{"id":57280,"date":"2018-10-11T07:29:53","date_gmt":"2018-10-11T05:29:53","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=57280"},"modified":"2018-10-09T13:56:02","modified_gmt":"2018-10-09T11:56:02","slug":"boku-expertin-empfehle-ein-verbot-aller-einweg-plastiksackerl","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/boku-expertin-empfehle-ein-verbot-aller-einweg-plastiksackerl\/","title":{"rendered":"BOKU-Expertin: &#8220;Empfehle ein Verbot aller Einweg-Plastiksackerl&#8221;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Expertin f\u00fcr biologisch abbaubare Kunststoffe an der BOKU, Dr. Ines Fritz, empfiehlt ein Verbot aller Einweg-Plastiksackerl in \u00d6sterreich, die Nutzung umweltfreundlicher Alternativen und erkl\u00e4rt die EN 13432-Zertifizierung<\/strong><\/p>\n<p>Dr. Ines Fritz, Expertin f\u00fcr biologisch abbaubare Kunststoffe an der Universit\u00e4t f\u00fcr Bodenkultur in Wien (BOKU), empfiehlt ein Verbot aller Einweg-Plastiksackerl in \u00d6sterreich. Diesen Vorschlag k\u00f6nne sie auf Basis wissenschaftlicher Fakten begr\u00fcnden. Auch der Obmann des Kompost &amp; Biogas Verbands \u00d6sterreich und Begr\u00fcnder des breit angelegten B\u00fcndnisses f\u00fcr das \u00f6sterreichische Bio-Kreislauf-Sackerl, Hubert Seiringer, fordert ein Verbot. Wie in mehreren L\u00e4ndern bereits umgesetzt, fordern Fritz und Seiringer eine generelle EN 13432-Pflicht und damit r\u00fcckstandsfreie biologische Abbaubarkeit aller Einweg-Sackerl und Einweg-Tragtaschen. Damit k\u00f6nnten die bis zu eine Milliarde Plastiksackerl pro Jahr in \u00d6sterreich bald der Vergangenheit angeh\u00f6ren und ein wirksamer Schritt gegen die Plastikverschmutzung w\u00e4re geschafft.<\/p>\n<h3>Empfehlung auf Basis wissenschaftlicher Fakten: Verbot aller Einweg-Plastiksackerl, stattdessen Nutzung von Mehrweg-Tragetaschen oder biologisch abbaubaren Sackerl<\/h3>\n<p>Ines Fritz, Expertin f\u00fcr biologisch abbaubare Kunststoffe an der BOKU, empfiehlt ein Verbot aller Einweg-Plastiksackerl in \u00d6sterreich. &#8220;Meine Empfehlung, die ich sehr gut auf Basis wissenschaftlicher Fakten begr\u00fcnden kann, ist simpel: ein Verbot aller Einweg-Plastiksackerl.&#8221; Die Leiterin der Arbeitsgruppe Umweltmikrobiologie an der BOKU ist Mitglied der Europ\u00e4ischen Normung f\u00fcr biologisch abbaubare Kunststoffe. Fritz pl\u00e4diert f\u00fcr die Nutzung von Mehrweg-Tragetaschen und sieht auch im vorgeschlagenen Bio-Kreislauf-Sackerl eine Alternative zu herk\u00f6mmlichen Plastiksackerl. Bei Einweg-Sackerl sei die Zertifizierung &#8220;EN 13432&#8221; entscheidend.<\/p>\n<h3>EN 13432-Zertifizierung garantiert biologische Abbaubarkeit und hilft Plastikm\u00fcll zu vermeiden<\/h3>\n<p>&#8220;Die EN 13432-Zertifizierung ist f\u00fcr alle Verpackungsmaterialien in Europa m\u00f6glich. Das Pr\u00fcfverfahren zu bestehen, ist jedoch nicht leicht&#8221;, sagt Fritz. Die BOKU-Expertin erkl\u00e4rt die Voraussetzungen und den Prozess: &#8220;Die \u00dcberpr\u00fcfung der Zusammensetzung schlie\u00dft den Kunststoff, alle seine Zus\u00e4tze und Bestandteile, sowie Druckfarben und Klebstoffe mit ein. Alle diese Teile m\u00fcssen frei von Schadstoffen wie Schwermetallen sein und es muss ein vollst\u00e4ndiger