{"id":58329,"date":"2018-11-15T07:26:44","date_gmt":"2018-11-15T06:26:44","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=58329"},"modified":"2018-11-12T13:16:27","modified_gmt":"2018-11-12T12:16:27","slug":"bauen-mit-textilbeton-aus-nachwachsenden-rohstoffen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/bauen-mit-textilbeton-aus-nachwachsenden-rohstoffen\/","title":{"rendered":"Bauen mit Textilbeton aus nachwachsenden Rohstoffen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Textilbeton ist der Baustoff der Zukunft. Er hat eine hohe Lebensdauer, erm\u00f6glicht vielseitige Geometrien und leichte Konstruktionen. Anstatt mit Stahl ist er mit Carbon- oder Glasfasergewebe verst\u00e4rkt. Ein Forscherteam des Fraunhofer-Instituts f\u00fcr Holzforschung, Wilhelm-Klauditz-Institut WKI ersetzt diese Gewebe jetzt durch umweltfreundliche Naturfasern. Damit kann die CO<sub>2<\/sub>-Bilanz des Betons bei gleicher Performance verbessert und die Herstellungskosten k\u00f6nnen reduziert werden.<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_58331\" aria-describedby=\"caption-attachment-58331\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.wki.fraunhofer.de\/de\/presse-medien\/PI_8_Bauen-mit-Textilbeton-aus-nachwachsenden-Rohstoffen\/_jcr_content\/contentPar\/pressarticle\/pressArticleParsys\/textwithinlinedimage\/imageComponent1\/image.img.large.jpg\/1539067783624_Flachsgewebe-in-Leinwandbindung.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-58331 size-medium\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/1539067783624_Flachsgewebe-in-Leinwandbindung-300x169.jpg\" alt=\"1539067783624_Flachsgewebe-in-Leinwandbindung\" width=\"300\" height=\"169\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/11\/1539067783624_Flachsgewebe-in-Leinwandbindung-300x169.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/11\/1539067783624_Flachsgewebe-in-Leinwandbindung.jpg 320w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-58331\" class=\"wp-caption-text\">Flachsgewebe in Leinwandbindung (\u00a9 Fraunhofer WKI, Jana Winkelmann)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Deutschlands Br\u00fccken sind marode. Nach Angaben des T\u00dcV Rheinland ist jedes zweite Bauwerk betroffen. Die Konstruktionen aus Stahlbeton sind korrosionsanf\u00e4llig. Sch\u00e4den am Bewehrungsstahl sind zu dem Zeitpunkt, zu dem sie von au\u00dfen sichtbar werden, weit fortgeschritten. K\u00fcnftig sollen Risse im Beton und rostender Stahl der Vergangenheit angeh\u00f6ren: Ingenieure und Architekten setzen auf Textilbeton, ein korrosionsfreier Baustoff mit hoher Lebensdauer, der die gleichen statischen Eigenschaften von Stahlbeton aufweist. Zudem zeichnet er sich durch Materialst\u00e4rken von nur wenigen Zentimetern aus. Filigrane Leichtbauten sind m\u00f6glich, die textile Bewehrung passt sich nahezu jeder Geometrie an. Neben Br\u00fccken eignet sich der Werkstoff auch f\u00fcr Fassaden und Decken. Designer nutzen ihn f\u00fcr Sitzm\u00f6bel oder Skulpturen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_58333\" aria-describedby=\"caption-attachment-58333\" style=\"width: 286px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.wki.fraunhofer.de\/de\/presse-medien\/PI_8_Bauen-mit-Textilbeton-aus-nachwachsenden-Rohstoffen\/_jcr_content\/contentPar\/pressarticle\/pressArticleParsys\/textwithinlinedimage\/imageComponent2\/image.img.large.jpg\/1539067783624_FlachsCarbon-Hybridgewebe.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-58333 \" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/1539067783624_FlachsCarbon-Hybridgewebe-300x211.jpg\" alt=\"1539067783624_FlachsCarbon-Hybridgewebe\" width=\"286\" height=\"201\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/11\/1539067783624_FlachsCarbon-Hybridgewebe-300x211.