{"id":57806,"date":"2018-10-29T07:29:52","date_gmt":"2018-10-29T06:29:52","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=57806"},"modified":"2018-10-27T13:28:35","modified_gmt":"2018-10-27T11:28:35","slug":"erstmals-mikroplastik-im-menschen-nachgewiesen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/erstmals-mikroplastik-im-menschen-nachgewiesen\/","title":{"rendered":"Erstmals Mikroplastik im Menschen nachgewiesen"},"content":{"rendered":"<p><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"  wp-image-57810 alignright\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/csm_Fotolia_143712562_XL_3ece32277c-300x200.jpg\" alt=\"csm_Fotolia_143712562_XL_3ece32277c\" width=\"263\" height=\"175\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/10\/csm_Fotolia_143712562_XL_3ece32277c-300x200.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/10\/csm_Fotolia_143712562_XL_3ece32277c.jpg 468w\" sizes=\"auto, (max-width: 263px) 100vw, 263px\" \/>In einer Pilotstudie von Umweltbundesamt und Medizinischer Universit\u00e4t Wien wurde erstmals Mikroplastik im menschlichen Stuhl entdeckt \u2013 und das bei allen der acht internationalen TeilnehmerInnen. Der Nachweis ist Bettina Liebmann vom Umweltbundesamt und Philipp Schwabl von der Medizinischen Universit\u00e4t Wien gelungen. Die <a href=\"https:\/\/www.ueg.eu\/press\/releases\/ueg-press-release\/article\/ueg-week-microplastics-discovered-in-human-stools-across-the-globe-in-first-study-of-its-kind\/\" target=\"_blank\">Ergebnisse werden heute am internationalen UEG-Gastroenterologie-Kongress in Wien pr\u00e4sentiert<\/a> und stellen die Grundlage f\u00fcr weitere Untersuchungen in gr\u00f6\u00dferem Umfang dar.<\/strong><\/p>\n<p>Die TeilnehmerInnen der Studie, f\u00fcnf Frauen und drei M\u00e4nner im Alter von 33 bis 65 Jahren, leben in Finnland, den Niederlanden, Gro\u00dfbritannien, Italien, Polen, Russland, Japan und \u00d6sterreich. Sie f\u00fchrten eine Woche lang ein Ern\u00e4hrungstagebuch und gaben anschlie\u00dfend eine Stuhlprobe ab. Alle TeilnehmerInnen konsumierten in Plastik verpackte Lebensmittel oder Getr\u00e4nke aus PET-Flaschen, die Mehrzahl von ihnen verzehrte Fisch bzw. Meeresfr\u00fcchte, und niemand ern\u00e4hrte sich ausschlie\u00dflich vegetarisch.<\/p>\n<p>Die ExpertInnen des Umweltbundesamts analysierten im Labor den Stuhl der TeilnehmerInnen hinsichtlich zehn der weltweit meist verbreiteten Kunststoffe. Bei allen acht Personen wurde Mikroplastik im Stuhl entdeckt, im Mittel 20 Mikroplastik-Teilchen pro 10 Gramm Stuhl. \u201eIn unserem Labor konnten wir neun verschiedene Kunststoffarten in der Gr\u00f6\u00dfe von 50 bis 500 Mikrometer nachweisen\u201c, erkl\u00e4rt Bettina Liebmann, die f\u00fcr Mikroplastik-Analysen zust\u00e4ndige Expertin im Umweltbundesamt Am h\u00e4ufigsten fanden sich PP (Polypropylen) und PET (Polyethylenterephthalat) in den Proben.<\/p>\n<p>\u201eZusammenh\u00e4nge zwischen Ern\u00e4hrungsverhalten und einer Belastung mit Mikroplastik k\u00f6nnen wir aufgrund der geringen Anzahl der ProbandInnen nicht sicher herstellen\u201c, erkl\u00e4rt Erstautor Philipp Schwabl von der Klinischen Abteilung f\u00fcr Gastroenterologie und Hepatologie der MedUni Wien, \u201edie Auswirkungen der gefundenen Mikroplastikpartikel auf den menschlichen Organismus \u2013 insbesondere auf den Verdauungstrakt \u2013 k\u00f6nnen erst im Rahmen einer gr\u00f6\u00dfer angelegten Studie erforscht werden\u201c.<\/p>\n<p>Bei anderen Studien wurden in Tieren die h\u00f6chsten Mikroplastikkonzentrationen im Magendarmtrakt nachgewiesen, jedoch waren kleinste Plastikteilchen auch in Blut, Lymphe und sogar in der Leber nachweisbar. \u201eObwohl es erste Anzeichen gibt, dass Mikroplastik durch die Beg\u00fcnstigung von Entz\u00fcndungsreaktionen oder Aufnahme sch\u00e4digender Begleitstoffe den Magendarmtrakt sch\u00e4digen kann, sind jedenfalls weitere Studien notwendig, um potenzielle Gefahren von Mikroplastik f\u00fcr den Menschen abzusch\u00e4tzen\u201c, h\u00e4lt Schwabl fest.<\/p>\n<p>Plastikteilchen mit einer Gr\u00f6\u00dfe kleiner 5 Millimeter werden als Mikroplastik bezeichnet. Dieses wird als Zusatz in Kosmetikprodukten verwendet, entsteht aber vor allem ungewollt durch Zerkleinerung, Abrieb oder Zersetzung gr\u00f6\u00dferer Plastikteile in der Umwelt.<\/p>\n<p>Die globale Plastikproduktion ist seit den 1950er Jahren rasant angewachsen und liegt aktuell bei \u00fcber 400 Millionen Tonnen pro Jahr. Sch\u00e4tzungen zufolge gelangen zwei bis f\u00fcnf Prozent des produzierten Plastiks ins Meer, wo der Abfall zerkleinert von Meerestieren aufgenommen wird und \u00fcber die Nahrungskette in den Menschen gelangen kann. Dar\u00fcber hinaus ist es sehr wahrscheinlich, dass Lebensmittel w\u00e4hrend der Verarbeitung oder durch die Verpackung mit Kunststoffen \u2013 und dadurch auch mit Mikroplastik \u2013 in Kontakt kommen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Service<\/h3>\n<p><em>Assessment of microplastic concentrations in human stool \u2013 Preliminary results of a prospective study \u2013 Philipp Schwabl, Bettina Liebmann, Sebastian K\u00f6ppel, Philipp K\u00f6nigshofer, Theresa Bucsics, Michael Trauner, Thomas Reiberger, pr\u00e4sentiert im Rahmen der UEG Week 2018 in Wien am 24. Oktober 2018.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einer Pilotstudie von Umweltbundesamt und Medizinischer Universit\u00e4t Wien wurde erstmals Mikroplastik im menschlichen Stuhl entdeckt \u2013 und das bei allen der acht internationalen TeilnehmerInnen. Der Nachweis ist Bettina Liebmann vom Umweltbundesamt und Philipp Schwabl von der Medizinischen Universit\u00e4t Wien gelungen. 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