{"id":5656,"date":"2002-09-16T00:00:00","date_gmt":"2002-09-15T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20020916-02n"},"modified":"2002-09-16T00:00:00","modified_gmt":"2002-09-15T22:00:00","slug":"zmp-niedrige-rapsernte-2002","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/zmp-niedrige-rapsernte-2002\/","title":{"rendered":"ZMP: Niedrige Rapsernte 2002"},"content":{"rendered":"<p>Die deutsche Rapsernte 2002 wird die Vorjahresmenge von 4,16 Millionen Tonnen deutlich verfehlen. Nach Sch\u00e4tzungen des <a href=\"http:\/\/www.verbraucherministerium.de\/\" >Bundesverbraucherministeriums<\/a> ist mit einer Erzeugung von 3,94 Millionen Tonnen Raps- und R\u00fcbsensamen zu rechnen, das w\u00e4re ein R\u00fcckgang von 5,3 Prozent. Zwar wurden die Anbaufl\u00e4chen sp\u00fcrbar vergr\u00f6\u00dfert, die ung\u00fcnstige Witterung im August hat jedoch vor allem im Osten und Norden des Bundesgebietes zu erheblichen Ertragseinbu\u00dfen gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Nach vorl\u00e4ufigen amtlichen Angaben summiert sich die deutsche Erzeugung an Raps und R\u00fcbsen in diesem Jahr auf 3,94 Millionen Tonnen, das w\u00e4ren 5,3 Prozent weniger als vor Jahresfrist. In den s\u00fcddeutschen L\u00e4ndern konnten die Landwirte insbesondere aufgrund von Fl\u00e4chenausweitungen \u00e4hnlich viel oder sogar mehr einbringen als 2001, w\u00e4hrend in Nord- und Ostdeutschland ertragsbedingt zum Teil deutliche R\u00fcckg\u00e4nge zu verzeichnen sind. Und das Bundesministerium schlie\u00dft nicht aus, dass die augenblickliche Erntesch\u00e4tzung noch nach unten korrigiert werden muss.<\/p>\n<p>Die deutsche Anbaufl\u00e4che von Raps und R\u00fcbsen zur Ernte 2002 stieg im Vergleich zum Vorjahr um 14 Prozent auf die neue Rekordh\u00f6he von 1,30 Millionen Hektar. Der Zuwachs geht ausschlie\u00dflich auf das Konto von Winterraps, der mehr als 95 Prozent der gesamten \u00d6lsaatenfl\u00e4che einnimmt. Dabei wurde der Anbau von Nonfood-Winterraps auf Stilllegungsfl\u00e4chen im Vergleich zu 2001 um rund sieben Prozent ausgedehnt und der Anbau von Food-Winterraps um etwa 15 Prozent. Die Ausweitung ist nach Angaben des Bundesministeriums eine Folge der relativ hohen Rapspreise und wurde durch den Wegfall der gesonderten \u00d6lsaaten-Garantiefl\u00e4che beg\u00fcnstigt. Die weitere Senkung der Fl\u00e4chenzahlung f\u00fcr \u00d6lsaaten auf das Niveau der Getreidepr\u00e4mie hat die Anbauentscheidungen der Erzeuger offensichtlich kaum beeinflusst. Geschrumpft ist in diesem Jahr jedoch der Anbau von Sommerraps und &#8211; r\u00fcbsen, und zwar um 3,3 Prozent auf rund 21.000 Hektar. Dagegen weiteten die Landwirte den Anbau von K\u00f6rnersonnenblumen erstmals seit Jahren wieder um 6,1 Prozent auf 26.000 Hektar aus.<\/p>\n<p>Die Ertr\u00e4ge bei Raps und R\u00fcbsen d\u00fcrften erheblich unter dem Vorjahresergebnis von 36,6 Dezitonnen je Hektar liegen. Man geht von einem R\u00fcckgang um rund 17 Prozent auf 30,4 Dezitonnen je Hektar aus, doch sind die Witterungseinfl\u00fcsse im August noch nicht ausreichend ber\u00fccksichtigt. Der langj\u00e4hrige Durchschnitt von 32,7 Dezitonnen je Hektar wird ebenfalls verfehlt. Aufgrund der unterschiedlichen Niederschlagsverteilung haben sich wie beim Getreide die Ertr\u00e4ge im Norden des Bundesgebietes ung\u00fcnstiger entwickelt als in S\u00fcddeutschland. Die Rapsk\u00f6rner wurden mit sehr unterschiedlichem Feuchtigkeitsgehalt geborgen. Teilweise kam es zu gr\u00f6\u00dferen Ausf\u00e4llen durch geplatzte Schoten, und regional gab es Probleme mit Auswuchs. Der Anteil kleinerer K\u00f6rner ist regional \u00fcberdurchschnittlich hoch. Die \u00d6lgehalte erreichen aber ein durchschnittliches bis gutes Niveau.