{"id":56532,"date":"2018-09-14T06:50:57","date_gmt":"2018-09-14T04:50:57","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=56532"},"modified":"2018-09-13T15:41:07","modified_gmt":"2018-09-13T13:41:07","slug":"innovationsdynamik-im-agrarbereich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/innovationsdynamik-im-agrarbereich\/","title":{"rendered":"Innovationsdynamik im Agrarbereich"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>\u201eDie spannendste Konferenz, die wir seit langem gemacht haben! Wer h\u00e4tte gedacht, dass der Agrar- und Lebensmittelbereich eine solche Innovationsdynamik entwickelt.\u201c (Michael Carus)<\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"color: #ff9900;\">Interview in English:<\/span> <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/innovation-dynamics-in-the-agricultural-sector\/\" target=\"_blank\">https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/innovation-dynamics-in-the-agricultural-sector\/<\/a><\/p>\n<figure id=\"attachment_56534\" aria-describedby=\"caption-attachment-56534\" style=\"width: 200px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-56534 size-medium\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/Michael-Carus-200x300.jpg\" alt=\"Michael Carus\" width=\"200\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/09\/Michael-Carus-200x300.jpg 200w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/09\/Michael-Carus.jpg 427w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-56534\" class=\"wp-caption-text\">Michael Carus, einer der f\u00fchrenden Europ\u00e4ischen Bio\u00f6konomieexperten und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des nova-Instituts (H\u00fcrth), Initiator der neuen Konferenz \u201eRevolution in Food and Biomass Production\u201c, 1-2 Oktober 2018, K\u00f6ln, im Gespr\u00e4ch mit der Redaktion.<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Sie haben schon so viele Konferenzen veranstaltet, und die Neue soll die Spannendste sein?<\/strong><\/p>\n<p>Carus: Das Thema umspannt eine ganze Bandbreite an aktuellen Entwicklungen. Synergieeffekte zwischen unterschiedlichen Innovationsbereichen f\u00fchren dazu, dass aus neun Innovationfeldern pl\u00f6tzlich eine Revolution der Lebensmittel- und Biomasseproduktion wird. In zwanzig Jahren werden unsere Lebensmittel anders aussehen und anders produziert werden als heute \u2013 und vermutlich werden sie effizienter, nachhaltiger und ges\u00fcnder sein. Biomasse f\u00fcr die Bio\u00f6konomie wird eine neue Bewertung erfahren.<\/p>\n<p><strong>K\u00f6nnen sie etwas konkreter werden?<\/strong><\/p>\n<p>Carus: Gerne. Auf der einen Seite durchdringt die Digitalisierung den gesamten Agrarbereich, mit Wetterdaten, vernetzten Traktoren, die optimiert D\u00fcngen, Robotern zum Pflanzenschutz und als Erntehelfer, Drohnen und K\u00fcnstlicher Intelligenz. Gleichzeitig verstehen wir erstmalig die Abl\u00e4ufe im Boden und an den Wurzeln im Detail. Statt wie bislang den Boden eher zu sch\u00e4digen, kann man ihn nun zu vollem Leben erwecken. Mit Biostimulanzien und Agro-Probiotika. Parallel dazu werden immer neue R\u00e4ume zur Produktion von Lebensmitteln und Biomasse erschlossen: Die urbanen Zentren, die W\u00fcsten und Eisregionen unserer Erde. Biotechnologie und Pflanzenchemie erm\u00f6glichen es, aus Biomasse-Nebenstr\u00f6men wertvolle Lebensmittel und Geschmacks- und Duftstoffe herzustellen. Wie z. B. naturidentisches Vanillin aus dem Holzbestandteil Lignin.<\/p>\n<p><strong>Wodurch ist das Ganze getrieben?