{"id":56969,"date":"2018-10-01T07:29:18","date_gmt":"2018-10-01T05:29:18","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=56969"},"modified":"2018-09-28T17:33:01","modified_gmt":"2018-09-28T15:33:01","slug":"gute-marktentwicklung-fuer-biokomposite","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/gute-marktentwicklung-fuer-biokomposite\/","title":{"rendered":"Gute Marktentwicklung f\u00fcr Biokomposite"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_56971\" aria-describedby=\"caption-attachment-56971\" style=\"width: 202px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.composites-europe.com\/local\/media\/download\/presse-all\/presse2018\/Dr_Asta_Partanen_nova-institut.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"  wp-image-56971\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Bildschirmfoto-2018-09-28-um-13.48.51.png\" alt=\"Bildschirmfoto 2018-09-28 um 13.48.51\" width=\"202\" height=\"303\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/10\/Bildschirmfoto-2018-09-28-um-13.48.51.png 301w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/10\/Bildschirmfoto-2018-09-28-um-13.48.51-200x300.png 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 202px) 100vw, 202px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-56971\" class=\"wp-caption-text\">Dr. Asta Partanen (nova-Institut)<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong> Die Marktentwicklung f\u00fcr Biokomposites ist gut: Nach Berechnungen des nova-Instituts wird sich der Marktanteil von bio-basierten Verbundwerkstoffen in Europa in den kommenden 10 Jahren nahezu verdoppeln. Im Interview erkl\u00e4rt Dr. Asta Partanen vom nova-Institut, wo die gr\u00f6\u00dften Potentiale schlummern und warum immer mehr Unternehmen in Forschung und Entwicklung von bio-basierten Produktl\u00f6sungen investieren.<\/strong><\/p>\n<h3>Frau Dr. Partanen, was sind bio-basierte Verbundwerkstoffe?<\/h3>\n<p>Unter dem Begriff Biokomposite werden alle Verbundwerkstoffe zusammengefasst, die ganz oder zu einem gro\u00dfen Teil aus Biomasse hergestellt werden. Um Biokomposite zu entwickeln, die f\u00fcr den Einsatz von mechanischen Prozessen sowie f\u00fcr Leichtgewichtkonstruktionen geeignet sind, werden Natur- und Holzfasern mit petrochemischen oder bio-basierten Polymeren kombiniert. Da Nachhaltigkeitsaspekte in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft immer wichtiger werden, bedeutet dies auch, dass Biokunststoffe in den verschiedensten Industriezweigen zunehmend Beachtung finden.<\/p>\n<p>Positive Eigenschaften von Biokompositen sind ihr besonderes Aussehen, ihre Haptik und ihr geringes Gewicht. Das Hauptargument f\u00fcr das steigende Interesse an Biokunststoffen ist und bleibt allerdings ihr Image der Nachhaltigkeit, welches durch ihren extrem geringen CO<sub>2<\/sub>-Fu\u00dfabdruck bedingt ist.<\/p>\n<h3>Wo kommen Biokomposite zum Einsatz und wie wird sich der Markt f\u00fcr bio-basierte Verbundwerkstoffe entwickeln?<\/h3>\n<p>Wir kennen drei Haupteinsatzbereiche f\u00fcr Bioverbundwerkstoffe. In der Baubranche sind sie recht weit verbreitet, vorzugsweise als Material f\u00fcr Terrassendielen, in Z\u00e4unen und auch in Fassaden. Im Automobil-Sektor werden Biokomposite haupts\u00e4chlich zur Gewichtseinsparung in Innenverkleidungen eingesetzt. Im Ladenbau und in der M\u00f6belmanufaktur punkten sie mit sch\u00f6ner Haptik sowie einem reizvollen Design. Etliche Konsumg\u00fcter bestehen bereits aus Biokompositen und werden im Spritzguss-und im 3D-Druckverfahren hergestellt.<\/p>\n<p>Insgesamt sehe ich die Marktentwicklung f\u00fcr Biokomposite sehr positiv. Nach Berechnungen des nova-Instituts wird der Marktanteil von bio-basierten Verbundwerkstoffen in Europa von \u00fcber 400.000 t im Jahr 2017 auf mehr als 800.000 t Jahresvolumen bis zum Jahr 2027 anwachsen.