{"id":5694,"date":"2002-09-02T00:00:00","date_gmt":"2002-09-01T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20020902-02n"},"modified":"2002-09-02T00:00:00","modified_gmt":"2002-09-01T22:00:00","slug":"nova-tagungsbericht-anbau-und-verwertung-von-miscanthus-in-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/nova-tagungsbericht-anbau-und-verwertung-von-miscanthus-in-europa\/","title":{"rendered":"nova-Tagungsbericht: Anbau und Verwertung von Miscanthus in Europa"},"content":{"rendered":"<p>Vom 26.-28. August trafen sich im Institut f\u00fcr Pflanzenbau in Bonn auf Einladung von Dr. Ralf Pude (Universit\u00e4t Bonn) \u00fcber 100 Miscanthus-Experten aus ganz Europa zur \u201e2. Internationalen Miscanthus-Tagung\u201c, um sich in Vortr\u00e4gen, Exkursionen und einer Produktausstellung \u00fcber die neuesten Entwicklung in Sachen Miscanthus auszutauschen. Der bereits vorliegende Tagungsband dokumentiert umfassend die Inhalte dieser sicher wichtigsten Miscanthus-Tagung diesen Jahres.<\/p>\n<p>Der Schwerpunkt der Beitr\u00e4ge lag bei \u201eZ\u00fcchtung und Anbau\u201c von Miscanthus. Wobei \u201eAnbau\u201c leider meist immer noch Versuchsanbau bzw. Anbau im Rahmen von Projekten meint. Nach den richtigen stofflichen Produktlinien, die das Potenzial dieses interessanten nachwachsenden Rohstoffes wirklich nutzen k\u00f6nnen, wird immer noch gesucht. \u00dcberzeugende industrielle Umsetzungen und dazugeh\u00f6riger Vertragsanbau sind noch eine Seltenheit.<\/p>\n<p>Am zweiten Tag ging es auch folgerichtig um die Verwertung und Verwendung des Miscanthus-Strohs &#8211; hier vor allem um Miscanthus-Leichtbetonsteine sowie in einem Vortrag um Miscanthus-H\u00e4cksel als Mulchsubstrat. Die meisten Produktlinien befinden sich dabei noch im Forschungs- und Entwicklungsstadium. Entsprechend wurden die f\u00fcr eine industrielle Umsetzung zentralen Fragestellungen nach Produktionskosten, Konkurrenzprodukten, Zielm\u00e4rkten und Marketingkonzepten nur wenig behandelt.<\/p>\n<p><b>Miscanthus-Leichtbeton<\/b><br \/>Gro\u00dfe Hoffnungen setzen Institute und Unternehmen in \u201eMiscanthus-Leichtbeton\u201c. Das <a href=\"http:\/\/www.stw.de\/k060\/60030\/522.htm\" >Steinbeis-Transferzentrum f\u00fcr umweltbewusstes Bauen und Baustoffe<\/a> wurde von der Kooperationsgemeinschaft wbk Betonwerk &#038; Kellerbau Kemberg GmbH, AIS Anlagen- &#038; Industrieservice Kursawe, Kemberg und <a href=\"http:\/\/www.joki-online.com\/\" >JOKI Haustechnik GmbH<\/a>, Wittenberge mit der Untersuchung der bauphysikalisch-mechanischen Eigenschaften von verschiedenen Beton-Probek\u00f6rpern, die mit Miscanthusstroh\/-fasern versetzt wurden, beauftragt. Gesucht wurde das optimale Verh\u00e4ltnis zwischen Miscanthus, Mineralien und Zement, um Festigkeit, W\u00e4rmed\u00e4mmung, Schalld\u00e4mmung und Diffusionsoffenheit zu erreichen. Die guten Fasern und der Lufteinschluss in seinem Parenchym machen Miscanthus f\u00fcr diese Anwendung besonders geeignet.