{"id":5723,"date":"2002-12-06T00:00:00","date_gmt":"2002-12-05T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20021206-03n"},"modified":"2002-12-06T00:00:00","modified_gmt":"2002-12-05T22:00:00","slug":"polyesterfabrik-bakterie-die-preiswerte-bio-kunststoffalternative","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/polyesterfabrik-bakterie-die-preiswerte-bio-kunststoffalternative\/","title":{"rendered":"Polyesterfabrik Bakterie &#8211; die preiswerte Bio-Kunststoffalternative?"},"content":{"rendered":"<p>Alternative Polymere aus Milchs\u00e4ure oder St\u00e4rke, wie sie derzeit im <a href=\"http:\/\/www.modellprojekt-kassel.de\/\" >Kasseler Modellversuch<\/a> getestet werden, lassen sich zwar erfolgreich kompostieren, bieten jedoch mit einem bis zu vier Mal h\u00f6heren Preis eine deutliche Annahmeschwelle.<\/p>\n<p>J\u00fcngste Ver\u00f6ffentlichungen diverser Polymer-Forschungsinstitute, die nahezu \u00fcberall vorkommende Bakterien als Polyesterfabrikanten heranz\u00fcchten,  lassen daher aufhorchen. So erkl\u00e4rt Professor Alexander Steinb\u00fcchel vom <a href=\"http:\/\/mibi1.uni-muenster.de\/\" >Institut f\u00fcr Mikrobiologie<\/a> der Uni M\u00fcnster: \u201eSo wie Pflanzen und Tiere Fette oder Glykogen speichern, k\u00f6nnen viele Mikroorganismen diese Polyester akkumulieren.\u201c Hierf\u00fcr brauchen sie lediglich einen \u00dcberschuss an Kohlenstoff, den die Organismen dann als Polymerspeicher (sog. \u201eGrana\u201c) anlegen. \u201eDer Speicherstoff kann einen Anteil an der gesamten Zelltrockenmasse von 90% haben\u201c, wei\u00df der Wissenschaftler zu berichten, der mit seinem Team noch an einer Strategie t\u00fcftelt, um das Kostenproblem zu l\u00f6sen.<\/p>\n<p>So soll der Polyester-Produktionsprozess, der bislang \u00fcber Bioreaktoren abl\u00e4uft, in transgene Feldfr\u00fcchte wie Kartoffeln, Raps oder Tomaten ausgelagert werden. Diese sollen demnach \u00fcber eingebaute Bakteriengene die Polyester in ihren Zellen speichern (vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/transgene-medikamente-aus-feldfruechten\/\" >2002-04-10<\/a>). <\/p>\n<p>Die mechanischen Eigenschaften der von den Bakterien produzierten Polyester sind mit denen der herk\u00f6mmlichen synthetischen Materialien durchaus vergleichbar &#8211; haben als Biopolyester jedoch eine Zukunft in der Pharmaindustrie, speziell der chirurgischen Medizin. Gerade Polymere aus Butters\u00e4ure zersetzen sich langsam im K\u00f6rper und hinterlassen lediglich eine Fetts\u00e4ure, die im K\u00f6rper selbst vorkommt. Sie k\u00f6nnten sich als chirurgisches Nahtmaterial, Aderst\u00fctzen oder Knochenn\u00e4gel eignen &#8211; sogar an Herzklappenger\u00fcsten versuchen sich die Forscher: \u201eNachdem sich auf dem Ger\u00fcst aus Polyhydroxybutters\u00e4ure nat\u00fcrliches Gewebe gebildet hat, zersetzt sich das Ger\u00fcstmaterial\u201c, so Steinb\u00fcchel.<\/p>\n<p>Die Mikrobiologen sehen in diesem Bereich noch ungeahnte M\u00f6glichkeiten, sowohl mit nat\u00fcrlichen, als auch genetisch manipulierten Bakterien. So haben sie die Organismen bereits veranlasst, Polyestermolek\u00fcle auch aus diversen Bausteinen zu verstoffwechseln, was auf ein reichhaltiges Spektrum verschiedener Polymere hoffen l\u00e4sst: \u201eMit ihrer Hilfe wollen wir nachwachsende Rohstoffe in interessante chemische Strukturen \u00fcberf\u00fchren\u201c, res\u00fcmiert Steinb\u00fcchel verhei\u00dfungsvoll.<\/p>\n<p>(Vgl. Meldungen vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/escherichia-coli-fuer-polymerproduktion\/\" >2002-11-22<\/a> und <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/abbaubare-kunststoffe-aus-speiseresten\/\" > 2002-11-26<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alternative Polymere aus Milchs&auml;ure oder St&auml;rke, wie sie derzeit im Kasseler Modellversuch getestet werden, lassen sich zwar erfolgreich kompostieren, bieten jedoch mit einem bis zu<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[],"class_list":["post-5723","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5723","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5723"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5723\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5723"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5723"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5723"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=5723"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}