{"id":58872,"date":"2018-12-06T07:20:55","date_gmt":"2018-12-06T06:20:55","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=58872"},"modified":"2021-09-09T21:32:11","modified_gmt":"2021-09-09T19:32:11","slug":"carbon2chem-experten-beraten-ueber-co2-nutzung-in-der-industrie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/carbon2chem-experten-beraten-ueber-co2-nutzung-in-der-industrie\/","title":{"rendered":"Carbon2Chem-Experten beraten \u00fcber CO<sub>2<\/sub>-Nutzung in der Industrie"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_58873\" aria-describedby=\"caption-attachment-58873\" style=\"width: 506px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-58873\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/181115_FotoHorsaal1_cut_content.jpg\" alt=\"181115_FotoHorsaal1_cut_content\" width=\"506\" height=\"338\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/12\/181115_FotoHorsaal1_cut_content.jpg 805w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/12\/181115_FotoHorsaal1_cut_content-300x200.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/12\/181115_FotoHorsaal1_cut_content-600x400.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 506px) 100vw, 506px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-58873\" class=\"wp-caption-text\">Die &#8220;2. Konferenz zur nachhaltigen chemischen Konversion in der Industrie&#8221; startet im H\u00f6rsaal des Harnack-Hauses in Berlin (Foto: Till von Versen\/VDI Technologiezentrum)<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Am 12. und 13. November haben rund 100 Teilnehmer in Berlin \u00fcber die nachhaltige Verwendung von Kohlenstoff in der Industrie diskutiert. Vor zahlreichen Fachleuten berichtete das Forschungsprojekt \u201e<a href=\"https:\/\/www.thyssenkrupp.com\/de\/carbon2chem\/#580790\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Carbon2Chem<\/a>&#8221; \u00fcber die Ergebnisse von zwei Jahren intensiver Projektarbeit. F\u00fcr den Klimaschutz mit dabei waren auch Artur Runge-Metzger von der Europ\u00e4ischen Kommission und Wetterexperte Sven Pl\u00f6ger.<\/strong><\/p>\n<p>Ein Novemberabend in Berlin-Dahlem. Im H\u00f6rsaal des Harnack-Hauses, der Tagungsst\u00e4tte der Max-Planck-Gesellschaft, herrscht gesch\u00e4ftiges Treiben. An diesem bedeutsamen Ort lehrten schon die Nobelpreistr\u00e4ger Albert Einstein und Fritz Haber. Gerade ist der erste Veranstaltungstag der \u201e2. Konferenz zur nachhaltigen chemischen Konversion in der Industrie&#8221; zu Ende gegangen. Hinter diesem Titel verbirgt sich die Carbon2Chem-Konferenzreihe, die das Forschungsprojekt seit 2017 begleitet.<\/p>\n<h3>Das Motto von Carbon2Chem: \u201eWir f\u00fchren den Kohlenstoff im Kreislauf&#8221;<\/h3>\n<p>In Carbon2Chem arbeitet ein gro\u00dfes Konsortium aus Wirtschaft und Wissenschaft an der Umsetzung eines flexiblen Carbon Capture and Utilization (CCU)-Konzepts f\u00fcr die kohlenstoffbasierte Industrie. In Duisburg stellen thyssenkrupp, das Fraunhofer-Institut UMSICHT und das Max-Planck-Institut f\u00fcr Chemische Energiekonversion (MPI CEC) zusammen mit anderen namhaften Unternehmen in den n\u00e4chsten zehn Jahren die Weichen f\u00fcr eine drastische Reduzierung der CO<sub>2<\/sub>-Emissionen bei der Stahlherstellung. Gelingen soll dies, indem die H\u00fcttengase k\u00fcnftig zur Herstellung von chemischen Grundstoffen verwendet werden. Heute werden die Abgase der Stahlherstellung im eigenen Kraftwerk thermisch genutzt. Aus dem Stoffstrom lassen sich aber h\u00f6herwertige Produkte wie zum Beispiel Methanol, Polymere oder Harnstoff herstellen, die als Kraftstoff, Basis f\u00fcr Kunststoffe oder f\u00fcr D\u00fcngemittel genutzt werden k\u00f6nnen. Im September war eine gro\u00dfe Pilotanlage am Stahlwerk in Duisburg von Bundesforschungsministerin Karliczek eingeweiht worden.