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse sind viel versprechend und schon bald soll der Miscanthus-Leichtbeton als \u201eKemberger D\u00e4mmstein\u201c die Produktpalette des Betonwerks Kemberg erg\u00e4nzen. Gute W\u00e4rme- und Schalld\u00e4mmeigenschaften sowie gute Atmungsaktivit\u00e4t (gut f\u00fcr das Raumklima) sollen die Verkaufsargumente werden. Die Bauzulassung als Ausfachungsmauerstein im Innen- und Au\u00dfenbereich ist bereits beantragt.<\/p>\n<p>Dennoch wird es der \u201eKemberger D\u00e4mmstein\u201c gegen\u00fcber \u201enormalem\u201c Porenbeton schwer haben. Dieser weist \u00e4hnliche oder sogar bessere Eigenschaften auf und wird vermutlich auch preiswerter zu haben sein. Der gro\u00dfe Vorteil des Miscanthus-Leichtbeton ist seine anscheinend bessere Energiebilanz, da die Herstellung von Porenbeton sehr energieaufw\u00e4ndig ist.<\/p>\n<p><b>Miscanthus-H\u00e4cksel als Mulchsubstrat zur Bodenabdeckung<\/b><br \/>Versuche an der Landesanstalt f\u00fcr Pflanzenbau in Forchheim (Baden-W\u00fcrttemberg) haben gezeigt, dass sich Miscanthus-H\u00e4cksel gut als Mulchsubstrat eignen. Dipl.-Ing. agr. Kerstin Stolzenburg: \u201eDie Versuchsergebnisse belegen deutlich, dass Chinaschilfh\u00e4cksel ein geeignetes Substrat zur Abdeckung von B\u00f6den mit Obst- und Gem\u00fcsekulturen, aber auch unter Stauden und Geh\u00f6lzen ist. Vorteile von Chinaschilf ergeben sich vor allem aus den geringen Mineralstoff- und Schwermetallfrachten, die mit der Ausbringung auf die B\u00f6den gelangen. Die geringeren Ertragswerte unter Chinaschilfmulch k\u00f6nnen durch Aufd\u00fcngung kompensiert werden. Vor allem im Vergleich zu Rindenmulch, dessen Einsatz lange Zeit kontrovers diskutiert wurde, kann hier eine Alternative als Mulchsubstrat gesehen werden.\u201c<\/p>\n<p>Verglichen wurden die Mulchqualit\u00e4ten von Miscanthush\u00e4ckseln, Rindenmulch, Hanfsch\u00e4ben und Roggenstroh. Hanfsch\u00e4ben und Roggenstroh schnitten dabei am Schlechtesten ab.<\/p>\n<p><b>Tagungsband und Kontakt:<\/b><br \/>Dr. Ralf Pude<br \/>Institut f\u00fcr Obstbau und Gem\u00fcsebau<br \/>Auf dem H\u00fcgel 6<br \/>53121 Bonn<br \/>Tel.: 0228-73 28 79<br \/>Fax: 0228-73 57 64<br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:r.pude@miscanthus.de\">r.pude@miscanthus.de<\/a><br \/>Internet: <a href=\"http:\/\/www.miscanthus.de\/\" >www.miscanthus.de<\/a><\/p>\n<p>(Vgl. Meldungen vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/oekohaeuser-aus-miscanthus\/\" >2002-04-22<\/a>, <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/bioenergienutzungsanlage-bena-200\/\" >2002-05-29<\/a> und <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/britische-regierung-foerdert-biomasse\/\" >2002-05-01<\/a>.)<\/p>\n<p>Tipp: Einen aktuellen \u00dcbersichtsartikel zum Thema Miscanthus findet man in der Zeitschrift &#8220;Energiepflanzen&#8221;, Ausgabe 5, 2002, S. 24-26. Internet: <a href=\"http:\/\/www.energie-pflanzen.de\/\" >www.energie-pflanzen.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vom 26.-28. 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