<\/strong><\/p>\n<p>Carus: Drei Aspekte treiben die Entwicklungen voran. Zum ersten die wachsende Weltbev\u00f6lkerung und der steigende Wohlstand. Beides f\u00fchrt zu einem ganz erheblichen Anstieg der Nachfrage nach Lebensmitteln. Das zweite sind Effizienzfragen: Auf vielen Wegen kann die Effizienz der Umsetzung Sonnenenergie in Biomasse in Wertstoffe verbessert werden. Ertr\u00e4ge k\u00f6nnen erh\u00f6ht, der Input aber gleichzeitig reduziert werden. Nebenstr\u00f6me k\u00f6nnen in der Lebensmittel- oder Chemischen Industrie genutzt werden. Neue Technologien erm\u00f6glichen hier Fortschritte, wie sie noch vor wenigen Jahren undenkbar waren. Das zahlt sich auch \u00f6kologisch aus. Zum Dritten ist es der rasch voranschreitende Klimawandel, an dem die Agrarindustrie ma\u00dfgeblich beteilig ist. Die neuen Technologien in den neun vorgestellten Innovationssektoren versprechen hier starke Reduzierungen in den Treibhausgasemissionen entlang der Wertsch\u00f6pfungskette.<\/p>\n<p><strong>Und welche Auswirkungen hat dies auf die klassische Bio\u00f6konomie, in der Sie bisher prim\u00e4r unterwegs waren?<\/strong><\/p>\n<p>Carus: Wenn Biomasse mit einem geringeren \u00f6kologischen Fu\u00dfabdruck produziert werden kann, haben auch bio-basierte Produkte einen entsprechend niedrigeren Fu\u00dfabdruck. Auch die Konkurrenz Food oder Non-Food l\u00f6st sich auf. Immer h\u00e4ufiger hei\u00dft es Food und Non-Food. Das einzige was relativ knapp und aufw\u00e4ndig zu produzieren bleibt, sind Proteine. Und hier setzen wir an und vergeben wir erstmal den \u201eFuture Protein Award\u201c f\u00fcr innovative L\u00f6sungsans\u00e4tze. Die Teilnehmer der Konferenz w\u00e4hlen die Sieger!<\/p>\n<p><strong>Geht der breitgef\u00e4cherte Ansatz nicht auf Kosten der Tiefe?<\/strong><\/p>\n<p>Carus: Wir k\u00f6nnen keine Fachkonferenz zu einem der Einzelthemen ersetzen. Das wollten wir auch nie. Wir haben versucht, typische und besonders gute Beispiele zu pr\u00e4sentieren und sehen gro\u00dfe Synergieeffekte durch das Zusammenbringen aller neun Innovationsfelder an einen Ort. Jeder Sektor treibt die Innovationen voran, meist ohne Verbindung zum anderen Sektor. Ich denke, dass auf der Konferenz jede Menge neue Netzwerke und Projekte geboren werden.<\/p>\n<p><strong>Wird es ein REFAB II geben?<\/strong><\/p>\n<p>Carus: Mit Sicherheit. Wir werden den Termin bald bekannt geben. Wir sind nach anf\u00e4nglicher Skepsis auf gro\u00dfe Zustimmung und gro\u00dfes Interesse sowohl in der Industrie als auch in der Politik und Zivilgesellschaft gesto\u00dfen. Es gibt einen starken Bedarf nach Information und Vernetzung. F\u00fcr die REFAB 2019 haben wir schon jetzt zwei wichtige Sponsoren.<\/p>\n<p><strong>Eine kurze Zusammenfassung bitte<\/strong><\/p>\n<p>Carus: Am 1. und 2. Oktober 2018 treffen sich rund 300 Experten aus 30 L\u00e4ndern in K\u00f6ln zur internationalen Konferenz \u201eRevolution in Food and Biomass Production\u201c (<a href=\"http:\/\/www.refab.info\" target=\"_blank\">www.refab.info<\/a>), um die neuesten Innovationen und Konzepte vorzustellen und zu diskutieren. Auf der begleitenden Ausstellung werden sich u. a. Firmen um den \u201eFuture Protein Award\u201c bewerben. Die Teilnehmer w\u00e4hlen die Sieger, die am Ende der Konferenz vor der Weltpresse gek\u00fcrt werden.<\/p>\n<p><strong>Wir danken f\u00fcr das Gespr\u00e4ch und w\u00fcnschen viel Erfolg.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Interview als PDF: <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/18-09-13-Presseinformation-Interview-Michael-Carus.pdf\">18-09-13 Presseinformation Interview Michael Carus<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDie spannendste Konferenz, die wir seit langem gemacht haben! Wer h\u00e4tte gedacht, dass der Agrar- und Lebensmittelbereich eine solche Innovationsdynamik entwickelt.\u201c (Michael Carus) Interview in English: https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/innovation-dynamics-in-the-agricultural-sector\/ Sie haben schon so viele Konferenzen veranstaltet, und die Neue soll die Spannendste sein? Carus: Das Thema umspannt eine ganze Bandbreite an aktuellen Entwicklungen. 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