{"id":5819,"date":"2003-01-31T00:00:00","date_gmt":"2003-01-30T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20030131-02n"},"modified":"2003-01-31T00:00:00","modified_gmt":"2003-01-30T22:00:00","slug":"tagung-von-eurosolar-und-energieagentur-nrw-energie-aus-der-agrarwirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/tagung-von-eurosolar-und-energieagentur-nrw-energie-aus-der-agrarwirtschaft\/","title":{"rendered":"Tagung von EUROSOLAR und Energieagentur NRW: Energie aus der Agrarwirtschaft ?"},"content":{"rendered":"<p>Bad Godesberg\/Wuppertal. Klare Worte fand Dr. Hermann Scheer auf der Tagung <b>&#8220;Wie wird der Landwirt zum Energiewirt?&#8221;<\/b> zum Thema Biomasse: &#8220;Das weltweite Biomasse-Potenzial reicht aus, um gro\u00dfe Teile des Energiebedarfs zu decken. Das ist nicht nur eine Feststellung, sondern eine Aufforderung, das Potenzial auch zu nutzen&#8221;, so der Pr\u00e4sident von EUROSOLAR. &#8220;Allem voran geht es um eine Strategie zur raschen \u00dcberwindung der Abh\u00e4ngigkeit von Erd\u00f6l und den damit verbundenen globalen Kriegsgefahren. Dazu geh\u00f6ren vor allem bio-synthetische Kraftstoffe und Bio-Alkohol als Kraftstoff&#8221;, so Scheer. Rund 150 Fachleute aus Politik, Wirtschaft und Forschung waren zu der Tagung der Energieagentur NRW und von EUROSOLAR in die Godesberger Stadthalle gekommen. <\/p>\n<p>NRW-Energieminister Dr. Axel Horstmann erkl\u00e4rte, die Biomassenutzung f\u00fcr energetische Zwecke sei unter landwirtschaftspolitischen und insbesondere industriepolitischen Gesichtspunkten interessant. Horstmann: &#8220;Es gibt ein gro\u00dfes Interesse sowohl der Mineral\u00f6lindustrie als auch der Automobilindustrie an regenerativ erzeugten Kraftstoffen.&#8221; Zur Zeit arbeite man an der Umsetzung des so genannten &#8220;Biomasse-Regionen-Konzeptes&#8221;. Neben einer Bestandsaufnahme gehe es in diesem Konzept um die Entwicklung von Vorschl\u00e4gen zur Verarbeitung von Biomasse sowie der Entwicklung von Anlagen und Technologien. <\/p>\n<p>Scheer erkl\u00e4rte den Wandel des Landwirts zum Energiewirt zu einem wesentlichen Bestandteil des Bem\u00fchens, \u00fcber kurz oder lang die Energieversorgung von fossilen Ressourcen auf erneuerbare Energien umzustellen. Nach Scheer ist eine finanzielle Beg\u00fcnstigung f\u00fcr Strom und Treibstoffe aus Biomasse unumg\u00e4nglich, wenn sie sich gegen fossile Energietr\u00e4ger durchsetzen sollen. &#8220;Das beinhaltet nat\u00fcrlich auch unpopul\u00e4re Ma\u00dfnahmen. <\/p>\n<p>Der EUROSOLAR-Pr\u00e4sident betonte, dass die &#8220;Energiewende&#8221; eine globale Herausforderung sei. W\u00e4hrend sich in der EU der Gesamtenergieverbrauch zwischen 1990 und 2020 um ein Viertel erh\u00f6he, steige er z.B. in den Entwicklungsl\u00e4ndern im gleichen Zeitraum um das Dreifache. Bereits heute sei ihr Gesamtenergieverbrauch zweimal h\u00f6her als in der EU. <\/p>\n<p>&#8220;Wir befinden uns mitten in einer weiteren Industriellen Revolution&#8221;, erkl\u00e4rte Dr. Norbert H\u00fcttenh\u00f6lscher, Leiter der Energieagentur NRW. H\u00fcttenh\u00f6lscher sagte, es gehe um die konkrete Umsetzung der Wende bei der Energieversorgung. &#8220;Die Zukunft liegt in der dezentralen Energieversorgung. Dabei wird die Energie vom Acker oder aus dem Stall zur Eigen- oder Regionalversorgung weltweit an Bedeutung gewinnen&#8221;, prognostizierte H\u00fcttenh\u00f6lscher. Derzeit werden rund acht Prozent des Stromverbrauchs in Deutschland aus erneuerbaren Energien gezogen. Den m\u00f6glichen Anteil der Agrarwirtschaft am Gesamtenergieverbrauch Deutschlands sch\u00e4tzt H\u00fcttenh\u00f6lscher auf \u00fcber zehn Prozent. <\/p>\n<p><b>Technische Voraussetzungen<\/b> <br \/>Die Referenten waren sich einig, dass die technischen M\u00f6glichkeiten zur Gewinnung von Energie aus Agrarprodukten vielversprechend fortgeschritten seien oder sich teilweise in der Praxis bereits bew\u00e4hrt h\u00e4tten. Das gelte f\u00fcr die Gewinnung von Glukose als Treibstoff f\u00fcr chemo-elektrische Antriebe ebenso wie f\u00fcr die Erzeugung von Bio-Wasserstoff aus der Landwirtschaft.