<\/p>\n<p>EU-\u00d6lsaatenernte kaum ver\u00e4ndert<\/p>\n<p>Nach Sch\u00e4tzungen der europ\u00e4ischen Verb\u00e4nde COPA\/COGECA ist die \u00d6lsaatenfl\u00e4che in der EU insgesamt um fast f\u00fcnf Prozent auf 5,07 Millionen Hektar gesunken. Dies ist auf Einschr\u00e4nkungen bei Sonnenblumen und Sojabohnen zur\u00fcckzuf\u00fchren, w\u00e4hrend der Rapsanbau um etwa drei Prozent auf 3,11 Millionen Hektar zunahm. Da sich das Ertragsniveau im Schnitt verbessern d\u00fcrfte, wird die EU-\u00d6lsaatenerzeugung 2002 mit voraussichtlich 13,2 Millionen Tonnen eine \u00e4hnliche Gr\u00f6\u00dfenordnung wie im Vorjahr erreichen. Dabei d\u00fcrfte die Rapsernte um rund sechs Prozent auf 9,4 Millionen Tonnen zunehmen, w\u00e4hrend die Erzeugung von Sonnenblumen auf sch\u00e4tzungsweise 2,9 Millionen Tonnen und die von Sojabohnen auf 0,9 Millionen Tonnen schrumpft.<\/p>\n<p>Die weltweite Produktion der zehn wichtigsten \u00d6lsaaten wird f\u00fcr das Wirtschaftsjahr 2002\/03 auf rund 320 Millionen Tonnen gesch\u00e4tzt, das w\u00e4re genauso viel wie im vorangegangenen Wirtschaftsjahr. Von der Gesamtmenge entfallen 58 Prozent auf Sojabohnen, jeweils elf Prozent auf Raps und Baumwollsaat sowie je sieben Prozent auf Sonnenblumen und Erdn\u00fcsse. <\/p>\n<p>Die Gewinnung pflanzlicher \u00d6le wird voraussichtlich nur wenig zulegen, so dass bei st\u00e4rker steigender Nachfrage mit einem weiteren Abbau der Vorr\u00e4te zu rechnen ist. Die Nachfrage nach \u00d6lschroten wird voraussichtlich ebenfalls deutlich zunehmen &#8211; vor allem wegen wachsender Vieh-best\u00e4nde in Asien und Osteuropa, aber auch, weil weniger Fischmehl zur Verf\u00fcgung steht und weil die Verf\u00fctterung von Fleisch- und Knochenmehl stark eingeschr\u00e4nkt oder verboten wurde.<\/p>\n<p>Uneinheitliche Preisentwicklung<\/p>\n<p>Die Weltmarktpreise f\u00fcr \u00d6lsaaten sind im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Dies ist nahezu ausschlie\u00dflich eine Folge der deutlich erh\u00f6hten Notierungen f\u00fcr pflanzliche \u00d6le. Da die Produktion hier wohl auch weiterhin nicht mit der Nachfrage Schritt halten kann, d\u00fcrfte der preissteigernde Einfluss auf \u00d6lsaaten fortbestehen. Vor allem infolge der niedrigeren Produktion an Palm-, Raps- und Sonnenblumen\u00f6l wird mit Preisauftrieb gerechnet.<\/p>\n<p>Am deutschen Markt wurden im Vorfeld der Ernte 2002 Rapskontrakte zu Preisen zwischen 22,50 und 23,60 Euro je 100 Kilogramm frei \u00d6lm\u00fchle abgeschlossen. Viele M\u00fchlen sind nur knapp mit Rohstoff versorgt. Auf der Erzeugerstufe werden f\u00fcr nicht kontrahierte Ware Preise zwischen 20 und 24 Euro je 100 Kilogramm erwartet. Das sind etwa f\u00fcnf Prozent mehr als im Vorjahr. Die weitere Preisbildung f\u00fcr Raps der Ernte 2002 wird auch von der EU-Ernte und der Verwendung von Raps als nachwachsendem Rohstoff abh\u00e4ngen.<\/p>\n<p>\u00a9 ZMP 2002<\/p>\n<p>(Vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/bmvel-sojabohne-verdraengt-raps-von-spitzenposition\/\" >2002-09-15<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die deutsche Rapsernte 2002 wird die Vorjahresmenge von 4,16 Millionen Tonnen deutlich verfehlen. 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