<\/p>\n<h3>Welches sind die gr\u00f6\u00dften Treiber f\u00fcr die Entwicklungen?<\/h3>\n<p>Kunden und Unternehmen fragen immer h\u00e4ufiger nach Produkten mit geringerer Umweltbelastung, einem reduzierten CO<sub>2<\/sub>-Fu\u00dfabdruck und mit einem m\u00f6glichst niedrigen Anteil aus erd\u00f6lbasierten Kunststoffen. Diese Entwicklung f\u00fchrt unweigerlich zu einem h\u00f6heren Einsatz von Werkstoffen aus Holz- und Naturfasern und vor allem zu einem h\u00f6heren Einsatz von bio-basierten Polymeren.<\/p>\n<h3>Die Bau- und Automobilindustrie sind die gr\u00f6\u00dften Absatzm\u00e4rkte. In welchen Segmenten sehen Sie weitere Potenziale?<\/h3>\n<p>Die Bauindustrie, in der Biokomposite bzw. Holz- und Naturfasern zur Herstellung von Fenstern, T\u00fcren, D\u00e4mmstoffen, Akustikbauteilen oder auch Terrassendielen verwendet werden, ist der gr\u00f6\u00dfte Absatzmarkt. Bedeutend wie etabliert ist die Automobilindustrie mit einer Vielzahl an bio-basierten Formpressteilen. Nicht zuletzt werden Biokomposite zur Herstellung von Sportger\u00e4ten verwendet, darunter Tennisschl\u00e4ger, Snowboards und Fahrr\u00e4der.<\/p>\n<p>Den h\u00f6chsten Zuwachs bei den gehandelten Biokompositen sehe ich allerdings in Granulaten zur Herstellung von M\u00f6beln, Spielzeug und anderen Konsumg\u00fctern, die im Spritzgussverfahren oder im 3D-Druck hergestellt werden. Auch im Verpackungssektor bieten Naturfaserverbundwerkstoffe eine sehr interessante Alternative. Bisher wurde in der Verpackungsindustrie als Alternative zu herk\u00f6mmlichen Kunststoffen haupts\u00e4chlich auf bio-basierte Polymere gesetzt, doch die Komposite sind im Kommen.<\/p>\n<h3>Warum investieren immer mehr Unternehmen in Forschung und Entwicklung von bio-basierten Produktl\u00f6sungen?<\/h3>\n<p>Die Hersteller konventioneller Kunststoffprodukte sind durch die wachsende gesellschaftliche und politische Aufmerksamkeit f\u00fcr Klima- und Umweltbelastungen unter Druck. Daher sind Unternehmen auf der Suche nach nachhaltigen L\u00f6sungen! Hier weise ich wieder auf den CO<sub>2<\/sub> -Fu\u00dfabdruck hin, den wollen Unternehmen zwingend verbessern. Oder sie wollen auch den Anteil erneuerbaren Kohlenstoffs in ihren Produkten erh\u00f6hen.<\/p>\n<h3>Hanf, Flachs oder Baumwolle haben sich als Material in Verbundwerkstoffen bereits etabliert. Was ist der n\u00e4chste Schritt?<\/h3>\n<p>Die meisten Hersteller verwenden f\u00fcr die Produktion von Biokompositen nach wie vor Polymere aus fossilen Rohstoffen. Mittlerweile gibt es aber viele bio-basierte Polymere auf dem Markt, mit denen teilweise oder sogar vollst\u00e4ndig bio-basierte Verbundwerkstoffe hergestellt werden k\u00f6nnen. Damit l\u00e4sst sich die Verwendung von fossilem Kohlenstoff einsparen. Beispiele hierf\u00fcr sind bio-basiertes PE und PP, PLA, PBS, PHA, TPE, PU oder auch Epoxide. Einige Biopolymere sind sogar biologisch abbaubar.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens veranstaltet das nova-Institut alle zwei Jahre die Biocomposites Conference in K\u00f6ln, mit einem reichen Vortragsprogramm rund um das gesamte Thema Biokomposite und Naturfaserverbundwerkstoffe. Der n\u00e4chste Termin liegt im November 2019, merken Sie sich den Termin gerne vor (lacht). Sie werden dort mehr als umfassend \u00fcber die neuesten Entwicklungen in der Branche informiert.<\/p>\n<h3>Wird k\u00fcnftig auch der CFK-Leichtbau von nachwachsenden Rohstoffen profitieren?<\/h3>\n<p>Auf jeden Fall! Hybride sind ja im Anmarsch, vor allem im Automobilbau. Kombiniert man bio-basierte Textil- und Karbonfasern, erh\u00e4lt man extrem leichte und dauerhafte Konstruktionen. Naturfasern werden in Hybridbau mit Sicherhit eine gro\u00dfe Rolle spielen, ebenso wie bio-basierte Polymere. So wurde gerade ein glasfaserverst\u00e4rktes PLA am Markt eingef\u00fchrt \u2013 dieses Jahr auf dem \u201eBio-Based Composites Pavillon&#8221; zu finden.