<\/p>\n<h3><em>\u201eDer Klimawandel ist wie ein Asteroideneinschlag in Super-Zeitlupe&#8221; <\/em>(Sven Pl\u00f6ger zitiert Prof. Schellnhuber vom Potsdam-Institut f\u00fcr Klimafolgenforschung, PIK)<\/h3>\n<figure id=\"attachment_58875\" aria-describedby=\"caption-attachment-58875\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.fona.de\/de\/mediathek\/index.php?lang=&amp;id=24085&amp;display=content&amp;ajax=true&amp;width=810&amp;height=580\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-58875 size-medium\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/181115_Ploeger_1_media_content-300x200.jpg\" alt=\"181115_Ploeger_1_media_content\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/12\/181115_Ploeger_1_media_content-300x200.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/12\/181115_Ploeger_1_media_content-600x400.jpg 600w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/12\/181115_Ploeger_1_media_content.jpg 620w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-58875\" class=\"wp-caption-text\">Wetter- und Klimaexperte Sven Pl\u00f6ger bei seinem Gastvortrag zu Beginn der Konferenz. (Foto: Till von Versen\/VDI Technologiezentrum)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Carbon2Chem k\u00f6nnte man auch als Klima-Ass im \u00c4rmel der Stahlindustrie bezeichnen &#8211; oder als ersten ernstzunehmenden Versuch, die Kohlenstoffstr\u00f6me zwischen etablierten, aber bisher getrennten, Industriezweigen synergetisch zu nutzen, um dem gemeinsamen Ziel der Klimaneutralit\u00e4t ein St\u00fcck n\u00e4her zu kommen. Nach einem engagierten Gru\u00dfwort von Dr. Lukas Voelkel vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung, der Carbon2Chem als \u201eSchaufenster in die Zukunft&#8221; bezeichnete, illustrierte Wetterexperte Sven Pl\u00f6ger besondere Wetterph\u00e4nomene und pr\u00e4sentierte Fakten zum menschengemachten Klimawandel.<\/p>\n<p>Zur F\u00e4higkeit des Menschen, Klimaver\u00e4nderungen wahrzunehmen, bezog Pl\u00f6ger deutlich Stellung: \u201eUnsere Wettererinnerung ist absolut ungeeignet, um langfristige Klimaver\u00e4nderungen zu erfassen \u2013 die Fakten sind aber eindeutig&#8221;. Im weiteren Verlauf sprach auch Dr. Artur Runge-Metzger, Abteilungsleiter bei der Europ\u00e4ischen Kommission \u00fcber die Rolle der CCU-Technologie f\u00fcr die europ\u00e4ische Innovationsf\u00f6rderung und Klimapolitik. Runge-Metzger bezeichnete CCU als \u201eeinen Teil im Puzzle&#8221;, auf den wir in Zukunft schwer verzichten k\u00f6nnten. Das Forschungsvorhaben selber eigne sich im \u00dcbrigen sehr als Kandidat f\u00fcr den Innovationsfonds der EU, der in den kommenden Jahren Gestalt annehmen soll, so Runge-Metzger weiter.<\/p>\n<h3>Systemeffizienz schl\u00e4gt Prozesseffizienz<\/h3>\n<figure id=\"attachment_58876\" aria-describedby=\"caption-attachment-58876\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.fona.de\/de\/mediathek\/index.php?lang=&amp;id=24086&amp;display=content&amp;ajax=true&amp;width=810&amp;height=580\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-58876 size-medium\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/181115_Voelkel2_media_content-300x200.jpg\" alt=\"181115_Voelkel2_media_content\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/12\/181115_Voelkel2_media_content-300x200.