{"id":56002,"date":"2018-08-30T07:20:48","date_gmt":"2018-08-30T05:20:48","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=56002"},"modified":"2018-08-27T14:04:32","modified_gmt":"2018-08-27T12:04:32","slug":"oekologische-hygieneprodukte-tampontransparenz-gesucht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/oekologische-hygieneprodukte-tampontransparenz-gesucht\/","title":{"rendered":"\u00d6kologische Hygieneprodukte: Tampontransparenz gesucht"},"content":{"rendered":"<p>Etwa 16.000 Tampons verbraucht eine Frau durchschnittlich im Leben. Das geht ins Geld und macht M\u00fcll \u2013 doch Tampons sind nach wie vor das beliebteste Produkt, zu dem Frauen w\u00e4hrend ihrer Monatsblutung greifen. Analysen zeigen: Der Markt w\u00e4chst, besonders in Asien. Bis 2025 sch\u00e4tzen ExpertInnen den globalen Marktwert der Tamponindustrie auf rund 6,3 Milliarden US-Dollar.<\/p>\n<p>Doch was genau in Tampons drinsteckt, wissen die wenigsten. Ein Grund daf\u00fcr k\u00f6nnte sein, dass das Thema der monatlichen Regelblutung als Tabu galt und gilt. Gleichzeitig wird es Verbraucherinnen nicht leicht gemacht, sich \u00fcber die Inhaltsstoffe von Tampons zu informieren. Diese gelten in Deutschland als \u201eBedarfsgegenst\u00e4nde\u201c, die keiner Deklarationspflicht unterliegen. Das hei\u00dft: Hersteller m\u00fcssen die Inhaltsstoffe nicht auf der Verpackung angeben.<\/p>\n<p>Zwei Unternehmerinnen aus Stuttgart wollen sich mit ihrer Firma The Female Company f\u00fcr mehr Transparenz und Offenheit im Umgang mit der Pe\u00adrio\u00adde einsetzen. Ann-Sophie Claus und Sinja Stadelmaier produzieren seit Anfang des Jahres Biotampons f\u00fcr den Onlineversand. Knapp 10 Euro kosten 42 Tampons verschiedener Gr\u00f6\u00dfe, die sich Kundinnen alle zwei bis vier Monate im Abo zuschicken lassen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Der St\u00fcckpreis ist damit etwa dreimal so hoch wie bei herk\u00f6mmlichen Markentampons. F\u00fcr die einmalige Bestellung einer bunt designten Box, auf der Zeichnungen von Ketchup\u00adflaschen oder verschiedenf\u00f6rmigen Br\u00fcs\u00adten gedruckt sind, kommen noch mal 10 Euro oben drauf.<\/p>\n<p>Cool statt peinlich<br \/>\nDaf\u00fcr werden die Tampons nach Hause geliefert, und pro abgeschlossenes Abo wird eine gefl\u00fcchtete Frau mit Hygieneprodukten unterst\u00fctzt, die sich sonst keine leisten k\u00f6nnte. \u201eUnsere Kampagne <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/p\/BmAYatCBviR\/?hl=de&amp;amp;taken-by=thefemalecompany\" target=\"_blank\">#tampontakeover<\/a> ist laut und manch einem vielleicht sogar peinlich\u201c, sagt Gr\u00fcnderin Ann-Sophie Claus. \u201eWir w\u00fcnschen uns aber eine Normalisierung, damit die Leute merken: Ich kann \u00fcber die Periode reden, und das kann sogar cool sein.\u201c<\/p>\n<p>Ob bio oder nicht: Tampons weisen als Wegwerfprodukte nicht die beste \u00d6kobilanz auf. Menstruationstassen, die je nach Modell bis zu 10 Jahre halten, werden immer beliebter. Claus und Stadelmaier stehen dennoch hinter ihrem Produkt: \u201eWir haben viele Kundinnen, die auch Menstruationstassen ausprobiert haben, aber manche kommen damit nicht klar\u201c, sagt Claus. Die Produkte w\u00fcrden sich nicht ausschlie\u00dfen, sondern erg\u00e4nzen. \u201eFrauen haben individuelle Bed\u00fcrfnisse, und es sollte f\u00fcr jedes Bed\u00fcrfnis ein Angebot geben.\u201c<\/p>\n<p>Ihre Biotampons werden in Spanien produziert und sind zu 98,6 Prozent kompostierbar. Die Baumwolle stammt von Firmen in der T\u00fcrkei, die die strengen Richtlinien des Global Organic Textile Standard (Gots) erf\u00fcllen. Derzeit arbeiten die Gr\u00fcnderinnen an biologisch abbaubaren Verpackungen, um auch die Plastikfolie um die Tampons ersetzen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Inhaltsstoffe von Frauenhygieneprodukten werden immer wieder kritisch diskutiert. Verschiedene Studien konnten krebserregende Stoffe wie Dioxin und Pestizide in Tampons nachweisen. Im Jahr 2015 fand ein Forscherteam der argentinischen Universit\u00e4t La Plata in einem Gro\u00dfteil konventioneller Tampons und Binden Glyphosatr\u00fcckst\u00e4nde. Doch die Zeitschrift \u00d6ko-Test gab f\u00fcr den deutschen Markt 2017 Entwarnung: 14 von 15 getesteten Tampons bekamen im Produkttest die Note \u201esehr gut\u201c.<\/p>\n<p>Oft wird nur das Endprodukt gepr\u00fcft<br \/>\nMit diesem Testergebnis werben gro\u00dfe Hersteller f\u00fcr die Qualit\u00e4t ihrer Produkte. Der europ\u00e4ische Tamponmarktf\u00fchrer o.b. gibt an, seine Tampons aus Viskose nach Oeko-Tex-Standard 100 zertifizieren zu lassen. Der Zellstoff f\u00fcr die Viskosefasern werde zudem aus H\u00f6lzern von \u201enachhaltig bewirtschafteten Forstgebieten in Europa\u201c gewonnen. \u00dcber den genauen Produktionsverlauf gibt o.b. jedoch keine Auskunft, eine unabh\u00e4ngige Pr\u00fcfstelle gibt es nicht.<\/p>\n<p>Den Unterschied zwischen den Zertifikaten erkl\u00e4rt Ulrike Siemers, Chemietechnikerin am Bremer Umweltinstitut: \u201eOeko-Tex pr\u00fcft das Endprodukt, aber nicht den Pro\u00adduk\u00adtions\u00adweg. Da wird nur auf ausgesuchte Inhaltsstoffe getestet. Bei Gots wissen wir hingegen, was im gesamten Verarbeitungsprozess zum Einsatz gekommen ist.\u201c VerbraucherInnen k\u00f6nnten laut Siemers lediglich durch den Kauf von Gots-zertifizierten Produkten daf\u00fcr sorgen, dass der gesamte Herstellungsprozess kontrolliert wird \u2013 und zwar inklusive \u00f6kologischer und sozialer Standards.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Etwa 16.000 Tampons verbraucht eine Frau durchschnittlich im Leben. Das geht ins Geld und macht M\u00fcll \u2013 doch Tampons sind nach wie vor das beliebteste Produkt, zu dem Frauen w\u00e4hrend ihrer Monatsblutung greifen. Analysen zeigen: Der Markt w\u00e4chst, besonders in Asien. Bis 2025 sch\u00e4tzen ExpertInnen den globalen Marktwert der Tamponindustrie auf rund 6,3 Milliarden US-Dollar. 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