biologischer Abbau gew\u00e4hrleistet sein. Das Material muss vollst\u00e4ndig in CO<sub>2<\/sub>, Wasser, Mineralstoffe und in neue mikrobielle Biomasse umgesetzt werden und wird einer Pr\u00fcfung unter Kompostierungsbedingungen unterzogen. Dabei wird beobachtet und gemessen, ob das Produkt im Kompost w\u00e4hrend l\u00e4ngstens 90 Tagen vollst\u00e4ndig zerf\u00e4llt und ob es die Arbeit des Kompostierens st\u00f6rt. Schlussendlich wird noch gepr\u00fcft, ob die Kompostqualit\u00e4t beeintr\u00e4chtigt wurde. Nur wenn das Produkt alle Anforderungen erf\u00fcllt, ist eine EN 13432-Zertifizierung m\u00f6glich. Dieses Produkt ist dann garantiert st\u00f6rungs- und schadstofffrei gemeinsam mit Bioabfall kompostierbar und erzeugt qualitativ hochwertigen Kompost.&#8221;<\/p>\n<p>Durch die Verwendung eines Bio-Kreislauf-Sackerls anstatt eines Plastiksackerls sieht Dr. Fritz einen zweifachen Nutzen f\u00fcr die Umwelt: &#8220;Es gibt eine Sofortwirkung und eine langfristige Verbesserung unserer Umweltsituation. Kurzfristig wird jedes Bio-Kreislauf-Sackerl, das ein Plastiksackerl ersetzt, den Eintritt von neuem Mikroplastik in unsere landwirtschaftlichen B\u00f6den verringern. Auch der Wind verweht Plastik und es sammelt sich in Windschutzg\u00fcrteln oder in B\u00e4chen, Fl\u00fcssen, Seen und Meeren an. Ein verwehtes Bio-Kreislauf-Sackerl wird hingegen auch auf B\u00f6den oder im Wasser vollst\u00e4ndig abgebaut und richtet somit keine Umweltsch\u00e4den an. Dies ist der langfristige Effekt: eine mit den Jahren hoffentlich stetig geringer werdende Umweltverschmutzung mit Kunststoffresten.&#8221;<\/p>\n<h3>Problemfall Plastikm\u00fcll: Bis zu eine Milliarde Plastiksackerl pro Jahr in \u00d6sterreich, die rund 12 Minuten genutzt werden<\/h3>\n<p>Laut Sch\u00e4tzungen wird ein Plastiksackerl durchschnittlich 12 Minuten benutzt, bevor es im M\u00fcll landet. Nur 3 Prozent aller Plastiksackerl weltweit werden wiederverwendet. Ein gewisser Anteil landet in der falschen M\u00fclltonne oder in unserer Landschaft und ben\u00f6tigt zwischen 20 und 500 Jahren, bis es wieder abgebaut ist. Allein in \u00d6sterreich werden pro Kopf und Jahr laut Zahlen der EU-Kommission 51 Plastiksackerl in Umlauf gebracht. Global 2000 sch\u00e4tzt, dass mehr als 100 Plastiksackerl pro Person verbraucht werden und die Gesamtzahl in \u00d6sterreich bei zirka einer Milliarde pro Jahr liegt. Der Schaden f\u00fcr Umwelt, Mensch und Tier ist offensichtlich. Plastik findet sich in den W\u00e4ldern, in Gew\u00e4ssern, auf \u00c4ckern und als Mikroplastik sogar in unseren Lebensmitteln. Die Chemikalien, die sich aus Kunststoffen l\u00f6sen k\u00f6nnen beim Menschen Allergien, Fettleibigkeit, Unfruchtbarkeit, Krebs und Herzkreislauferkrankungen ausl\u00f6sen.<\/p>\n<h3>Bereits 9.250 Unterst\u00fctzer der Online-Petition zur Einf\u00fchrung eines \u00f6sterreichischen Bio-Kreislauf-Sackerls<\/h3>\n<p>&#8220;Die Bundesregierung muss ambitionierter gegen Plastikverschmutzung vorgehen&#8221;, fordert Hubert Seiringer, Obmann des Kompost &amp; Biogas Verbands \u00d6sterreich und Begr\u00fcnder des breit angelegten B\u00fcndnisses f\u00fcr das \u00f6sterreichische Bio-Kreislauf-Sackerl. &#8220;Freilich ist das Verbot von Einweg-Plastiksackerl nur ein erster Schritt. Aber Plastiksackerl sind ein Teil des Problems und mit dem Bio-Kreislauf-Sackerl steht eine L\u00f6sung bereit&#8221;, so Seiringer. Bez\u00fcglich Plastiksackerl setzt die Bundesregierung bislang auf die freiwillige Selbstverpflichtung einiger gro\u00dfer Handelsketten diese zu reduzieren. Dabei w\u00e4re es h\u00f6chst an der Zeit, eine einheitliche Regelung zu beschlie\u00dfen, appelliert Seiringer.