<\/p>\n<h3>Sind der Entwicklung bzw. den Biokomposites auch Grenzen gesetzt?<\/h3>\n<p>Bisher hat sich der Bereich komplett ohne ma\u00dfgebliche finanzielle F\u00f6rderung entwickelt, Subventionen waren lediglich f\u00fcr die energetische Nutzung von Biomasse vorhanden. Sollte es hier von der Politik Unterst\u00fctzung geben, k\u00f6nnten ganz andere Wachstumsraten erreicht werden. Die Technologien sind einsatzbereit! Biokomposite haben ein gro\u00dfes Potenzial und wir werden einige der besten L\u00f6sungen in unserem bio-basierten Pavillon zeigen. Durch eine Vielzahl an Lieferanten nehmen Distributoren Biokomposite-Granulate mehr denn je in ihre Produktpalette auf. Die einzigartige Optik und Haptik hergestellter Produkte vermitteln eine hohe Qualit\u00e4t und Wertigkeit. Das wird von den Kunden sehr gesch\u00e4tzt und gut angenommen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Glasfasern in der Regel durch Naturfasern substituiert werden k\u00f6nnen, sto\u00dfen Naturfasern bei der Substitution von Carbonfasern an ihre Grenzen.<\/p>\n<h3>In diesem Jahr wird das nova-Institut wieder den \u201eBio-Based Composites Pavillon&#8221; auf der COMPOSITES EUROPE unterst\u00fctzen. Was erwartet die Messebesucher?<\/h3>\n<p>Der Pavillon ist seit f\u00fcnf Jahren fester Bestandteil der COMPOSITES EUROPE und ist aus der Idee entstanden, bio-basierte Rohstoffe im Sinne nachhaltigen Wirtschaftens zu f\u00f6rdern. Der Pavillon hat sich sehr positiv zu einem \u201eTouch-Point\u201c f\u00fcr Unternehmen entwickelt, die sich zum Thema nachhaltige Rohstoffe im Faserverbundsektor informieren m\u00f6chten.<\/p>\n<p>Wir bezeichnen den Pavillon auch gerne als Schmelztiegel der bio-basierten Verbundwerkstoffszene, hier treffen sie f\u00fchrende Lieferanten und verarbeitende Betriebe. Bisher stellen zehn Austeller aus Deutschland, Finnland, Frankreich und Gro\u00dfbritannien ihre Produkte und Dienstleistungen auf dem Pavillon vor. Darunter befinden sich namenhafte Produzenten von Naturfasern, Rovings und Terrassendielen sowie Hersteller von bio-basierten Granulaten f\u00fcr Konsumg\u00fcter. Pr\u00e4sentiert werden au\u00dferdem Biokomposite aus glasfaserverst\u00e4rktem PLA, f\u00fcr den technischen und medizinischen Anwendungsbereich sowie technische Textilverst\u00e4rkungen f\u00fcr die Automobilindustrie sowie f\u00fcr Windturbinen. Bio-basierte Polymere, wie Epoxidharze spielen eine wichtige Rolle, um m\u00f6glichst viel CO<sub>2<\/sub> einzusparen. Die Messebesucher k\u00f6nnen auch zu diesen Themen auf neue Informationen gespannt sein. Das nova-Institut forscht intensiv in diesem Bereich und h\u00e4lt verschiedene Marktstudien zum Thema bio-basierte Polymere und bio-basierte Komposite f\u00fcr die interessierten Besucher bereit.<\/p>\n<p>Als Moderator des Pavillons ist es uns ein Anliegen, dass Biokomposite auf der Composites Europe auch in Zusammenhang mit anderen innovativen, nicht bio-basierten High-Tech-Anwendungen gebracht werden.<\/p>\n<h3>Frau Dr. Partanen, wir danken Ihnen f\u00fcr das Interview.<\/h3>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Marktentwicklung f\u00fcr Biokomposites ist gut: Nach Berechnungen des nova-Instituts wird sich der Marktanteil von bio-basierten Verbundwerkstoffen in Europa in den kommenden 10 Jahren nahezu verdoppeln. Im Interview erkl\u00e4rt Dr. Asta Partanen vom nova-Institut, wo die gr\u00f6\u00dften Potentiale schlummern und warum immer mehr Unternehmen in Forschung und Entwicklung von bio-basierten Produktl\u00f6sungen investieren. 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