{"id":56580,"date":"2018-09-14T06:42:16","date_gmt":"2018-09-14T04:42:16","guid":{"rendered":"https:\/\/rss.nova-institut.net\/public.php?url=http%3A%2F%2Fwww.chemie.de%2Fnews%2F1157354%2Faus-holzabfaellen-erfolgreich-erneuerbares-gas-produziert.html%3FWT.mc_id%3Dca0065"},"modified":"2018-09-13T22:04:27","modified_gmt":"2018-09-13T20:04:27","slug":"aus-holzabfaellen-erfolgreich-erneuerbares-gas-produziert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/aus-holzabfaellen-erfolgreich-erneuerbares-gas-produziert\/","title":{"rendered":"Aus Holzabf\u00e4llen erfolgreich erneuerbares Gas produziert"},"content":{"rendered":"<p><strong>Karlsruher Forschern ist es mit einer Pilotanlage f\u00fcr Waben-Methanisierung gelungen, aus einem aus Biomasse hergestellten Synthesegasgemisch hochwertiges und damit anwendungsfreundliches erneuerbares Methan zu produzieren. Der in Fachkreisen SNG (Synthetic Natural Gas) genannte Energietr\u00e4ger eignet sich sowohl als Brennstoff f\u00fcr Blockheizkraftwerke und Heizungsanlagen als auch als Treibstoff f\u00fcr Autos oder Lkw und ist dem fossilen Erdgas qualitativ ebenb\u00fcrtig. Die Pilotanlage haben Forscher des Karlsruher Instituts f\u00fcr Technologie (KIT) und der Forschungsstelle des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches (DVGW) entwickelt und getestet.<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4rme und Mobilit\u00e4t werden derzeit noch \u00fcberwiegend aus fossilen Quellen gespeist. Um auch diese Sektoren in Zukunft nachhaltig und umweltschonend mit Energie zu versorgen, eignen sich nach Ansicht von Experten vor allem auch chemische Energietr\u00e4ger aus erneuerbaren Quellen, wie beispielsweise Biogas oder SNG.<\/p>\n<figure id=\"attachment_56585\" aria-describedby=\"caption-attachment-56585\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-56585\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/2018_107_Aus-Holzabfaellen-erfolgreich-erneuerbares-Gas-produziert-300x200.jpg\" alt=\"Herzst\u00fcck der Anlage: Die wabenf\u00f6rmigen Katalysatortr\u00e4ger wandeln Wasserstoff und Kohlenstoffmonoxid zu Methan und Wasser um (Foto: Andreas Spiegel)\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/09\/2018_107_Aus-Holzabfaellen-erfolgreich-erneuerbares-Gas-produziert-300x200.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/09\/2018_107_Aus-Holzabfaellen-erfolgreich-erneuerbares-Gas-produziert-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/09\/2018_107_Aus-Holzabfaellen-erfolgreich-erneuerbares-Gas-produziert-600x400.jpg 600w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/09\/2018_107_Aus-Holzabfaellen-erfolgreich-erneuerbares-Gas-produziert.jpg 1613w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-56585\" class=\"wp-caption-text\">Herzst\u00fcck der Anlage: Die wabenf\u00f6rmigen Katalysatortr\u00e4ger wandeln Wasserstoff und Kohlenstoffmonoxid zu Methan und Wasser um (Foto: Andreas Spiegel)<\/figcaption><\/figure>\n<p>\u201eChemische Energietr\u00e4ger weisen eine hohe Energiedichte auf und sind besonders f\u00fcr den Mobilit\u00e4tssektor attraktiv\u201c, best\u00e4tigt Felix Ortloff, Gruppenleiter \u201eVerfahrenstechnik\u201c an der Forschungsstelle des DVGW am Engler-Bunte-Institut (EBI) des KIT.<\/p>\n<p>Biogasanlagen produzieren das erneuerbare Gas vorwiegend durch Verg\u00e4ren von biologischen Abf\u00e4llen. In L\u00e4ndern mit einer intensiven Forstwirtschaft, wie Finnland oder Schweden, besteht ein gro\u00dfes Potenzial f\u00fcr die Produktion von SNG aus Holzabf\u00e4llen. Hierbei wird \u00fcber die Biomassevergasung ein Synthesegas gewonnen, das im Wesentlichen aus einer Mischung von Wasserstoff, Kohlenstoffmonoxid und Kohlenstoffdioxid besteht. Dieses Gemisch kann anschlie\u00dfend \u00fcber eine Methanisierung zu hochwertigem Methan umgewandelt werden. Einen sehr effektiven Weg f\u00fcr diese Methanisierung haben die Forscher des Engler-Bunte-Instituts am KIT und der angeschlossenen DVGW-Forschungsstelle nun erfolgreich \u00fcber mehrere Wochen im schwedischen K\u00f6ping getestet.