschland in der Summe gerade ausreichen, um die Stromversorgung f\u00fcr 41 Minuten aufrechtzuerhalten, k\u00f6nnen die bestehenden Gasspeicher die Gasversorgung f\u00fcr drei Monate abdecken.<\/p>\n<p>Aus technischer Sicht sind die Power-to-Gas-Anlagen inzwischen zuverl\u00e4ssig, sie scheitern in der Praxis jedoch aktuell an der Wirtschaftlichkeit. Zum einen, weil es an den entsprechenden St\u00fcckzahlen fehlt, um die Anlagenpreise zu dr\u00fccken. Zudem gelten Preisr\u00fcckg\u00e4nge, wie man sie zum Beispiel bei der Photovoltaik erlebt hat (deren Preis sank in 30 Jahren um mehr als 90 Prozent), als nicht realistisch.<\/p>\n<p>Prognosen gehen bei Power to Gas, wenn man sich die heute am meisten verbreitete Methode betrachtet, lediglich von einer Halbierung der Investitionskosten bis 2050 aus. Ob ein anderes Verfahren, die Hochtemperatur-Elektrolyse, deutlich billiger werden kann, ist noch schwer absch\u00e4tzbar.<\/p>\n<p>Die Technik macht gute Fortschritte<br \/>\nDar\u00fcber hinaus macht der rechtliche Rahmen die Technik bislang unattraktiv. \u201eDas aktuelle Umlagesystem im deutschen Energiemarkt hat einen gro\u00dfen Anteil an der unbefriedigenden Situation\u201c, sagt Ralph Bahke, Vorsitzender der Vereinigung der Fernleitungsnetzbetreiber Gas.<\/p>\n<p>Ein Thema, das auch die Deutsche Energieagentur (Dena) umtreibt: Die Stromsteuer und die EEG-Umlage m\u00fcssten bei Nutzung von Strom, der in Zeiten von \u00dcbersch\u00fcssen ansonsten nicht vom Netz aufgenommen werden k\u00f6nnte, reduziert werden, schl\u00e4gt das bundeseigene Unternehmen vor. Damit h\u00e4tten dann Power-to-Gas-Anlagen einen wirtschaftlichen Anreiz, netzdienlich eingesetzt zu werden.<\/p>\n<p>Teures Benzin macht den Wasserstoff als Alternative attraktiver<br \/>\nGute Fortschritte macht unterdessen die Technik. Bei einem der Pilotprojekte sei es bereits gelungen, einen Wirkungsgrad von \u00fcber 80 Prozent bei der Wasserstofferzeugung zu erreichen, sagt Bahke. Er hofft auf Kapazit\u00e4ten in der Gr\u00f6\u00dfenordnung von 1,5 Gigawatt im Jahr 2025 und von 7,5 Gigawatt im Jahr 2030, und setzt darauf, dass die deutschen Anlagenhersteller dann Weltmarktf\u00fchrer sein werden.<\/p>\n<p>Die technische Entwicklung soll auch das Projekt in Wyhlen weiter vorantreiben. Zumal neben der Anlage von Energiedienst, die ein Megawatt leistet, auch eine zweite, kleinere Anlage f\u00fcr Forschungszwecke steht. Diese wird vom Zentrum f\u00fcr Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-W\u00fcrttemberg wissenschaftlich betreut und leistet 300 Kilowatt. Das baden-w\u00fcrttembergische Wirtschaftsministerium unterst\u00fctzt die Anlagen zusammen mit 4,5 Millionen Euro als Zuschuss.<\/p>\n<p>Wind im Tank<br \/>\nUnterdessen hat sich das Markt\u00adumfeld f\u00fcr das Projekt seit dem Start im M\u00e4rz 2016 erheblich ver\u00e4ndert. Damals suchte Energiedienst vor allem neue Vermarktungswege f\u00fcr seinen Wasserkraftstrom, weil Grundlaststrom an der B\u00f6rse zeitweise nur noch 2,1 Cent je Kilowattstunde wert war. So entstand die Idee, mit der Erzeugung von Wasserstoff den Verkehrssektor zu erschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Das grunds\u00e4tzliche Konzept, Fahrzeuge mit dem Wasserstoff zu betanken, gilt heute noch immer. Doch inzwischen liegen die Strompreise im Gro\u00dfhandel wieder mehr als doppelt so hoch. Gleichwohl betont Unternehmenssprecher Alexander Lennemann, dass sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen f\u00fcr den Wasserstoff nicht verschlechtert h\u00e4tten: Schlie\u00dflich sei zwischenzeitlich auch das Benzin teurer geworden \u2013 was den Wasserstoff als Alternative aber umso attraktiver mache.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es wird m\u00e4chtig geforscht und entwickelt rund um das Thema Power to Gas: Rund drei Dutzend solcher Anlagen gibt es inzwischen in Deutschland. Eine weitere hat die Energiedienst AG am Donnerstag in Wyhlen am Hochrhein offiziell in Betrieb genommen; das Aggregat wird Strom einsetzen, um Wasserstoff zu erzeugen. Doch ein Problem haben bisher alle vergleichbaren [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":59,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572,5571],"tags":[14051,11638],"supplier":[10160],"class_list":["post-59137","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","category-co2-based","tag-energie","tag-powertogas","supplier-energiedienst-ag"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/59137","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/59"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=59137"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/59137\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=59137"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=59137"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=59137"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=59137"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}