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/11\/1539067783624_FlachsCarbon-Hybridgewebe.jpg 320w\" sizes=\"auto, (max-width: 286px) 100vw, 286px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-58333\" class=\"wp-caption-text\">Flachs\/Carbon-Hybridgewebe in K\u00f6perbindung (\u00a9 Fraunhofer WKI, Jana Winkelmann)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Das Geheimnis des Materials: Ein Hochleistungsbeton, der anstatt durch Stahl, mit Carbon-, Glasfaser- oder Kunststoffgeweben verst\u00e4rkt ist. Forscherinnen und Forscher des Fraunhofer WKI in Braunschweig wollen diese Fasern durch ein Textil ersetzen, das auf nachwachsenden Rohstoffen basiert und so zum Umwelt- und Klimaschutz beitragen. Dabei setzen sie auf einheimische Produkte, konkret auf Flachs, der sich im Spinn- oder Webverfahren weiterverarbeiten l\u00e4sst. Je nach Bauteilanforderung erg\u00e4nzen die Forscher den Flachs durch einzelne Str\u00e4nge aus Polymerfaser und kreieren so ein Mixgewebe. Gewebt wird der Materialmix von den Forscherinnen und Forschern des Anwendungszentrums f\u00fcr Holzfaserforschung HOFZET<sup>\u00ae<\/sup> des Fraunhofer WKI. Mit Hilfe einer Doppelgreifer-Webmaschine mit Jaquardaufsatz, die in Europa einzigartig ist, sind die Experten in der Lage, innovative Leichtbau-Verbundmaterialien mit komplexen, anwendungsspezifischen Gewebestrukturen und integrierten Funktionen herzustellen. Die Maschine erm\u00f6glicht es, herk\u00f6mmliche und nachhaltige Materialien wirtschaftlich effizient und technisch komplex zu kombinieren. Damit es nicht verwittert, kommt ein Hochleistungsbeton zum Einsatz, dessen Gef\u00fcgedichtheit die Fasern praktisch vollst\u00e4ndig vor sch\u00e4dlichen Einfl\u00fcssen sch\u00fctzt. Zudem wird das gewebte Textil mit nat\u00fcrlichen Harzen modifiziert.<\/p>\n<h3>Resistent gegen sch\u00e4dliche Umwelteinfl\u00fcsse<\/h3>\n<p>Das Flachstextil wird lagenweise in das jeweilige Bauteil eingebracht. Da die Steifigkeit des Textils einstellbar ist, l\u00e4sst es sich in die gew\u00fcnschte Form legen. Denkbar sind etwa gekr\u00fcmmte Formen wie Kuppeln oder gerundete Wandelemente. Anschlie\u00dfend wird der fl\u00fcssige Beton auf das Textil gegossen. Der Beton ist eine Eigenentwicklung des Zentrums f\u00fcr leichte und umweltgerechte Bauten, kurz ZELUBA<sup>\u00ae<\/sup>, im Fraunhofer WKI. Bei der Entwicklung wurde besonderes Augenmerk darauf gerichtet, nur geringe Mengen an Prim\u00e4rrohstoffen zu verwenden, um \u00f6kologische Nachhaltigkeit zu erreichen. Der Materialmix besteht aus einer sehr feinen Gesteinsk\u00f6rnung, Wasser, Betonzusatzstoffen sowie Betonzusatzmitteln sowie aus der Textilbewehrung aus Flachs. \u00bbDer Textilbeton aus Flachs ist h\u00f6herwertiger als der in Stahlbetonbr\u00fccken verbaute Beton. Die Matrix, also das Gef\u00fcge, ist so dicht, dass sch\u00e4dliche Substanzen nicht in den Bauk\u00f6rper eindringen k\u00f6nnen. Somit ergibt sich eine deutlich h\u00f6here Lebensdauer von mehreren Jahrzehnten\u00ab, sagt Jan Binde, Wissenschaftler im ZELUBA<sup>\u00ae<\/sup>.<\/p>\n<h3>Verbundwerkstoff mit hoher Lebensdauer<\/h3>\n<p>Die Kombination aus Flachs und Beton erwies sich in Tests als idealer Verbundwerkstoff, die Ergebnisse hinsichtlich Dauerhaftigkeit und Tragf\u00e4higkeit des neuartigen, umweltschonenden Textilbetons sind positiv. \u00bbDie Naturfaser verzahnt sich sehr gut mit dem Baustoff, was auch daran liegt, dass wir steuern k\u00f6nnen, wie sich das Gewebe im Beton verankert. Die spezifische Oberfl\u00e4che des Textils l\u00e4sst sich einstellen\u00ab, so der Forscher.<\/p>\n<p>Der Textilbeton aus nachwachsenden Rohstoffen erm\u00f6glicht leichte, schlanke Br\u00fcckenkonstruktionen, die auch von Kraftfahrzeugen \u00fcberquert werden k\u00f6nnen. \u00bbEine Stahlbetonbr\u00fccke mit einer Spannweite von 15 Metern w\u00e4re etwa 35 bis 40 Zentimeter dick, das Pendant aus Flachs hingegen w\u00fcrde mit zw\u00f6lf bis 16 Zentimeter deutlich flacher ausfallen. Die Materialeinsparung ist betr\u00e4chtlich. Geringe Schichtdicken sind m\u00f6glich\u00ab, so Binde. Der innovative Baustoff wird permanent optimiert, eine bauaufsichtliche Zulassung steht noch aus.<\/p>\n<p>Auf der Messe BAU vom 14. bis 19. Januar 2019 in M\u00fcnchen zeigen der Wissenschaftler und seine Kolleginnen und Kollegen den Prototyp einer flachsfasergest\u00fctzten Br\u00fccke ohne St\u00fctze mit einem Querschnitt von f\u00fcnf Zentimetern, die auf Widerlagern auf Holz aufliegt (Fraunhofer-Gemeinschaftsstand, Halle C2, Stand 528).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Textilbeton ist der Baustoff der Zukunft. Er hat eine hohe Lebensdauer, erm\u00f6glicht vielseitige Geometrien und leichte Konstruktionen. Anstatt mit Stahl ist er mit Carbon- oder Glasfasergewebe verst\u00e4rkt. Ein Forscherteam des Fraunhofer-Instituts f\u00fcr Holzforschung, Wilhelm-Klauditz-Institut WKI ersetzt diese Gewebe jetzt durch umweltfreundliche Naturfasern. 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