{"id":56157,"date":"2018-09-05T07:26:40","date_gmt":"2018-09-05T05:26:40","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=56157"},"modified":"2018-08-31T12:41:00","modified_gmt":"2018-08-31T10:41:00","slug":"genome-editing-biooekonomierat-fordert-neues-eu-gentechnikrecht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/genome-editing-biooekonomierat-fordert-neues-eu-gentechnikrecht\/","title":{"rendered":"Genome Editing: Bio\u00f6konomierat fordert neues EU-Gentechnikrecht"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der Europ\u00e4ische Gerichtshof stellte am 25. Juli 2018 klar: neue Produkte, die mit CRISPR und \u00e4hnlichen Technologien hergestellt werden, m\u00fcssen die zeitaufwendige Zulassung des EU-Gentechnikrechts durchlaufen. Ungeachtet dessen, entwickeln sich die Genome-Editing-Technologien international rasant. Der Bio\u00f6konomierat legt eine differenzierte Bewertung der Technologien vor und appelliert an die Politik, das Gentechnikrecht zu modernisieren. Andernfalls bleibe Deutschland bei dieser \u201ebiologischen Revolution\u201c au\u00dfen vor und werde auch die notwendige internationale Regulierung nicht mitgestalten.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Der Bio\u00f6konomierat ist davon \u00fcberzeugt, dass Genome Editing bedeutende Innovationen in der Bio\u00f6konomie ansto\u00dfen wird. Prof. Christine Lang, Ko-Vorsitzende des Bio\u00f6konomierats, beobachtet einen <strong>Durchbruch der Technologien<\/strong> in Wissenschaft und Unternehmen: \u201eWeltweit werden bereits heute neue Medikamente, klima-angepasste und widerstandsf\u00e4hige Nutzpflanzen, gesundheitsf\u00f6rdernde Lebensmittel und umweltfreundliche Produktionsverfahren mit Hilfe von CRISPR und Co. entwickelt.\u201c<\/p>\n<p>Ihr Ko-Vorsitzender im Rat, Prof. Joachim von Braun, erg\u00e4nzt: \u201eDie Bio\u00f6konomie kann und muss ma\u00dfgeblich zu den <strong>globalen Nachhaltigkeitszielen<\/strong> beitragen. Deutschland setzt sich f\u00fcr verbesserte Weltern\u00e4hrung, Chancengleichheit, Klima- und Naturschutz ein. Der deutsche Beitrag wird vor allem in Innovationen liegen, die auch international zum Einsatz kommen.\u201c<\/p>\n<p>Die L\u00f6sung k\u00f6nne jedoch nicht in einer kompletten Freigabe der neuen Technologien liegen. Hierzu verweist das Gremium in seiner Stellungnahme auch auf Risiken einer zu rasanten oder unkontrollierten Ausbreitung. \u201eDas EU-Gentechnikrecht kann den Chancen und Herausforderungen der Technologien in seiner jetzigen Form nicht gerecht werden. Wir ben\u00f6tigen <strong>eine an den Fortschritt angepasste Novellierung<\/strong>. Wichtig ist eine Regulierung, die zwischen Mutationen und Gentransfers unterscheidet und risikoorientierte Verfahren f\u00fcr die Zulassung und Freisetzung vorsieht\u201c, bringt Prof. Christine Lang die Forderungen auf den Punkt.<\/p>\n<h3>In den neuen Ratsempfehlungen werden Leitlinien f\u00fcr die Rechtsnovellierung und konkrete Begleitma\u00dfnahmen vorgeschlagen, insbesondere:<\/h3>\n<p>&#8211; eine Gesetzgebung, die der <strong>Vielfalt der Anwendungen<\/strong> der neuen Technologien von einfachen Mutationen bis hin zu komplexen Genom-Editierungen und deren unterschiedlichen Risikobewertungen besser gerecht wird; beispielsweise durch abgestufte Genehmigungs- und Zulassungsverfahren f\u00fcr unterschiedliche Risikoklassen.<\/p>\n<p>&#8211; Beh\u00f6rdliche <strong>Registrierung und Monitoring<\/strong> der guten Praxis bei kommerzieller und akademischer Anwendung von Genome-Editing-Technologien.<\/p>\n<p>&#8211; Mit Blick auf den internationalen Handel und globale Wertsch\u00f6pfungsketten sind verpflichtende Produktkennzeichnungen nicht sinnvoll, da Ver\u00e4nderungen nicht immer wissenschaftlich-technisch nachweisbar bzw. nachpr\u00fcfbar sind. Zur F\u00f6rderung von <strong>Verbraucherinformation und Transparenz<\/strong> sollte die Infrastruktur f\u00fcr freiwillige Zertifizierungen (z.B. \u201egentechnikfrei\u201c) gest\u00e4rkt werden.<\/p>\n<p>&#8211; \u00d6ffentliche Forschungsf\u00f6rderung muss f\u00fcr Anwendungen von hoher <strong>gesellschaftlicher Relevanz<\/strong> verst\u00e4rkt werden.<\/p>\n<p>&#8211; Ebenso bedarf es der F\u00f6rderung von Begleitforschung, vor allem zu m\u00f6glichen <strong>Auswirkungen auf die Artenvielfalt<\/strong>, aber auch zu gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklungen (z. B. Ethik, Patentierung).<\/p>\n<p>&#8211; Neue Dialogformate f\u00fcr einen <strong>konstruktiven Diskurs<\/strong> mit der Gesellschaft m\u00fcssen entwickelt werden.<\/p>\n<p>&#8211; Der internationale Austausch und die Zusammenarbeit m\u00fcssen verst\u00e4rkt werden, um eine bessere Transparenz und <strong>Abstimmung von Regelwerken<\/strong> zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Europ\u00e4ische Gerichtshof stellte am 25. Juli 2018 klar: neue Produkte, die mit CRISPR und \u00e4hnlichen Technologien hergestellt werden, m\u00fcssen die zeitaufwendige Zulassung des EU-Gentechnikrechts durchlaufen. Ungeachtet dessen, entwickeln sich die Genome-Editing-Technologien international rasant. Der Bio\u00f6konomierat legt eine differenzierte Bewertung der Technologien vor und appelliert an die Politik, das Gentechnikrecht zu modernisieren. 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