<\/p>\n<p>Eine entsprechende Online-Petition z\u00e4hlt bereits rund 9.250 Unterst\u00fctzer. Ziel der Petition ist: Alle leichten Knotenbeutel aus der Obst- und Gem\u00fcseabteilung sollen bundesweit nur mehr aus einem leicht abbaubaren Kunststoff (&#8220;OK compost HOME&#8221;) bestehen d\u00fcrfen und mit einem einheitlichen Logo als Bio-Kreislauf-Sackerl f\u00fcr die Bioabfallsammlung gekennzeichnet sein. Zudem soll es eine generelle EN 13432-Picht (biologische Abbaubarkeit) f\u00fcr alle Einweg-Sackerl und Einweg-Tragtaschen geben.<\/p>\n<p>Weitere Informationen unter: <a href=\"https:\/\/biosackerl.at\" target=\"_blank\">https:\/\/biosackerl.at<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das breit angelegte &#8220;B\u00fcndnis f\u00fcr das \u00f6sterreichische Bio-Kreislauf-Sackerl&#8221; wurde vom Kompost &amp; Biogas Verband \u00d6sterreich ins Leben gerufen und wird bereits von vielen Partnern unterst\u00fctzt. Die Partner in alphabetischer Reihenfolge: ARGE \u00d6sterreichischer Abfallwirtschaftsverb\u00e4nde, Bio Austria, Burgenl\u00e4ndischer M\u00fcllverband, First Zero Waste &amp; Organic Cycle Organisation, Institut f\u00fcr Abfallwirtschaft (ABF-BOKU), Kompost &amp; Biogas Verband \u00d6sterreich, Land Nieder\u00f6sterreich, Umwelt Land Ober\u00f6sterreich, Land Steiermark Lebensressort, Land Tirol, Landwirtschaftskammer \u00d6sterreich, N\u00d6 Landesfischereiverband, N\u00d6 Umweltverb\u00e4nde, \u00d6koregion Kaindorf, \u00d6kosoziales Forum \u00d6sterreich, \u00d6sterreichischer Alpenverein, der Verband Abfallberatung \u00d6sterreich sowie Zero Waste Austria.<\/p>\n<p>Der Kompost- und Biogasverband \u00d6sterreich steht f\u00fcr die organische Kreislaufwirtschaft, die technologisch m\u00f6glich, \u00f6kologisch notwendig und wirtschaftlich sinnvoll ist. Der Schutz der B\u00f6den und des Wassers, die Klimavorsorge und die Bestrebungen in der Politik eine nachhaltige Wirtschafts- und Lebensweise in der Gesellschaft zu verankern, bestimmen unser T\u00e4tigkeitsfeld. Humusaufbau, Bioenergie und Kohlenstoffbindung sind die Themen unserer Zeit. In diesem Sinne vertritt der Kompost- und Biogasverband \u00d6sterreich die Interessen Aller und setzt dabei auf Information und Weiterbildung um eine nachhaltige Entwicklung zu f\u00f6rdern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Expertin f\u00fcr biologisch abbaubare Kunststoffe an der BOKU, Dr. Ines Fritz, empfiehlt ein Verbot aller Einweg-Plastiksackerl in \u00d6sterreich, die Nutzung umweltfreundlicher Alternativen und erkl\u00e4rt die EN 13432-Zertifizierung Dr. Ines Fritz, Expertin f\u00fcr biologisch abbaubare Kunststoffe an der Universit\u00e4t f\u00fcr Bodenkultur in Wien (BOKU), empfiehlt ein Verbot aller Einweg-Plastiksackerl in \u00d6sterreich. 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