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/12\/181115_Voelkel2_media_content-600x400.jpg 600w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/12\/181115_Voelkel2_media_content.jpg 620w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-58876\" class=\"wp-caption-text\">Dr. Lukas Voelkel er\u00f6ffnet f\u00fcr das BMBF mit einem Gru\u00dfwort die Konferenz. (Foto: Till von Versen\/VDI Technologiezentrum)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Prof. Robert Schl\u00f6gl, Leiter des MPI CEC, warb im Verlauf der Veranstaltung gleich mehrmals f\u00fcr die Nutzung der sich bietenden Synergien: \u201eIn Carbon2Chem z\u00e4hlt die Systemeffizienz, nicht die einzelne Prozesseffizienz&#8221;. Die Zielstellung des Forschungsprojekts sei au\u00dferdem ein vergleichsweise einfaches Optimierungsproblem: \u201eCarbon2Chem muss in der Summe CO<sub>2<\/sub> einsparen!&#8221; Prof. G\u00f6rge Deerberg vom Fraunhofer UMSICHT identifizierte im Rahmen seines Vortrags die wesentlichen Einflussfaktoren f\u00fcr ein Gelingen von Carbon2Chem: Den Anteil erneuerbarer Energien im Energiesystem, den Strompreis und den CO<sub>2<\/sub>-Preis. Auch Dr. Markus Oles, Vertreter von thyssenkrupp, sprach \u00fcber die Chancen und Herausforderungen, denen sich die Branche zu stellen habe: \u201eIndustrien, die besser mit volatiler Energieerzeugung aus erneuerbaren Energien klarkommen, werden Wettbewerbsvorteile haben.&#8221;<\/p>\n<p>Der zweite Veranstaltungstag war durch Fachvortr\u00e4ge aus den einzelnen Teilprojekten gepr\u00e4gt. Deutlich wurde, dass technische Fortschritte zum Beispiel im Bereich der Katalysatorentwicklung und Gasreinigung zwingend auf ein optimal abgestimmtes Gesamtsystem des neuen Anlagenverbunds angewiesen sind. Ein neues webbasiertes Simulationstool mit Schnittstellen zu allen Prozessschritten soll helfen diese systemischen Fragen zu kl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Das Projekt ist auf eine Laufzeit von zehn Jahren ausgelegt. Danach sollen funktionierende L\u00f6sungen bereitstehen. Die H\u00e4lfte der ersten F\u00f6rderphase von vier Jahren hat das Konsortium augenscheinlich genutzt, um die erste wichtige Meilensteine zu erreichen und zahlreiche Achtungserfolge zu erzielen. In den kommenden zwei Jahren muss sich nun zeigen, wie inhaltliche Weichenstellungen im Konsortium technisch und systemisch umgesetzt werden k\u00f6nnen und welche Anschlussfinanzierung ab 2020 zur Verf\u00fcgung stehen wird. Vielleicht, so die Hoffnung der Projektbeteiligten, wird das Vorhaben in seiner Wirkung an die Leistungen der ber\u00fchmten Naturwissenschaftler, die fr\u00fcher im Harnack-Haus gelehrt haben, ankn\u00fcpfen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Zum Projekt<\/h3>\n<p><strong>Titel:<\/strong> Carbon2Chem<\/p>\n<p><strong>Laufzeit:<\/strong> 15.03.2016 &#8211; 31.05.2020 (1. F\u00f6rderphase)<\/p>\n<p><strong>F\u00f6rdervolumen des Verbundes:<\/strong> 60 Mio. Euro<\/p>\n<p><strong>Projektpartner:<\/strong> AkzoNobel, BASF, Clariant, Covestro, Evonik, Fraunhofer-Institut f\u00fcr Solare Energiesysteme (ISE), Fraunhofer-Institut f\u00fcr Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik (UMSICHT), Karlsruher Institut f\u00fcr Technologie (KIT), Linde, Max-Planck-Institut f\u00fcr Chemische Energiekonversion, Max-Planck-Institut f\u00fcr Kohlenforschung, RWTH Aachen, Ruhr-Universit\u00e4t Bochum (RUB), Siemens, Technische Universit\u00e4t Kaiserslautern, thyssenkrupp, Volkswagen, Zentrum f\u00fcr Brennstoffzellentechnik (ZBT)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 12. und 13. November haben rund 100 Teilnehmer in Berlin \u00fcber die nachhaltige Verwendung von Kohlenstoff in der Industrie diskutiert. Vor zahlreichen Fachleuten berichtete das Forschungsprojekt \u201eCarbon2Chem&#8221; \u00fcber die Ergebnisse von zwei Jahren intensiver Projektarbeit. 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