<\/p>\n<p>&#8220;Kraftstoffe einschlie\u00dflich Wasserstoff aus Biomasse ist die Antwort auf die Krisen unserer Zeit. So lassen sich alle Anforderungen an Umwelt- und Klimaschutz, Nachhaltigkeit, Versorgungssicherheit sowie niedrige Energiekosten und Komfort erf\u00fcllen&#8221;, versichert Karl Heinz Tetzlaff vom Deutschen Wasserstoffverband. Als besonders effiziente Methode, kohlenstoffhaltige Energietr\u00e4ger in Wasserstoff umzuwandeln, habe sich die thermische Vergasung (Steam-Reforming) erwiesen. Allerdings sei man \u00fcber den Betrieb einer Pilotanlage noch nicht hinaus. <\/p>\n<p>F\u00fcr die Substitution des fossilen Erdgases biete sich zudem die Umwandlung von Biogas in &#8220;Greengas&#8221; an. &#8220;Greengas&#8221; kann als Kraftstoff verwendet werden oder ins Gasnetz eingespeist werden. &#8220;Die technischen M\u00f6glichkeiten stehen nach mehrj\u00e4hriger Erfahrung in der Schweiz, den Niederlanden und Schweden bereits zur Verf\u00fcgung&#8221;, referiert Peter Schrum, Pr\u00e4sident des Bundesverbandes Biogene Kraftstoffe. Nach Schrem betragen die Aufbereitungskosten von Biogas derzeit etwa 5 Cent pro Kilowattstunde (bei weniger als 30 Kubikmeter Rohbiogas\/h). &#8220;Bei mehr als 400 Kubikmetern sinken die Kosten auf zirka 1 Cent pro Kilowattstunde. Vor allem in der Aufbereitung kleiner Gasmengen werden zuk\u00fcnftig durch den technologischen Fortschritt und Serienproduktionen die Kosten noch weiter sinken.&#8221; <\/p>\n<p><b>Qualifizierung<\/b> <br \/>Inzwischen haben Politik, Forschung und Wirtschaft auf die Nachfrage nach Qualifizierungsm\u00f6glichkeiten zum &#8220;Energiewirt&#8221; reagiert. An der Fachhochschule K\u00f6ln werden im Diplom-Studiengang Maschinenbau die Schwerpunkte &#8220;Regenerative Energie- und Stofftechnik&#8221; sowie &#8220;Regenerative Boden- und Landschaftstechnik&#8221; angeboten. Neben Grundlagen, Verfahren und Technik von Solartechnik und Windenergie steht die Nutzung von Biomasse im Zentrum der Ausbildung. &#8220;Es geht um die Bereitstellung von Festbrennstoffen sowie um Anbau, Ernte, Transport oder Aufbereitung. Behandelt werden zudem alle Belange rund um die energetische Nutzung: von Brennstoffeigenschaften bis zur Stromerzeugung&#8221;, so Prof. Christiane Rieker von der FH K\u00f6ln. <\/p>\n<p>Um dem gestiegenen Weiterbildungsbedarf am Thema Biomasse gerecht zu werden, bietet die Energieagentur NRW ab sofort das Seminar &#8220;Land- und Forstwirt als Energiewirt&#8221; an. Das Seminar wurde im Rahmen des Programms RAVEL NRW entwickelt. &#8220;Bei der Erstellung des Seminars sind die Erfahrungen aus der Bearbeitung von \u00fcber 600 Projekt-Anfragen zur Biomasse-Nutzung im Jahr 2002 ber\u00fccksichtigt worden&#8221;, erkl\u00e4rt Dipl.-Ing. Torsten Brose von der Energieagentur NRW. Zu den Inhalten geh\u00f6ren u.a. die Vorstellung der technischen M\u00f6glichkeiten sowie die Nutzung von F\u00f6rderprogrammen. Das Seminar steht s\u00e4mtlichen Weiterbildungsein-richtungen inklusive Teilnehmerunterlagen zur Verf\u00fcgung. <\/p>\n<p>Weitere Informationen bei der <br \/><b>Energieagentur NRW<\/b><br \/>Kasinostra\u00dfe 19-21<br \/>42103 Wuppertal<br \/>Tel.: 0202-24 552-0<br \/>Internet: <a href=\"http:\/\/www.ea-nrw.de\/\" >www.ea-nrw.de<\/a> <\/p>\n<p>und bei <\/p>\n<p><b>EUROSOLAR<\/b> (Der Tagungsband ist erh\u00e4ltlich bei EUROSOLAR)<br \/>Kaiser-Friedrich-Str. 11<br \/>53113 Bonn<br \/>Tel.: 0228-36 23 73<br \/>Internet: <a href=\"http:\/\/www.eurosolar.org\/\" >www.EUROSOLAR.org<\/a><\/p>\n<p>(Vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/erfolg-fuer-die-weiterentwicklung-der-green-gas-technologie\/\" >2002-05-22<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bad Godesberg\/Wuppertal. Klare Worte fand Dr. Hermann Scheer auf der Tagung <b>&#8220;Wie wird der Landwirt zum Energiewirt?&#8221;<\/b> zum Thema Biomasse: &#8220;Das weltweite Biomasse-Potenzial reicht aus,<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[],"class_list":["post-5819","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5819","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5819"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5819\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5819"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5819"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5819"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=5819"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}