{"id":58219,"date":"2018-11-12T07:26:23","date_gmt":"2018-11-12T06:26:23","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=58219"},"modified":"2018-11-07T14:01:07","modified_gmt":"2018-11-07T13:01:07","slug":"neuer-nutzen-fuer-abfaelle-aus-der-gefluegel-und-weinindustrie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/neuer-nutzen-fuer-abfaelle-aus-der-gefluegel-und-weinindustrie\/","title":{"rendered":"Neuer Nutzen f\u00fcr Abf\u00e4lle aus der Gefl\u00fcgel- und Weinindustrie"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_58217\" aria-describedby=\"caption-attachment-58217\" style=\"width: 250px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-58217 size-full\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/130179.jpg\" alt=\"130179\" width=\"250\" height=\"165\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-58217\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Erik Svoboda, Shutterstock<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Die Abfallwirtschaft in der Lebensmittelindustrie ist ein zentrales Thema \u2013 nicht zuletzt in Anbetracht der Gefahren f\u00fcr Umwelt und Gesundheit, die mit der Produktion und Verarbeitung verbunden sind. So entstehen in der Gefl\u00fcgelindustrie beispielsweise Jahr f\u00fcr Jahr betr\u00e4chtliche Mengen Federabf\u00e4lle. Der Gro\u00dfteil davon landet in Deponien oder wird in einem energieintensiven Prozess zu minderwertigem Tierfutter verarbeitet. Laut der Europ\u00e4ischen Kommission wurden in der EU im Jahr 2014 insgesamt 13,1 Millionen Tonnen Gefl\u00fcgelfleisch produziert.<\/strong><\/p>\n<p>Das EU-finanzierte <a href=\"http:\/\/www.karma2020.eu\/\" target=\"_blank\">Projekt KARMA2020<\/a> (Industrial Feather Waste Valorisation for Sustainable KeRatin based MAterials) m\u00f6chte aus den entsprechenden Abfallnebenprodukten innovative gr\u00fcne Rohstoffe entwickeln, die f\u00fcr diverse Anwendungen nutzbar w\u00e4ren. Denkbar w\u00e4ren beispielsweise biologisch abbaubare Kunststoffe f\u00fcr die Lebensmittelverpackung, Depotd\u00fcnger, Flammschutzbeschichtungen und Verbundmaterial.<\/p>\n<p>In einem <a href=\"http:\/\/www.techexplorist.com\/chicken-plastic-wine-leather-giving-waste-new-life\/15708\" target=\"_blank\">Nachrichtenartikel<\/a> erkl\u00e4rte Projektkoordinatorin Sarah Montes: \u201eDie Abf\u00e4lle sind zum gr\u00f6\u00dften Teil rentabel verwertbares Material. Federn d\u00fcrften zum Beispiel durch ihren hohen Keratingehalt gut zur Herstellung von Kunststoffen geeignet sein, die st\u00e4rker und rei\u00dffester w\u00e4ren als solche aus modifizierter St\u00e4rke oder Pflanzenproteinen.\u201c<\/p>\n<p>In den Anfangsphasen von KARMA2020 konzentrierten sich die Wissenschaftler vornehmlich auf die Vorbehandlungs- und Konditionierungsprozesse, um saubere und sicher zu verarbeitende Federn zu gew\u00e4hrleisten. Das Team untersuchte au\u00dferdem, wie sich daraus Rohstoffe herstellen lassen k\u00f6nnten. In einem k\u00fcrzlich auf der Projektwebsite erschienenen Newsletter erkl\u00e4rten die Partner, das Projekt werde nun aus dem Laborma\u00dfstab in den Pilotma\u00dfstab \u00fcberf\u00fchrt. Bei der Schmelzextrusion beispielsweise schmilzt das Team ein Polymer unter Anwendung von W\u00e4rme und Druck in einem kontinuierlichen Prozess auf, um das Mischen und Formulieren zu erm\u00f6glichen. Die Projektmitglieder gingen im Newsletter auch auf dieses Verfahren ein: \u201eDieser Prozess ist in der Polymerindustrie \u00fcblich, um Kunststofferzeugnisse wie T\u00fcten, Folien, Schl\u00e4uche usw. herzustellen, und kommt im Gesundheitssektor neuerdings auch zum Einsatz, um aktive pharmazeutische Wirkstoffe mit Polymermatrizen zu mischen.\u201c<\/p>\n<h3>Lebensmittelabf\u00e4lle mit Mehrwert<\/h3>\n<p>Das laufende Projekt KARMA2020 wurde ins Leben gerufen, um aus Gefl\u00fcgelfederabf\u00e4llen neue biobasierte Produkte f\u00fcr Sektoren mit hoher Umweltbelastung zu entwickeln. Doch KARMA2020 verfolgt die Vision, sinnvolle Verwendungszwecke f\u00fcr Lebensmittelabf\u00e4lle zu finden, nicht alleine: Das <a href=\"http:\/\/cordis.europa.eu\/project\/rcn\/215862_de.html\" target=\"_blank\">Projekt WineLeather<\/a> (Innovative green leather production from wine industry waste) arbeitet an der Herstellung von Bioleder aus Traubentrester. Dieser pflanzliche Ausgangsstoff besteht aus den Traubenkernen, -stielen und -schalen, die als R\u00fcckst\u00e4nde der Weinherstellung anfallen. Normalerweise werden diese als landwirtschaftlicher Abfall in Deponien entsorgt. Im Projekt WineLeather wird dieses Abfallnebenprodukt als erneuerbarer Rohstoff verwendet.<\/p>\n<p>Hinter diesem Prozess steckt das Unternehmen Vegea. Die firmeneigene Technologie VegeaTextile \u201eist eine wirtschaftlich nachhaltige Alternative zu Rohstoffen tierischen oder fossilen Ursprungs\u201c, wie es auf der Unternehmenswebsite hei\u00dft. \u201eDer fertige Werkstoff ist mit allen g\u00e4ngigen industriellen Anwendungen in den Bereichen Mode, Design, Automobil und Verkehr kompatibel.\u201c Laut CORDIS strebt das Projekt WineLeather die Industrialisierung dieses Herstellungsverfahrens bis 2022 an.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Abfallwirtschaft in der Lebensmittelindustrie ist ein zentrales Thema \u2013 nicht zuletzt in Anbetracht der Gefahren f\u00fcr Umwelt und Gesundheit, die mit der Produktion und Verarbeitung verbunden sind. So entstehen in der Gefl\u00fcgelindustrie beispielsweise Jahr f\u00fcr Jahr betr\u00e4chtliche Mengen Federabf\u00e4lle. 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