<\/p>\n<p>Das Herzst\u00fcck der Anlage sind wabenf\u00f6rmige Katalysatortr\u00e4ger, die in der Arbeitsgruppe \u201echemisch-katalytische Verfahren\u201c des EBI-Teilinstituts Chemische Energietr\u00e4ger-Brennstofftechnologie (EBI ceb) unter der Leitung von Siegfried Bajohr entwickelt und f\u00fcr den Einsatz in der Methanisierung optimiert wurden. \u201eDie metallischen Nickel-Katalysatoren wandeln in einem einstufigen Prozess Wasserstoff und Kohlenstoffmonoxid und bei ausreichender Versorgung mit Wasserstoff auch Kohlenstoffdioxid zu Methan und Wasser um\u201c, erkl\u00e4rt Siegfried Bajohr.<\/p>\n<p>Die in Containerbauweise realisierte Pilotanlage wurde an einen Biomassevergaser gekoppelt, der die f\u00fcr die chemische Reaktion notwendigen kohlenstoffhaltigen Gase liefert. In diesem Anlagenverbund wandelte die Karlsruher Methanisierungsanlage zuverl\u00e4ssig, \u00fcber mehrere Wochen, Synthesegas zu Methan um. \u201eDas so nachhaltig erzeugte synthetische Methan kam anschlie\u00dfend sehr erfolgreich beim schwedischen Projektpartner Cortus AB als Kraftstoff in den firmeneigenen Erdgas-Fahrzeugen zum Einsatz\u201c, so Bajohr.<\/p>\n<p>\u201eNeben der Nutzung im Erdgasfahrzeug sehen wir den Vorteil der Erzeugung des chemischen Energietr\u00e4gers Methan darin, dass das Gas ohne Einschr\u00e4nkungen in die vorhandene europ\u00e4ische Erdgasinfrastruktur eingespeist werden kann\u201c, sagt Felix Ortloff vom EBI. Somit k\u00f6nnte es nach Einsch\u00e4tzung der Forscher bereits heute in vielen bestehenden Anwendungen fossiles Erdgas direkt ersetzen.<\/p>\n<p>\u201eEin weiteres Einsatzgebiet f\u00fcr die Technologie sehen wir im Rahmen des Power-to-Gas-Kontextes\u201c, so Ortloff. Hierbei wird Wasser mithilfe von Strom aus erneuerbaren Energien durch Elektrolyse in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten. Der Wasserstoff kann anschlie\u00dfend in einer Reaktion mit Kohlenstoffdioxid ebenfalls zu synthetischem Methan weiterverarbeitet werden. Neben der Entlastung der Stromnetze stufen die Forscher insbesondere die Einbindung von Biogas- oder Biomassevergasungsanlagen in Power-to-Gas-Konzepte als vorteilhaft ein. Denn so k\u00f6nnte die Produktionskapazit\u00e4t der Anlagen verdoppelt werden, da das bei der Biogasproduktion ohnehin anfallende Kohlenstoffdioxid vollst\u00e4ndig zu Methan umgewandelt wird.<\/p>\n<p>\u201eEin Vorteil unserer Pilotanlage ist ihre kompakte Bauweise und damit ihre Mobilit\u00e4t\u201c, erl\u00e4utert Ortloff. \u201eInstalliert in einem Frachtcontainer kann sie zum Beispiel dezentral, an abgelegenen Biogasanlagen, im l\u00e4ndlichen Raum oder in Verbindung mit anderen zuk\u00fcnftig relevanten CO<sub>2<\/sub>-Quellen, beispielsweise verschiedenen Industrieprozessen, erprobt werden\u201c, f\u00fcgt er an.<\/p>\n<p>Nach dem Einsatz in Schweden ist die Pilotanlage nun wieder auf dem Weg nach Karlsruhe. \u201eDie Anlage wird am Campus Nord des KIT in die Infrastruktur des Energy Labs 2.0 eingebunden. Ein Ziel ist es, die Waben-Methanisierung weiter zu verbessern und die Katalysatoren unter anderem f\u00fcr den Einsatz in erheblich gr\u00f6\u00dferen Anlagen zu optimieren\u201c, sagt Siegfried Bajohr, der f\u00fcr die wissenschaftliche Betreuung der Pilotanlage verantwortlich ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Karlsruher Forschern ist es mit einer Pilotanlage f\u00fcr Waben-Methanisierung gelungen, aus einem aus Biomasse hergestellten Synthesegasgemisch hochwertiges und damit anwendungsfreundliches erneuerbares Methan zu produzieren. 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