{"id":5802,"date":"2002-10-30T00:00:00","date_gmt":"2002-10-29T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20021030-07n"},"modified":"2002-10-30T00:00:00","modified_gmt":"2002-10-29T22:00:00","slug":"wirkstoff-aus-krabbenschalen-chitosan-preis-fuer-hannoveraner-nachwuchsforscher","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wirkstoff-aus-krabbenschalen-chitosan-preis-fuer-hannoveraner-nachwuchsforscher\/","title":{"rendered":"Wirkstoff aus Krabbenschalen: Chitosan &#8211; Preis f\u00fcr Hannoveraner Nachwuchsforscher"},"content":{"rendered":"<p>Einen der drei Hugo-Geiger-Preise der Fraunhofer-Gesellschaft hat dieses Jahr der Nachwuchsbiochemiker Christian Schmalz vom <a href=\"http:\/\/www.igb.fhg.de\/\" >Fraunhofer IGB<\/a> in Hannover gewonnen. Mit Hilfe eines gentechnisch erzeugten Enzyms hat Schmalz es geschafft, den gefragten Naturstoff Chitosan, ein Abbauprodukt aus den Chitinpanzern von Krabben, reiner und schonender herzustellen als zuvor.<\/p>\n<p>Wie ein Au\u00dfenskelett umh\u00fcllt und sch\u00fctzt der Chitinpanzer Krebstiere und Insekten. Ein Abbauprodukt des Chitin, Chitosan, ist als Stabilisator auch in Kosmetika und Nahrungsmitteln allgegenw\u00e4rtig. Chitosan st\u00e4rkt Haarfestiger und dickt Hautcremes und Lebensmittel ein. Da der Naturstoff auch Mikroorganismen abwehrt, wird Saatgut damit umh\u00fcllt, um es gegen Pilzbefall zu sch\u00fctzen. <\/p>\n<p>Auch in der Medizin, zum Beispiel als Wundauflage oder als Tablettenh\u00fclle, wird Chitosan eine gro\u00dfe Zukunft vorhergesagt. Allerdings scheiterte sie bisher an den Schwierigkeiten bei der Herstellung. Um Chitosan aus Krabbenschalen zu gewinnen, wird Natronlauge eingesetzt, die neben Chitosan eine Reihe von Nebenprodukten erzeugt. Das Verfahren belastet die Umwelt und die entstehenden Produktgemische erf\u00fcllen die Qualit\u00e4tskriterien f\u00fcr therapeutische Anwendungen nicht. <\/p>\n<p>Christian Schmalz, Nachwuchsbiochemiker bei Professor Otto in der Arbeitsgruppe Gentechnik am Fraunhofer IGB in Hannover, hat nun mit gentechnischen Methoden ein Enzym entdeckt und nutzbar gemacht, das im Meer Chitin zu Chitosan umsetzt. Hierzu hat er zun\u00e4chst aus Proben vom Meeresboden die Gene von Enzymen aus Bakterien isoliert, die Chitin bekannterma\u00dfen abbauen. \u00dcber homologe Sequenzen verschiedener bekannter Gene hat er eine neue Chitindeacetylase identifiziert und in Bakterienzellen geklont. Das neue Enzym kann ohne Umweltbelastung Chitosan in hochreiner Form liefern. Das Gen ist zum Patent angemeldet worden. <\/p>\n<p>Herr Schmalz hat den Hugo-Geiger-Preis 2002 f\u00fcr Nachwuchsforscher f\u00fcr seine Diplomarbeit am Fraunhofer IGB erhalten. Seine Arbeit wurde im Rahmen des Projekts &#8220;Marine Biotechnologie&#8221; vom Land Niedersachsen gef\u00f6rdert. Der Pr\u00e4sident der Fraunhofer-Gesellschaft, Prof. Hans-J\u00f6rg Bullinger, hat ihm den Preis am 23. Oktober anl\u00e4sslich der Jahrestagung der Fraunhofer-Gesellschaft in Ludwigsburg bei Stuttgart \u00fcberreicht. Herr Schmalz promoviert inzwischen am Fraunhofer IGB \u00fcber die Charakterisierung der Chitindeacetylase.<\/p>\n<p>(Vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/schalen-von-meeresfruechten-rohstoff-fuer-farben-und-kosmetik\/\" > 2002-08-20<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einen der drei Hugo-Geiger-Preise der Fraunhofer-Gesellschaft hat dieses Jahr der Nachwuchsbiochemiker Christian Schmalz vom Fraunhofer IGB in Hannover gewonnen. 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